Die Stadt Landal

Rollenspiele, die noch nicht abgeschlossen und pausiert oder abgebrochen wurden.
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Meren
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Die Stadt Landal

Beitrag #1 von Meren » 21.01.2017 15:48

Es war ein wunderschöner Sommertag, die Sonne hing über einen wolkenlosen Himmel und tauchte den Stadtstaat Landal in ein warmes, goldenes Licht. Illarus, der in einer langen Schlange aus Händlern und Reisenden vor dem grossen, hölzernen Nordtor stand, sah von der ganzen Schönheit relativ wenig. In seinen Augen brannte die Sonne unaufhaltsam auf die Reihe aus Menschen, Tieren und Waren und liess sie alle leise stöhnen. Auch an ihm lief der Schweiss in Strömen am Körper hinab. Das einfache Leinenhemd unter dem gefütterten, ärmellosen Lederwams, über dem auch noch ein langes, einfaches Kettenhemd hing, war komplett durchnässt. Er strich sich mit der freien Hand durch das blonde, kinnlange Haar und seufzte. Schon seit Stunden bewegte sich die Reihe scheinbar überhaupt nicht vorwärts, da die Wachen am Tor alles genauestens untersuchten und jedes Lebewesen, sei es Mensch oder Tier, genauestens unter die Lupe nahmen. Es war noch nicht einmal Schikane, sondern eine verständliche Sicherheitsvorkehrung vor der purpurnen Pest, die ausgebrochen war. Niemand wusste woher sie kam und was man dagegen tun konnte, das Einzige was getan werden konnte, war Gesunde und Kranke voneinander zu trennen. Die Pest zeigte sich schnell durch violett-rötliche Punkte am Körper, die zu dicken Beulen anwuchsen, die wiederum in späten Phasen der Krankheit aufplatzten und Eiter in der gleichen Farbe verspritzten. Illarus selbst war gefeit gegen diese Krankheit, da war er sich sicher. Doch die Seuche hatte innerhalb kürzester Zeit die tiefsten Abgründe und Ängste der menschlichen Rasse zum Vorschein gebracht. In allen Städten liefen Trupps aus Bewaffneten herum, die verlangten, dass man sich entblösste. Penibel genau wurde jeder Körper untersucht und schon das kleinste Anzeichen von einem purpurnen Fleck war das Todesurteil. Viel zu selten wurden die Leute selbstloser und halfen den Kranken, versuchten, ihr Leiden zu lindern. Stattdessen wurden die Kranken in Häuser gesperrt, die Türen und Fenster zugenagelt und dann zum Verhungern allein gelassen. Es war einer der Gründe, warum Illarus momentan die Zivilisation mied. Jedoch blieb ihm zurzeit nix Anderes übrig, seine Vorräte waren ausgebraucht

Illarus band den Rundschild von seinem linken Unterarm los. Er hatte das hölzerne Ding nun zwei Stunden getragen und er würde es sicher heute nicht mehr brauchen. Mit geübten Handgriffen band er den Schild mit Lederschnüren auf den Rücken. Als weitere Bewaffnung hing an seiner rechten Seite ein schmuckloser Streitkolben und in seinem Gürtel, der das Kettenhemd zusammenband, ein kurzer Dolch. Gelangweilt blickten die tiefblauen Augen aus dem markanten, braungebrannten Gesicht zu einer Gestalt, die neben ihm stand. Warum war ihm dieser seltsame Mann eigentlich zuvor nicht aufgefallen? Schlohweisses Haar, das ihm bis zum Kinn reichte und mit Bandagen verbundene Augen. Etwas verwundert hob Illarus eine Augenbraue, es war nicht so dass er noch nie seltsame Gestalten gesehen hatte, aber Landal war sicherlich nicht der Platz, an dem er Fremdlinge erwarten würde: „Ich glaube das geht noch ewig, oder?“ fragte er den weisshaarigen und knackte etwas mit den Fingern seiner linken Hand, die zuvor noch den Griff des Schildes gehalten hatten.
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Morth
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Re: Die Stadt Landal

Beitrag #2 von Morth » 21.01.2017 21:19

Vuli brummte ungeduldig als er sich auf die Schaufel stützte, die er stets bei sich trug.
Der ältere Zwergen Veteran war schon lange kein Soldat mehr doch konnte er sich einfach nicht von seiner Pioniers-Ausrüstung trennen.
Seit Stunden stand er bereits in dieser verdammten Schlange an und versuchte dabei vergeblich zu erkennen was weiter vorne gemacht wurde,
seine kleine, wenn auch sehr breite und kräftige Statur, war dabei nicht gerade förderlich.
Schließlich gab er murrend das gehopse auf und drehte sich langsam nach hinten um, als er jemanden hinter sich sprechen hörte.
Langsam zog er die dunkle rotbraune Kapuze von seinem Kopf und entblößte ein wettergegerbtes, und von vielen winzigen Narben gezeichnetes Gesicht,
leicht wilde Haare die einmal Pech schwarz gewesen sein mussten, nun aber eher die Farbe von Schiefer haben und mit mehreren hellgrauen und sogar weißen Strähnen durchzogen ist.
Selbes Farbspektrum findet sich ebenso in seinem gewaltigen, geflochtenen Bart wieder.
Schließlich kramte er unter seinem Mantel eine aus holz geschnitzte Pfeife mit einem Eulenmuster hervor und begann sie zu stopfen.
Während dessen betrachtete er nun die beiden hinter sich und hob skeptisch die brauen als er den weißhaarigen Mann mit der Augenbinde bemerkte,
sowie den Braungebrannten Mann, der den Weißhaarigen an zu sprechen schien.
Der Zwerg hielt wohl nicht viel von Höflichkeit, so sprach er sofort mit fester, lauter Stimme die ein bisschen an ein Donnergrollen erinnerte.
„Und was treibt euch beiden komischen Vögel hier her?! Wollt ihr euch auch dort hinten Begrabschen lassen?!“
Dabei deutete er mit der pfeife hinter sich zum Tor wobei deutlich zu sehen war das er keinen Ringfinger an der rechten Hand hatte.
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Hikari
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Die Stadt Landal

Beitrag #3 von Hikari » 27.01.2017 10:51

Geduld war eine Tugend, die Earellion noch nie als eine seiner größten Stärken betrachtet hatte und an einem heißen Sommertag, wie diesem fühlte sich der Eiself unter der prallen Sonne nicht gerade wohl.
Der Schweiß tröpfelte nicht nur seinen Nacken hinab, viel mehr fühlte er sich als fand ein ganzer Wasserfall auf diese Weise einen Weg in seine Rüstung.
Wobei Rüstung wohl ein zu hoch gestochener Begriff für die fast gänzlich weiße Kleidung des Elfen war.
Unter einem ärmellosen Mantel aus recht festem, dickem Stoff, dessen Schnittkanten mit weißem Pelz verziert waren, trug der Elf eine Art Tunika, die jedoch wesentlich kürzer war, als alles was er auf seinen Reisen nach Landal gesehen hatte, da sie ihm gerade mal bis zur Hüfte ging. Versteckt unter dem Mantel, sah man diese jedoch nicht. Nur die leicht über seine Schultern und unter dem Mantel herausragenden Ärmel waren in einem tiefen Blauton deutlich zu erkennen.
Folgte man der Linie seiner Arme sah man lange Zeit nicht mehr als nackte, fast weiße Haut, bis die Augen des Betrachters schließlich auf ein Paar Lederhandschuhe treffen würden.
Um die Hüfte des Eiselfen hing ein schwerer Pelz von eben jener Art, wie er auch die Säume des Mantels bildete und bei genauem Hinsehen erkannte man darin, den Pelz eines Eisbären.
Der Pelz, welcher sonst auf den Schultern von Earellion ruhte, verdeckte nun an seinem neuen Platz zu weiten Teilen und gepaart mit dem Knielangen Mantel, die Sicht auf die doch recht schlichte schwarze Lederhose und die ledernen, ebenfalls Schwarzen Stiefel.
Waffen schien die seltsame, scheinbar Blinde Gestalt nicht zu tragen, nur eine schlichte Kette bestehend aus einem abgenutzt wirkendem Lederband und dünnen, rundgepressten Metallplättchen, welche mit jeder Bewegung leicht zu klirren schienen.
So stand der Elf dort zwei Stunden lang alleine in der Schlange, die behandschuhten Hände strichen ihm immer wieder lose Strähnen aus dem weißen Gesicht. Als ihm nach einer Stunde Wartezeit der Schweiß, den geraden Nasenrücken hinabgelaufen war, hatte er den Pelz von den Schultern und Haupt genommen und sich mehr oder weniger locker um die Hüfte gebunden.
Jetzt nach zwei Stunden, zupfte der stark schwitzende Earellion, welcher wirkte als würde er sich jeden Moment in eine Pfütze auflösen, unruhig an seinen Handschuhen rum, ehe er sie endlich von den Händen zog. Er war gerade dabei sie in einer gutversteckten Innentasche seines Mantels zu verstauen, als ihn ein blonder Mann ansprach. Die Augen unter der Bandage huschten zu dem Fremden, der scheinbar unbekümmert jeden Fremden anzusprechen schien, bevor sich auch der Kopf des Eiselfen langsam zu dem Mann drehte. Einige Augenblicke lang scannen die bandagierten Augen Illarus, bevor er den Blick stumm wieder nach vorne richtet. Der Elf wirkte unhöflich, geradezu abweisend, aber er hatte vor eine möglichst Präzise Antwort auf die Frage des Fremden zugeben.
Da er gut einen Kopf größerer war, als die meisten anderen um ihn herum, hatte er eine freie Sicht auf die Geschehnisse vor ihnen. Ein Mensch hätte vielleicht das Stadttor ausfindig machen können, Earellion jedoch war selbst für elfische Standards mit einer übernatürlichen Sehkraft ausgestattet worden. Für einen Moment sah man wie sich die Augenlider unter der Bandage schlossen. Als er sie wieder öffnete lag seine Stirn in tiefe Falten. Es wirkte fast schon so als wäre er erzürnt von der Dreistigkeit dieses Fremden, dabei waren seine Augen schon lange nicht mehr in Reichweite des Blonden, sondern auf das Stadttor gerichtet. Es fühlte sich so an als stünde er direkt neben den Wachen, obwohl sich sein Körper noch immer zwei Stunden Wartezeit vom Tor entfernt befand.
Ein leises Seufzen verließ seine Lippen, als er die Situation vor dem Tor mit Augen überblickte, welche die größte Distanz überbrücken konnten und die selbst von einem Stofffetzen nicht geblendet werden konnten.
Unmittelbar vor dem Tor war der Wagen eines Händlers in einer Straßenfurche hängen geblieben. Es hatte ihm zwar nicht das Rad gekostet, aber man war nun bemüht die Achse des Wagens wieder zu reparieren.
Er zog sich zurück, die Falten in seiner Stirn glätteten sich wieder und er war gerade dabei dem Mann neben sich zu berichten, was er gesehen hatte, als er doch recht rüde unterbrochen wurde. Seine goldenen, bandagierten Augen legten sich auf den Zwerg vor sich, welcher fast nur halb so groß war wie er und die Mundwinkel von Earellion verzogen sich zu einem eher grimmigen Lächeln.
„Werter Herr Zwerg.“, ertönte seine Stimme eher kalt, „Ich fürchte nicht, dass wir heute noch in die Stadt kommen. Es scheint wichtiger mit allen verfügbaren Männern einen Wagen zu reparieren, anstatt Leute zu ‚begrabschen’.“ Das letzte Wort betonte er seltsam, als wollte er dem Zwerg, damit zu seiner schlechten Wortwahl gratulieren. „Wobei ich zugeben muss, dass ich froh wäre für einen Augenblick meiner Kleidung zu entkommen.“, damit strich er sich erneut eine der mittlerweile schon klebrigen weißen Strähnen aus dem Gesicht.
Noch einmal geht sein Blick kurz zum Stadttor, doch setzt er dieses Mal seinen Fluch nicht ein, dann zurück zum Zwerg und dem Blonden.
„Earellion.“, knapp, kalt von der Stimmlage her, aber mit einem leichten Lächeln, stellt sich der Eiself, den beiden Männern vor mit denen er bei viel Pech vor den Stadtmauern campieren musste.
"...I’m not the man who jumps in the line of fire. But that’s the kind of man you deserve so… I’ll do my best"
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