Die Achse des Bösen - Auferstehung

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Kimor
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Re: Die Achse des Bösen - Auferstehung

Beitrag #21 von Kimor » 28.12.2016 18:05

Tornitror war Energie, er war Schmerz und glühender Zorn, während er seiner Gegnerin und sich selbst das Fleisch vom Leib schmolz und sie in seinem Sturm kochen liess. Die Pein ging über seine Willenskraft hinaus, zerschmettere das Wesen namens Tornitror und liess nur Platz für diesen einen Gedanken, mehr auszuteilen, als eingesteckt wird. Ein Fitzelchen des Elementarwesens klammerte sich an dem Hautfetzen, auf welchem das Mal schubweise Schockwellen des Schmerzens aussandte, hielt sich daran fest und versuchte es gleichzeitig, vor dem Feuer der Nekromantin zu bewahren, dass sich an den Blitzen labte, wenn es denn welche erwischte. Nichts hätte auf diese Tortur vorbereiten können, doch alles war besser, als hier den kürzeren zu ziehen, obwohl die Sinnlosigkeit dieses Gedankengangs aufgrund des Mals offensichtlich hätte sein müssen. Doch um Sinn zu erkennen, muss ein Geist übrig sein, der dies vermag, aber hier wütete der Blitz und der Donner, wüteten ohne Sinn und Verstand, weil sie wüten konnten. Plötzlich wurde aus dem Rachegedanken wieder ein Geschöpf, dass kämpfte, denn die Kräfte waren nicht mehr unendlich, es war nicht mehr nur Element und der aufgeriebene Wille lag blank, aufgerissen und zermahlen durch die Kräfte des Chaos und das grüne Feuer der Nekromantie, so dass der Sturm aus Blitzen zu schwächeln begann. Der Feind erhielt wieder einen Namen, Nagash, und die Welt bestand aus Erde und Luft, greifbar und fühlbar, so dass das Geschöpf sich auch seiner selbst bewusst werden konnte. Der Blitz sperrte sich selbst ein und wurde Tornitror genannt, wie damals, als ein Magier sich anmasste, die Gewalt des Himmels in feste Gestalt zu zwingen und sie dienen zu lassen. Beinahe hätte er sich verloren, beinahe wäre er über die Schwelle getreten, die ihn von purer Kraft trennte und er wusste nicht, was dann geschehen wäre. Tornitror klaubte die Reste seiner Willensstärke zusammen, als eine Präsenz sich spürbar machte, der er die letzten Jahrhunderte ausgeliefert gewesen war und die in ihm als einzige bisher Furcht auslöste. Er machte sich bereit, seine Existenz so teuer wie möglich zu verkaufen, aber die Schlacht hatte ihn alle Reserven gekostet, die es vor dem Mal nie gebraucht hatte, und nun stand er nackt in der Dunkelheit des Chaos, dessen schmerzhafte Klauen ihn zurück in physische Gestalt zwangen. „Ich bin ein Gott“, wollte er seinen Trotz hinaus schreien, so dass wenigstens Worte seinen beschmutzen Stolz verteidigten, wenn es seine Kräfte nicht konnten, aber die Stimme brach und dann zwängte sich das Chaos durch den geöffneten Mund in ihn hinein, glitschige Schlacke wie brennendes Öl und aller Widerstand zerschellte wie ein Boot, das von einem Orkan gegen Felsen geschleudert wird. Bevor Tornitror in die Schwärze fiel, spürte er ein Brummen durch seinen Körper fahren, welches sich zu Worten formten: „Nur ein Spielzeug, das bist du, eitler Pfau, nur ein Spielzeug.“ Die Worte schnitten tiefer, als jeder Schmerz zuvor und das erste Mal fühlte das Elementarwesen sich klein und unbedeutend.

Langsam kehrte das Bewusstsein von dem Ort zurück, wohin es geflohen war, einem Ort aus goldenen Thronen, betenden Menschenmassen und wo es Kontrolle ausüben konnte. Vorsichtig tasteten sanfte Fühler nach den einzelnen Gliedmassen, zogen dort an dem Muskel des linken Beins und hier an der Sehne des Ellbogens, bevor es die Augen öffnete und den Himmel betrachtete. Eine Flutwelle an Informationen prasselten auf den geschunden Tornitror ein, wobei es sich fast ausschliesslich um Schmerzen an verschiedenen Stellen handelte, als wäre sein gesamter Körper eine pulsierende Schwellung, die nicht einmal den sanften Druck des Windes oder ihr eigenes Gewicht gegen den Boden gedrückt ertragen konnte. Er versuchte, den Kopf zu drehen, aber weisse Sterne tanzten nur schon beim Versuch über die Ränder seines Blickfelds und da war wieder ein brennender Dolch in seinem Schädel, also atmete er nur. Er spürte, dass sich ein Körper neben ihm bewegt, doch auch das sandte schmerzhafte Lanzen in seinen Schädel, so dass er Übelkeit und daraufhin den Drang verspürte, sich zu übergeben. „Was war geschehen?“, fragte er sich, während er keinen Muskel rühren konnte, selbst das Ausruhen löste Alarmsignale aus. Er erinnerte sich an Blitze, an grünes Feuer das verschlingt, die heissen Krallen des Mals. Der Zorn des Chaos fiel ihm ein, so viel Kraft, ungebändigt und frei, hatte die beiden Kontrahenten mit Leichtigkeit voneinander getrennt. Scham und Ärger über seinen verletzten Stolz schürten das Feuer, welches ihm erlaubte, sich ebenfalls zu erheben, wobei sich ihm ein lautes Stöhnen entrang. Nagash Worte drangen an sein Ohr und er drehte ihr den Kopf zu, die Augen zugekniffen, der Mund vor Leid verzogen. Er nickte nur, weil er befürchtete, dass er sich tatsächlich übergab, wenn er den Mund öffnete, und strich dann mit seiner Hand über seine Hüfte, weil er dort ein Brennen verspürte, dass nicht nachliess. Er ertastete feuchte Ränder, warm und irgendwie glitschig, so dass er die Hand vor sein Gesicht hob und zuerst sprachlos vor Verblüffung die rote Flüssigkeit bestaunte, mit der seine Finger überzogen waren. Was war das für ein Zeug? Hatte ihm das Chaos ein weiteres Mal verpasst? Wieso roch es dann aber nach Blut und schmeckte auch so metallisch? Sein malträtierter Verstand fügte die Fragmente nur langsam zusammen, doch dann, als das Bild vervollständigt war, schnappte Tornitror entsetzt nach Luft, was ihm einen weiteren Flammenstoss des Schmerzes einbrachte. Er blutete. Aber er konnte nicht bluten, er war ein Gott, Götter bluteten nicht, weil sie nicht sterblich waren. Die Worte des Chaos hallten wie ein Echo in seinem Kopf wieder – nur ein Spielzeug – und Verzweiflung übermannte das Elementarwesen. In diesem Zustand vergass es, dass da Zuschauer waren, die alles beobachten konnten, es vergass, dass da nur eine zerbrechliche Allianz vorhanden war, denn sein Weltbild war soeben auf den Kopf gestellt worden. In einem Anfall von Entsetzen und von diesem Schock noch betäubt, richtete Tornitror sich torkelnd auf, der Blick unstetig und erst da konnte man sehen, dass die Wunde an seiner Hüfte nicht alleine war. Auf seinem Rücken verzierten einige blutige Striemen den schlangen Oberkörper und ein Teil seines rechten Ohrs wurde nur noch von einem Hautfetzen an seinem Platz gehalten. Wankend ging er einige Schritte, wobei er von diesem verfluchten Ort fort wollte, weg von der Schwäche und dem Schmerzen, von dieser vermaledeiten Nekromantin und ihrer frevlerischen Zunge, doch dann drehte sich ihm der Magen um, er knickte mit einem würgenden Geräusch ein und zum ersten Mal in seiner langen Existenz erbrach der selbsternannte Gott Galle und Magensäfte. „Was..was..“, stammelte er, bevor ein weiterer Anflug von Übelkeit ihn erneut übermannte. Er bemerkte, dass ihm kalt war und obwohl er sich gerade eben seines nicht vorhandenen Mageninhalts entledigt hatte, verspürte er Hunger, als seine Nase den Duft von gebratenem Fleisch aufgriff. Das Chaos hatte ihn zu einem Menschen gemacht, ihn in das verwandelt, was für ihn wertloses Fleisch war, eine Strafe die vor allem auf seinen Stolz abzielte. Zitternd und gebrochen fiel er wie ein Sack Kartoffeln zur Seite und ergab sich der Schwäche des Fleisches.

Fara erwachte aus einer traumlosen Ohnmacht, als sie Stimmen hörte und auch, weil ihr Körper sich nach essen verzehrte, dessen Geruch nun so nah war. Blinzelnd und schwerfällig wollte sie sich erheben, doch sanfte Hände drückten sie auf einen weichen Schoss, während kühle Finger über ihr Haar strichen. Es erinnerte sich an zuhause, eine Zeit der Geborgenheit, die Wärme des Kamins, die Geschichten ihres Vaters, das Lachen ihrer Brüder und für einen Moment gab sie sich diesen Erinnerungen hin, murmelte unvollständige Worte des Dankes und der Zufriedenheit, bevor ihr Verstand mit dem Hammer der Realität, geformt aus grünem Feuer, zerrissenem Fleisch und dem Hunger einer Untoten, der Schwelgerei ein Ende bereitete. Das Mädchen fuhr ruckartig aus ihrer Benommenheit hoch, wobei sie beinahe mit Axas Kinn kollidierte und richtete sich, noch ein wenig schwindelig im Kopf, auf. Sie bemerkte mit Bedauern, dass die Nekromantin noch am Leben war, der sie einen feindseligen Blick zuwarf, bevor ihr Blick sich auf die Elfe richtete, die ihr ein aufmunterndes Lächeln schenkte, in dem auch Dankbarkeit, aber auch Mitleid zum Ausdruck kam. „Was ist geschehen?“, fragte sie verwirrt, bevor sie ihren Gott blutend im Staub liegen sah und ihre Gedanken sich überschlugen. „Herr!“, schrie sich herzzerreissend, ging aus der Hocke in Laufschritt über, wobei sie vier oder fünf Schritte tätigen konnte, bevor ihre Beine den Dienst versagten und sie mit einem dumpfen Aufprall und einem erstickten Aufschrei wieder zu Boden ging. Ihre Oberschenkel und Waden brannten, sie hatte ihr Knie beim Aufprall aufgeschürft und alle ihre Glieder schienen schwer wie Blei zu sein, doch die Sorge um ihren Gott zwang diese dazu, die Distanz zu verkürzen, selbst wenn das bedeutete, wie ein Wurm auf ihn zu zu kriechen. „Herr, was haben sie euch angetan?“, rief sie dem regungslosen Körper zu, während sie schnaufend Zentimeter für Zentimeter überbrückte und Tränen über ihre Wangen rollten.
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Badskull
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Re: Die Achse des Bösen - Auferstehung

Beitrag #22 von Badskull » 28.12.2016 18:06

War es der Schmerz, der durch ihre Glieder fuhr? Oder war es einfach die Tatsache das sie so etwas gar nicht für möglich gehalten hätte? Tornitror... Als er sich erhob riss sie die Augen auf, wollte sie ihn erst noch um eine Antwort anblaffen, der Gedanke war hinweggefegt als sie sitzend zu ihm aufsah... Blut...! Aber wie war das möglich? Sie hörte keinen Herzschlag von ihm... Aber er war menschlich! Gehüllt in Fleisch und... Blut... Noch etwas fehlte, aber sie konnte nicht sagen was es war, sie drehte sich langsam herum und ächzte... Auch ihr Körper blutete, die exakt selben Stellen wie bei Tornitror natürlich... doch Fara schien davon verschont geblieben zu sein. Also bestätigte sich ihr Verdacht... sie drehte den Kopf weiter zu Tornitror, welcher sich erhoben hatte und unter größter Mühe versuchte weg zu kommen von ihnen "Warte!" krächzte sie, doch auch ihr Magen spielte nicht mit, etwas lag ihr bleischwer darin, und jetzt wo sie erwacht war, schien ihr Magen dagegen vorzugehen... Sie kam nicht mal auf die Beine, krabbelte auf allen vieren vorwärts und ächzte... und da hörte sie schon wie er sich erbrach. Allein dieses Geräusch, zusammen mit dem beißenden Geruch der aber überraschend mild ausfiel war ihr schon genug als das ihr eigener Magen auch nochmals drohend blubberte... war es das Mal welches hier mitspielte? Sie schluckte, doch es kam mehr nach oben als hinabgeschluckt wurde, und so beugte auch sie sich nach vorne, ächzte... würgte... und erbrach sich direkt vor ihr. Wie peinlich... wie absolut armselig... Doch sobald sie ihre Augen geöffnet hatte, und die letzten Reset ausgespuckt hatte, wischte sie sich über den Mund und besah ihre Hand... Blut? Eiskalt liefen kleine Schauer über ihren Rücken, als wären Tornitrors Funken darüber getanzt. Blut! Schockiert blickte sie vor sich auf das Gras, auch hier... Blut, überall! Sie hatte das ganze Blut ausgespien? Aber das konnte nicht wahr sein, Blut war ihre wertvollste Ressource im Moment, ein Kraftspender der seinesgleichen vergeblich suchte... Panisch horchte sie nochmals in ihren Körper... Nun wusste sie was ihr fehlte, der Blutgeruch von Tornitror war ihr nicht in die Nase gestiegen, ihre Wunden waren geblieben... Sie führte die Hand zitternd zum mund, und trotz all des Ekels in ihr, streckte sie die Zunge nach dem Blut aus... es schmeckte metallisch... und absolut scheußlich, nicht etwa diese süße Schwere, welche sie vorhin noch gekostet hatte... Der Nocturale war verschwunden! Diese Erkenntnis traf sie wie ein Schlag, und sie blieb auf den Knien sitzen, blickte gen Tornitror hin und schluckte... "Das ist nicht möglich..." hauchte sie. Selbst Alurir war nicht imstande gewesen den Vampyrismus jemals zu heilen. Einmal befallen konnte der Körper nur gewechselt werden, jedoch nie wieder bereinigt. Doch das Chaos hatte ihre Unsterblichkeit einfach weggewischt wie einen Schönheitsfehler... Fiebrig ging sie im Kopf durch was sie bräuchte um diese Eigenschaft wiederherzustellen, doch es scheiterte schon an den Grundformeln, an der Ausrüstung... und an ihrer Kraft. Sie sackte zusammen, hörte noch wie Fara laut ausrief und zu ihrem Herren wollte. Sie konnte jene nicht aufhalten, kein bisschen... Sie konnte gar nichts mehr...

Oder doch nicht? Sie fühlte eine Hand auf ihrer Schulter, kühl und widerlich, und sie fühlte das es Axa war "Seid ihr in Ordnung?" fragte der Junge nun doch etwas besorgt. Er hatte all seinen Mut zusammengerafft sie so zu berrühren. Nagash schüttelte geistesabwesend den Kopf... Sein Herz schlug wieder. Scheinbar hatte er genug an Leben zurückbekommen um sich selbst zu erhalten. Darum war die Verbindung nur noch sehr gering, er brauchte kaum noch Kraft für sich selbst... Würde sie die Verbindung unterbrechen, wäre sein jugendlicher Körper vermutlich in der Lage seine Seele selbst zu halten... doch seine Lebensdauer würde unter der zusätzlichen Anstrengung wohl rapide sinken... und so ließ sie die Verbindung aufrecht. "Ich bin... kaum noch etwas" bemerkte sie krächzend, verborgen durch ihre mit Blut befleckten, weißen Haare "Ihr seid am Leben Nagash. Das ist doch schon mal gut? Obwohl ihr es... aufs Spiel gesetzt habt" meinte Axa etwas bitter. Nagash konnte dazu nur nicken... sie legte ihre Hände auf die Wunde an ihrer Seite, und flüsterte leise... Ihre angesammelte Kraft war stark gesunken, doch das fleischweben schien ihr noch geblieben zu sein, blaue Flammen kosteten von den Wundrändern, und führten das Fleisch wieder zusammen, verbrannten die Narbe und hinterließen nur reine Haut... ebenso begannen die Wunden an ihrem Rücken zu verheilen, Axa hatte die Hand darauf belassen. "Bring mich zu ihm..." meinte sie schließlich, schüttelte ihre Haare zurück so dass sie zu ihm sehen konnte "Ich glaube nicht das Fara uns zu ihm lässt" meinte Axa "Und ihr solltet euch einfach geschlagen geben, ihr könnt ihn nicht..." "Ich will ihm helfen" meinte sie nüchtern "Solange er blutet... schwindet auch meine Kraft. Bitte..." Das Monster so zu sehen, welches seine Eltern geschlachtet hatte, welches durch die Elfen vorhin noch gewütet hatte als wären sie reifes Korn auf der Weide... Er glaubte ihr, und seufzte leise, ehe er eine Hand unter ihren Arm legte und sie hochhob. Sie war leicht, viel zu leicht, doch diesen sündhaften Leib so nahe bei sich zu haben war... sehr ablenkend...

Sie klammerte sich mit ihrem Arm an seinen Körper... jeder Schritt schmerzte, doch sie biss die ZÄhne zusammen, und bis auf ein gekeuchtes Zischen hielt sie ihre Reaktion im Zaum. Ihre Beine wollten kaum gehorchen, mehr als einmal wäre sie fast hingefallen, doch sie kämpfte weiter, vorwärts... Axa musste sie oft fast tragen, selten nur stützen. Sie tat ihm irgendwie leid... und schon kamen sie näher an Fara und Tornitror heran. Axa beschränkte sich darauf nichts zu sagen, das war auch nicht nötig, da Nagash sofort gen Fara sah "Ich kann ihm helfen..." keuchte sie, und schüttelte den Kopf bevor Fara noch den Mund ganz aufgemacht hatte "Spar dir bitt deine Worte. Hätte ich ihn töten können, hätte ich das schon gemacht... doch es ging nicht. Und da unser Schicksal nun noch enger verwoben ist, leide ich mit ihm. Ich weiß du hasst mich, und du hast gute Gründe dafür, doch wir haben bereits einmal zu lange gewartet... und sieh was passiert ist" sie holte krächzend Luft "Lass mich ihm helfen... bitte. Solange ich noch Kraft habe um es zu tun" Nagashs Blick blieb auf Fara... Axa blickte zwischen den beiden etwas nervös hin und her, ehe er sich über die Lippen leckte "Schwester... ich glaube wenn sie nichts tut, schadet das nur noch mehr... oder?"
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Kimor
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Re: Die Achse des Bösen - Auferstehung

Beitrag #23 von Kimor » 28.12.2016 18:06

Eine helle Stimme erreichte die leere Zuflucht des Elementarwesens, wo dessen Geist erneut der Welt entflohen war, aber nur wie ein Flüstern im Wind, kaum stark genug, um an Ohren zu dringen.

Tornitror rang mit sich selbst, denn das Chaos hatte ihm alles genommen, was ihn ausmachte und er sah keinen Sinn mehr, sich dieser Tortur weiterhin auszusetzen. Er hatte Macht gehabt und Gefolgschaft, Gehorsam und Kontrolle, doch nun war er am anderen Ende angelangt, mit Stricken aus Schmerz und der drohenden Vernichtung im Nacken. Das Echo einer Stimme liess ihn aufhorchen und sein Bewusstsein fokussieren, wie ein Haken zog es ihn zurück in die Welt der Sterblichen und er erinnerte sich, dass er nicht komplett ohne Macht, Gefolgschaft, Gehorsam und Kontrolle war. Faras Eifer gab ihm Hoffnung, deren Existenz er bisher nur den Schwachen und Unterdrückten zugestanden hatte, und sei Wille formte ich wieder zu Stahl. Ächzend und grunzend drehte Tornitror seinen Kopf zur Seite, öffnete sie Augen und blickte in das tränen verschmierte Gesicht seiner Prophetin, das sich nur wenige Zentimeter von seinem eigenen entfernt befand, heisser Atem aus seinen Wangen und das Schluchzend so grauenhaft laut. „Ihr lebt!“, rief das Mädchen zwischen zwei erstickten Schluchzern, wobei sich ihre Augen weiteten und sie ihm sanft, beinahe zärtlich, mit ihrer Hand über die Stirn strich. Dann bemerkte sie, was sie gerade tat und zuckte beschämt und mit Verlegenheitsröte im Gesicht zurück, während die Finger zu dem Amulett wanderten, dessen prickelnde Blitze sie beruhigten. Tornitror versuchte ein Lächeln aufzusetzen, um die Fassade des gutmütigen Gottes aufrecht zu erhalten, aber es kam nur ein verkniffenes Zähnefletschen dabei heraus, das Furcht in Fara aufsteigen liess, weswegen er die Lippen wieder schloss und sich darauf konzentrierte, Herr über diesen fleischigen Sack zu werden, der nun sein Körper war. Es kostete ihn weitaus mehr Mühe, als er befürchtet hatte, um sich nur schon auf den Rücken zu drehen, damit er nicht weiterhin sein zerrissenes Ohr im Dreck reiben liess, aber mit der Hilfe seiner Prophetin, die er nur widerwillig annahm, schafft er es doch und konnte dabei einen Blick auf Nagash erhaschen, die sich auf den Jungen stützend zu ihm begab. „Will sie es zu Ende bringen?“, war der erste, erschrockene Gedanke, der wie Eiskaltes Wasser sein Rückgrat hinunter rann, bis er sich in Erinnerung rief, weswegen er sich in genau dieser verfluchten Lage befand, was ihm trotz aller Schmerzen ein grimmiges Lächeln entlockte. Oh ja, sie hatten gefochten, die Nekromantin und er, und das Chaos hatte sie wie gemeine Hunde voneinander getrennt und mit dem Stock windelweich geprügelt, um klar zu stellen, wer der Herr war, trotzdem war es ein guter Kampf gewesen. Er hörte, wie Nagash ihre Hilfe anbot, konnte sich die Entrüstung in Faras Gesicht genau vorstellen, die verschränkten Arme, die gerunzelte Stirn, aber die Sorge um ihren Gott schien schwerer zu wiegen, als ihre Verachtung gegenüber der Untoten, denn sie schwieg tatsächlich und liess sie das Angebot vollständig aussprechen.
Das Mädchen betrachtete Nagash mit gemischten Gefühlen, in ihrem Blick lagen Zorn und Verachtung, aber auch der schwache Funken der Hoffnung, dass sie wirklich die Wunden ihres Gottes verschwinden lassen konnte. Ihrem Bruder warf sie nur einen vernichtenden Blick zu, weil er sich an den Körper dieses Monsters schmiegte und sie sehr wohl bemerkt hatte, dass er es insgeheim genoss. „Schwört, dass ihr ihn nicht Schaden werdet“, forderte das Mädchen trotzig, aber ihre Hände spielten mit dem Amulett und sie war schon ein wenig zur Seite getreten, damit Nagash Platz hatte, sich über den Körper ihres Gottes beugen zu können. Dann erklang die krächzende Stimme Tornitrors, der mit äusserster Anstrengung Silbe an Silbe legte, um Worte zu formen: „Gib..Amulett..Fara.“ Das Mädchen umklammerte den erwähnten Gegenstand eisern, als sie die Worte vernahm und starrte ihrem Herrn in die Augen, der ohne zu blinzeln zurück starrte und dann kaum merklich nickte, wobei er mit seinen Augen langsam zu der Nekromantin hinüber wanderte. Fara war für einen kurzen Moment gewillt, die Bitte ihres Gottes auszuschlagen, denn sie verstand nicht, wieso Nagash das Amulett verdiente oder war dies eine Bestrafung, die Gedanken rasten, doch der Gehorsam, eingeimpft durch jahrelange Huldigung, obsiegte und mit zittrigen Händen reichte sie dem Scheusal ihr Artefakt, wobei sie es vermied, ihr dabei in die Augen zu sehen. „Nutze...Energie..Heilung“, keuchte Tornitror, wobei das letzte Wort nur noch geflüstert über die Lippen kam und er inständig hoffte, dass Nagash verstand, was er verlangte und dass der Funke Teil von ihm selbst war, Teil der alten Urkraft des Blitzes, gespeichert in einer funkelnden Kugel.
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Badskull
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Re: Die Achse des Bösen - Auferstehung

Beitrag #24 von Badskull » 28.12.2016 18:06

Oh... die Ironie dieser Situation... Tornitror, so gebrochen, kaum in der Lage sich zu rühren... das Entsetzen seiner kleinen Prophetin, die ihren Gott so gebrochen sah... Und sie konnte daran nicht mal Freude empfinden, da sie mindestens genauso mitgenommen war von ihrem kleinen Zweikampf wie er selbst. Ihr Körper war ein Wrack, beinahe so primitiv wie die beiden Menschen, all die sorgfältig ausgewählten Mutationen, die Abstimmungen, Anpassungen und Verbesserungen... weg. Zurückgeblieben war dieser Klumpen Fleisch... wenigstens war er noch ansehnlich, auch wenn die Arua des Nocturalen fehlte... welche dem ganzen noch einen eigenen Glanz verliehen hatte. All diese Eigenheiten wieder zu erlangen brauchte Zeit, Material und Ausrüstung, die sie nicht mehr hatte... Ein Jammer...

Aber dennoch waren sie noch am Leben. Nicht alles war verloren und vergangen und so wirdig die Umstände auch wirkten... Noch hatten sie eine Chance dieses Mal los zu werden, noch konnte Alurir auferstehen. Und jetzt, wo nicht mehr blinder Stolz und gleißende Wut sie beherrschten, schämte sie sich beinahe dafür Alurirs Auferstehung aufs spiel gesetzt zu haben... Sie war froh das Hauptsächlich Axa die Diskussion übernahm mit der kleinen Prophetin... und auch das Tornitror wohl begriff das sie nur gemeinsam aus dieser Lage herauskommen würden. Nagash war mittlerweile ganz von Axa abhängig, sie hatte ein paar Mal versucht sich von ihm zu lösen, doch ihre Beine knickten ständig ein und Axa musst sie fast auffangen.

"Versprecht ihm nichts zuleide zu tun..." Nagash hob erschöpft die Augen und blickte sie an. Hundert, wenn nicht tausende an bissigen Bemerkungen sammelten sich auf ihrer Zunge, wie eine Meute hungriger Wölfe die sich um das vorrecht stritten ausgesprochen werden zu dürfen... und nicht eine davon brachte sie zu Tage. Sie krächzte leise und nickte "Ich verspreche es..." meinte sie und schluckte tief, Axa hielt sie wieder etwas höher und sie seufzte. Tornitrors Worte hatte sie kaum verstehen können, doch als Fara ihr das Amulett überreichte, hob sie eine Augenbraue. Sie hatte sie schon bemerkt, aber es nicht der Mühe wert erachtet herauszufinden was genau sie darstellen sollten... doch "Kraft" verstand auch sie. Und so griff sie um die Kugel, und fühlte das kribbeln auf ihrer Handfläche... Fast hätte sie die Kugel verloren und in den Dreck fallen lassen, doch es wirkte belebend... anregend. Kein Wunder das Fara damals so viele wie nur irgendwie möglich haben wollte... Nagash bedeutete Axa sie abzusetzen, und sie kniete etwa auf Bauchhöhe von Tornitror, schräg zu ihm und betrachtete die Kugel... Sie hob die zweite Hand, und legte beide darüber, fühlte die Energie welche durch das Gefängnis dieser Kugel peitschte. Ihre eigenen Kräfte waren kaum noch vorhanden, doch sie streckte sich geistig nach der Kugel aus... verband ihre Kräfte mit der ungestümen Energie im Inneren... und keuchte laut auf, als der Schlag auf sie überging. DIe Kugel war erloschen, doch Nagash Körper zitterte unkontrolliert, es dauerte viel länger als gewöhnlich bis ihr Körper überhaupt Kraft absorbieren konnte, eine weitere Mutation die es nicht überstanden hatte... Ihre Zähne klapperten, ihre Finger schlossen sich unkontrolliert um die Kugel... bis es vorbei war, und sie laut durchatmete. Dieser Schlag hatte tatsächlich etwas belebendes gehabt, und als sie die Augen aufschlug, fühlte sie sich schon viel besser "Danke..." meinte sie und betrachtete sich nochmals das Ausmaß des Schadens, ehe sie sich ans Werk machte.

Blaue Flammen, die um ihre Finger tanzten... ihre Berrührung wirkte seltsam, nicht wie normales Feuer welches wärme ausstrahlte. Nicht heiß, aber als ob Kraft von ihnen ausgehen würde. Vor allem für jemanden der bis jetzt keinen Körper gehabt hatte musste es seltsam sein, die Finger die fast schon zärtlich seine Seite hinab strichen... Nagash, welche sehr leise, fast flüsternd begonnen hatte zu singen... und das ziehen der Wunde, wie sie sich spannte, Haut sich zusammenfügte und nahtlos verband. Das Fleischweben tat seinen Zweck, der Blutfluss versiegte, als sie über seinen Rücken strich, und hinter ihren Fingern das blaue Feuer die Wunde fraß. Zuletzt blickte sie ihm tief in die Augen, beugte sich über ihn und zögerte kurz... eigentlich hätte sie ihn lieber erwürgt als wieder zusammen geflickt, doch ihr Schicksal war nun verbunden, was man ihr schmerzhaft bewusst gemacht hatte "Ich habe dir vorhin Friede angeboten. Das Angebot steht noch. Wir regeln unseren Zwist, sobald wir das Mal los sind, einverstanden?" sagte sie und strich über sein blutiges Ohr, welches von blauen Flammen eingehüllt wurde. Es war ein leicht warmes, stechendes Gefühl als aus Blut Haut wurde, und aus der Haut sich das Ohr wieder formte. Das was sie von den anderen Wunden übrig gehabt hatte auf ihren Fingern, hatte sie für das Ohr eingesetzt... und zuletzt legte sie die Finger auf seine Schläfe. Der Funke war fast aufgebraucht, dennoch schloss sie die Augen und konzentrierte sich. Ein wohltuender Strom aus Energie würde von ihren Fingern aus zurück zu ihm fließen, die übrige Kraft des Funken... Schlussendlich setzte sie sich wieder zurück und musterte seinen Körper nochmals "Wie fühlst du dich?"
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Kimor
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Re: Die Achse des Bösen - Auferstehung

Beitrag #25 von Kimor » 28.12.2016 18:06

Das Mädchen runzelte skeptisch die Stirn, als sie das Versprechen der Nekromantin vernahm, sich um den geplagten Leib ihres Gottes zu kümmern, doch obwohl sie ein Scheusal, ein blutrünstiges Monster ohne Skrupel zu sein schien, hatte sie ihr Wort gegenüber Fara bisher immer gehalten, so dass das Misstrauen nur bedingt gerechtfertigt war. Faras Augen wanderten über den schlanken, misshandelten Körper Tonitrors, der nur flach atmete und sein Gesicht immer wieder vor Schmerzen verzog, und sie spürte, wie Angst und Ohnmacht wie eiskalte Klauen nach ihrem Herz griffen und sich ein Kloss in ihrem Hals bildete. Sie unterdrückte den immensen Drang zu Weinen, in dem sie ihre Fingernägel in ihre Handfläche bohrte, so dass der scharfe Schmerz durch den Schleier der Hoffnungslosigkeit stach, aber ihre Lippen zitterten trotzdem wie ihre Hände, mit denen sie den Mund verdeckte, damit man beides nicht sah. Was war geschehen? Sie erinnerte sich noch an den Schmerz, der so überwältigend gewesen war, als hätte jemand ihr die Haut bei lebendigem Leibe mit Messer aus Feuer vom Leib geschnitten und da waren Feuer und Blitze gewesen in einem Orkan aus Zerstörung, bevor ihr Geist sich in die Schwärze geflüchtet hatte, wo er all dieses grauenhafte Leid nicht mehr hatte ertragen müssen. Irgendetwas Schlimmes musste geschehen sein, das war dem Mädchen klar, denn ihr Gott blutete geschwächt, ebenso die Nekromantin und vor allem war das Mal der beiden um ein Vielfaches gewachsen, als hätte das Böse noch stärker Besitz ergriffen. Sie konnte sich erklären, wieso Tornitror geschwächt sein musste, schliesslich führte er einen Kreuzzug gegen eben dieses Böse an, dass ihn so schrecklich gezeichnet hatte, aber wieso hatte auch die Nekromantin gelitten, wenn sie doch eine Agentin eben dieser abscheulichen Macht war. Fara konnte sich keine Reim daraus machen und eben sowenig verstand sie, wieso ihr Herr sich nicht selbst heilte, sondern sich von dieser Kreatur anfassen liess, er sogar seiner Prophetin befahl, den Funken zu übergeben, den das Monster dann, zu Faras Entsetzen, auch noch mit den Händen verschlang. Beinahe hätte sie sich nach einem Stein oder irgendetwas umgesehen, mit dem sie Nagash den Schädel einschlagen konnte, aber dann hielt sie das beinahe unmerkliche Kopfschütteln Tornitrors davon ab, der die Mordlust in den Augen seiner Prophetin erkannt hatte. Sein Kräfte liessen nicht mehr zu, also beliess er es dabei und beobachtete mit Sorge, wie das Mädchen sich mit einem verbitterten Gesichtsausdruck von ihm abwandte und aus seinem Blickfeld verschwand. Er wandte daraufhin seinen Blick wieder auf Nagash, die sich anschickte, seine geschundene Hülle wieder zusammenzuflicken, wobei sie die blauen Flammen benutze, die eine angenehme Wärme ausstrahlten, während sie Fleisch miteinander verbanden. Tornitror war schon oft berührt worden, vor allem von schönen Frauen oder Männern, wobei es aber immer um Macht gegangen war, zu zeigen, dass man Diener hatte, die sich um einen kümmerten, aber dies hier war anders, weicher und die zarten Fingerkuppen kribbelten, hinterliessen brennende Striemen auf seiner Haut, die sich nach mehr Berührungen zu verzehren schien. Er spürte Wärme auf seinen Wangen und als Nagash ihm tief in die Augen sah, fühlte er sich seltsam benommen und den Drang, nach ihrer Hand zu greifen, doch ihr Zögern liess dieses Gefühl verschwinden und seine Augen, in die sich ein weicher Ausdruck geschlichen hatte, verhärteten sich wieder, als er sich in Erinnerung rief, dass dieses Wesen für den ganzen Schlamassel verantwortlich war. Ihre vermittelnden Worte prallten erst auf eine Wand aus Hochmut, weswegen sie nicht sofort eine Antwort erhielt, doch dann, als sie mit der Heilung fortfuhr und wieder Wärme durch seine Körper sandte, schmolz auch das Eis und ein wohliges Lächeln legte sich auf sein Gesicht. Zum ersten Mal, sah er die Nekromantin als Ebenbürtige an, konnte auch an ihr die Strapazen wahrnehmen, die sie wegen des Kampfes durchgemacht hatte, die verlorene Vitalität, die Aura des Übermenschlichen, beides fort, so wie Tornitrors eigene Unsterblichkeit im Malstrom des Chaos hinweggefegt. Das letzte Quentchen des Funken sprang in ihn hinüber und durchströmte ihn mit neuer, belebender Kraft, so dass er es schaffte, sich ohne Hilfe aufzurichten, wobei er Nagash dankbar ansah. „Ich fühle mich gerädert, aber nicht mehr völlig zerschunden“, erwiderte er langsam, während seinen Kopf hin und her drehte, so dass sein Nacken hörbar knackte. Seine Kräfte kehrten, angetrieben durch den Funken, schneller zurück als er gedacht hatte, so dass er sich wankend erheben konnte. Dies war ein gewaltiger Fortschritt zu vorhin, wo sein Magen dabei rebelliert und ihn wieder in die Knie gezwungen hatte, was dem Elementarwesen ein erleichtertes Seufzen entlockte, bevor er Nagash die Hand reichte, um ihr ebenso aufzuhelfen, sie vielleicht sogar zu stützen, als Teil des Friedensangebots, wenn sie es denn zulassen würde. Tornitror war zur der Überzeugung gelangt, dass sie diese wahnwitzige Aufgabe so schnell wie möglich meistern mussten und wenn das hiess, seine schlimmste Kritikerin zu unterstützen, wortwörtlich, wenn es sein musste, dann war es eben so. Je schneller sie das Chaos ins Herzen der Ordnung trugen, desto eher würde er diesen Sack aus Fleisch los sein und zu seiner alten Macht gelangen und desto eher konnte er dieser Welt aufzeigen, wer hier der wahre Gott war.

Während Tornitror zusammengeflickt wurde, hatte Fara nachdenklich nach ihrem Holzstab und dessen Goldstab gesucht, damit sie nicht sinnlos herumstand. Ihre Gedanken kreisten noch immer um die Tatsache, dass sich ihr Gott und das Scheusal, die wie Feuer und Wasser gewesen waren, sich nun zu verstehen schienen, was nach Tornitrors Erklärung zum Mal keinerlei Sinn ergab. Vielleicht hatte Axa doch Recht, vielleicht hatte ihr Herr gelogen, aber wieso sollte er es nötig befinden, die Unwahrheit zu sagen? Sie fand ihren Holzstock nur einige Meter vom Ort ihrer Ohnmacht entfernt, Tornitrors Stock zu finden war ungemein schwerer, aber das Mädchen fand ihn am Rande des Waldes, wo er sich im Unterholz verfangen hatte und friedlich vor sich hin glänzte. Das Metall war kalt in ihrer Hand, doch die prunkvollen Verzierungen liessen das Mädchen staunen, vor allem, weil ihr erst jetzt auffiel, dass der gesamte Stab aus dem wertvollen Material gefertigt war und nicht nur überzogen, wie sie gedacht hatte. Bei ihrer Rückkehr stellte sie fest, dass Tornitror sich mit der Nekromantin zur Feuerstelle der Elfe begab und mit einem Winken auch seine Prophetin aufforderte, dazuzustossen. Fara ging in einen schnelleren Laufschritt über, wobei sie die Stäbe als Stützte benutzte, da sie noch immer ein wenig schwach auf den Beinen war. Sie erreichte das Feuer nur ein wenig später als die anderen und hörte noch, wie Tornitror die Elfe fragte, wo sich das Herz der Ordnung befand.

Die Flammen fraßen sich knisternd durch das Holz, zersetzten es Faser für Faser und übergaben es den Funken, welche immer wieder aufstoben wenn es besonders laut knackte... Es zauberte nicht nur einen angenehmen Schein auf den kleinen Platz, auch Wärme auf die geschundenen, verwirrten Gesichter. Um nichts weniger verwirrt war die Elfe selbst. Ihr Leben war mittlerweile schon zweimal komplett auf den Kopf gestellt worden, und noch immer war sie sich nicht sicher wem sie trauen sollte... Sie fürchtete Tornitror erst, doch als sie sah das er selbst auch unter der chaotischen Geißel litt... schwand ihr Hass auf ihn. Sie war eine Nal'darim. Eine Hüterin der alten Welt... und manchmal galt es sich selbst hinter das Schicksal so vieler zurückzustellen... Sie schreckte auf als Tornitror sie ansprach. Seine Wunden waren verschwunden, sie vermutete das die Hexe damit etwas zu tun hatte. Doch im Gegensatz zu ihrem bitteren Kampf vorhin, einem Wirbel aus Blut, Blitzen und Feuer... wirkten sie jetzt fast kameradschaftlich... nein, das wäre vielleicht übertrieben. Sie waren beide wie getretene Hunde, die verstanden hatten das der Feind der Stiefel war, nicht etwa der jeweils andere "Das Herz der Ordnung?" Ihre stimme krächzte leise, sie fühlte noch die Nachwehen von Tornitrors Behandlung, manchmal zuckten ihre Glieder noch unkontrolliert "Ihr meint das Joch das über uns allen hängt? Die Stadt Insemetra?" Die Elfe überlegte kurz, wog ab was sie sagen sollte "Gen Norden. Mehrere Tage Fußmarsch..." sprach sie vorsichtig und langsam, blickte abwechselnd zwischen den beiden hin und her... Ihr brannten viele Fragen auf der Zunge, doch auf die Gefahr hin jene doch noch zu verlieren, schluckte sie jene lieber hinab als sie auszusprechen.

Tornitror hatte seit der Folter keinen weiteren Gedanken an die Elfe verschwendet, war sie doch nur ein Prüfstein für seine Prophetin gewesen, doch sie wusste von ihnen allen wahrscheinlich am Meisten über diese Welt, denn sie sah nach einer Rebellin aus und es gab nur eine Macht, gegen die man rebellieren konnte. „Unsere Aufgabe ist es, das Chaos ins Herz der Ordnung zu tragen“, stellte er nüchtern fest, während er versuchte, Nagashs warmen Körper zu ignorieren, der an seiner Flanke brannt, „und der kürzeste Weg wäre, direkt nach Insemetra zu gehen.“ Er blickte in die Runde, suchte nach Zustimmung, doch die Elfe schien sich noch immer zu fürchten, so dass sie nicht ihre wahre Meinung von sich gab und Fara warf ihm einen bitterbösen Blick zu, als sie die beien so eng umschlungen vor sich sah. „Ich habe nur von Insemetra gehört, mein Vater hat davon gesprochen, vom Zentrum der Heiden, die sich an Regeln einer vertrockneten Sache klammern“, erklärte das Mädchen, wobei sie ihren Blick nicht von Tornitror und Nagash nahm und vor allem letztere am Liebsten tot umfallen hätte sehen wollen.

Die Nekromantin war noch immer ausgezehrt... der Funke war zwar genug gewesen um ihr wieder etwas Leben einzuhauchen, doch so wohl er auch getan hatte, so schnell schien er wieder verschwunden zu sein. Sie hatte in die Flammen geblickt aus ihren giftgrünen Augen, müde... aber in Gedanken. Axas Herz schlug bereits wieder ziemlich kräftig, doch wollte sie seine Lebenskraft nicht erneut für ihre Zwecke missbrauchen... noch nicht. Die Erklärungen hatte sie verstanden, und so ungern sie es zugab... Tornitror hatte Recht. So wie sich das Mal anfühlte, hatten sie nicht mehr ewig Zeit... "Ich habe keine Ahnung von Insemetra. Bis vor kurzem war ich noch in meine Ruhestätte gebettet, und hätte erwartet das meine Brüder und Schwester mich wecken. Die Stadt gab es noch nicht als ich zuletzt auf dieser Erde wandelte..." Sie hätte nun viel gegeben für einen Happen zu Essen... Als sie Tornitror von der Seite musterte, wurde ihr bewusst das es ihm wohl nun gleich gehen musste... was auch immer er im Magen gehabt hatte, versickerte nicht unweit von ihrem Lagerplatz gerade in der Erde. Ob er sich dessen überhaupt bewusst war? "Ich stimme dir zu Tornitror. Je schneller wir diesen Auftrag erfüllt haben und unsere Zeichnung los sind, umso schneller werde ich euch in Frieden lassen"* dabei ruhte ihr Blick auf Fara, nicht feindselig jedoch... nur müde* "Und umso schneller
kannst du wieder zu deiner Göttlichkeit aufsteigen..." Ihr war bewusst das sie gerade Faras Irrglauben in die Hände spielte. Axa hatte beide Augenbrauen gehoben, er wurde nicht ganz schlau aus Nagash... doch im Grunde hatte sie ihm gesagt er müsse die Antwort selbst finden... vielleicht durfte er auch ihr nicht alles glauben? Ihr selbst war bewusst das sie eigentlich nicht seine Geschichte bestätigen sollte... doch um den Frieden willen den sie nun bitter nötig hatten? Später, ohne das Mal und im Vollbesitz ihrer Kräfte, mit ihren auferstandenen Brüdern und Schwestern wäre noch genug Zeit reinen Tisch zu machen... "Wie fühlst du dich, Tornitror?"* sprach sie dann und musterte nochmals seine Gestalt. Wenigstens hatte das Chaos ihm einen hübschen Körper beschert...*


Mit Verwunderung vernahm das Elementarwesen, wie Nagash von seiner Rückkehr zur Göttlichkeit sprach und blickte sie irritiert an, versuchte von der Seite zu erkennen, ob sie scherzte oder sarkastisch das Gesicht verzog, aber als er Faras ungläubige Miene bemerkte, wurde ihm klar, dass die Nekromantin für ihn log. Er spürte ein warmes Gefühl in der Brust und Dankbarkeit, auch wenn er sich sicher war, dass er auf irgendeine Weise dafür bezahlen musste. „Dann ist es also entschieden, dass wir direkt ins Herz des Reiches stechen“, schloss er aus Nagashs Zustimmung und lächelte grimmig, als ihm bewusst wurde, dass sie vorhatten, sich in die Höhle des Löwen zu begeben und das in ihrem Zustand. Doch je länger sie warteten, desto eher könnte es zu einem erneuten Wutausbruch des Chaos kommen und das war das Letzte, was Tornitror wollte, nun da er eine weitere Kostprobe von der immensen Macht abbekommen hatte. Ein wenig überrascht von der Fürsorge der Nekromantin, wollte er zuerst eine schnippische Antwort geben, aber es lag ernste Sorge in ihren Worten, so dass er den bereits geöffneten Mund schloss und sich auf seinen Körper konzentrierte. Da waren Echos von Schmerz, pulsierende Punkte, die noch empfindlich zu sein schienen, aber auch Wärme und ein Kribbeln, wo Nagashs Haut an seiner lag und dann war da ein dumpfes Ziehen in seinem Magen, wahrscheinlich Hunger, obwohl ihm dieses Gefühl neu war. „Ich fühle Vieles“, erwiderte er und konnte ein verschmitztes Grinsen nicht unterdrücken, als er Nagash ansah, bevor er sich fing und ernster fortfuhr, „aber ich glaube meine sterbliche Hülle verlangt nach Nahrung.“ Gierig betrachtete er das Fleisch, welches die Elfin vom Feuer genommen hatte und dessen herrlicher Duft ihm das Wasser im Mund zusammenlaufen liess. Er schickte sich an, sich im Schneidersitz hinzusetzen, doch dann fiel ihm auf, dass Nagash noch geschwächt war, weswegen er ihr galant anbot, ihr zu helfen, ebenfalls Platz zu nehmen, falls sie das gleiche Bedürfnis nach Fleisch verspürte wie er. „Reicht mir bitte ein Stück“, bat er die Elfe, die noch immer kein weiteres Wort zu ihrem Plan gesagt hatte und der Bitte zögerlich nachkam.
Während Tornitror sich den niederen Gelüsten hingab, schwankte seine Prophetin am Rande einer Klippe, denn das Bild, welches sich ihr bot, wie ihr Herr mit diesem Scheusal umging, spottete allem, was ihr von ihm erzählt wurde. Fara versuchte krampfhaft zu verstehen, welche Farce hier gespielt wurde, hoffte inständig, dass Tornitror sich erhob und mit einem Lächeln die Nektromanin vom Erdboden fegte, aber er schien wie ausgewechselt zu sein und sie stellte fest, dass dies auch ihrem Bruder aufgefallen war. Sie spürte Zorn und Frustration in sich aufsteigen, aber sie konnte diese Gefühle nicht rauslassen, ohne eine Szene zu veranstalten und ausserdem knurrte auch ihr eigener Magen und verlangte nachdrücklich danach, verköstigt zu werden. Mit einem abfälligen Schnauben kniete sich das Mädchen hin und verlangte barsch auch nach einem Stück, mit dem sie mit ihren Zähnen zumindest ein kleines Ventil fand, um dem Ärger Luft zu verschaffen. „Werdet ihr uns den Weg weisen, Elfin?“, erkundigte sich das Mädchen zwischen zwei Bissen, denn sie selbst würde den Weg nicht weisen können.

Nagash war mehr als nur dankbar für seine Hilfe... Sie hätte es nicht gewagt ihn darum zu bitten, und Axa saß näher bei seiner Schwester... Als er ihr half sich zu setzen, ließ sie sogar ein ehrliches "Danke" ertönen, und lehnte sich an ihn zur Stütze. Sie wusste das dies nicht gut war was Farah anging, doch noch schlechter wäre es wenn sie umkippen würde... Rast und Ruhe... und ebenso ein guter Brocken Fleisch war was sie nun brauchte. Nicht ganz damenhaft grub sie ihre ZÄhne in das Fleisch, und bemerkte erneut das ihr Körper nicht mehr der selbe war. Das Fleisch war lecker, ohne Frage, doch verglichen mit Blut war es so... kraftlos, unnötig viel Nebenprodukte. Sie schluckte und leckte sich die Lippen sauber vom bratensaft. Andererseits kam es ihr auch zu Gute, denn ihr "neuer" Körper brauchte kaum die Energie welche es bedurft hatte ihre Organe intakt zu halten, den Nocturalen zu bändigen und ihre Sinne zu schärfen... Sie aß schweigend weiter an ihrer Mahlzeit...
Axa fühlte sich fehl am Platz... zu seiner Linken Nagash und Tornitror, welche sich erst aufs Blut gekämpft hatten und nun aneinander gelehnt dasaßen... Zum einen Verstand er einfach nicht ganz, woher dieser Umschwung plötzlich kam... und zum anderen konnte er nicht verleugnen das er Neid empfand... Neid auf diesen "Gott" der so nahe seiner Patronin sein durfte. Er hatte es nicht gewagt sich ihr so zu nähern, abgesehen davon als er sie trug, doch er hatte dieses... Vergnügen?... sicherlich noch weniger verdient. Wenn Axa dann zu seiner rechten sah, saß dort seine Schwester, für die er noch immer ein Monster war, und welche so wütend es nur ging ihr Fleisch zerbiss und verspeiste. Und die Elfe? Jene blickte ungefähr so wie er selbst, hielt niemandes Blick lange stand und freute sich wohl, das man nicht mit ihrer Torur fortfuhr. Und so war auch Axa, zwar glücklich, aber verdammt dazu seinen Anteil an der Malzeit zu verzehren...
DIe Elfe hob den Kopf als sie angesprochen wurde und zögerte mit ihrer Antwort. So viele Dinge die sich widersprachen. Mit absoluter Sicherheit wollte sie das Chaos nicht unterstützten... Noch weniger wollte sie erneut den Stab und die Stromschläge auf ihrer Brust fühlen, wie sie ihren Körper durchpeitschen und Schmerzen erweckten, zu denen sie nie geglaubt hätte fähig zu sein... aber letzendlich, das zünglein an der Waage war wohl die Tatsache das sie gegen die Ordnung vorgehen wollten, weswegen sie erst in die Wälder geflohen war. Und so nickte sie. "Ich werde euch führen so gut ich kann" Das ihre Loyalität nicht unbedingt gefestigt war, hörte man nicht nur aus ihrer Stimme, wenn man etwas Grips hatte, war es selbsterklärend wohl...
Greise glauben alles, Männer bezweifeln alles, Junge wissen alles.
- Oscar Wilde

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Badskull
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Re: Die Achse des Bösen - Auferstehung

Beitrag #26 von Badskull » 29.12.2016 23:14

So nutzlos es ihr auch vogekommen war das gebratene Fleisch hinabzuschlingen, im Gegensatz zu dem sonst so köstlich und energiereichem Blut, sie fühlte alsbald as ihr Körper daraus neue Kraft schöpfte. Ihr Magen war voll, und sie hatte ihre Hände darum geschlungen, blieb weiter an Tornitror gelehnt und hatte sogar den Kopf zurück auf seine Schulter gelegt um es sich bequem zu machen. Die Elfe war noch immer nervös, blickte scheu zwischen den Anwesenden hin und her. Axa hatte anfangen mit einem Stock in der Glut herum zu stochern, verkohlte Holzstücke aufzuspießen und wo anders wieder fallen zu lassen, auf das sie erneut in Flammen aufgingen... und Fara wohl war in eine Zwispalt an Freude daran, das es ihrem Herren gut ging, und abscheu ihr gegenüber das sie so nah ihrem Herren war. Auch wenn weder Nagash, noch Tornitror Zeit vergeuden wollten, so konnten sie nicht auf diese Pause verzichten. Sie konnten sich beide kaum auf den Beinen halten erst, doch bald fühlten sie sich zumindest kräftig genug um den Marsch anzutreten. Die Elfe hatte die Führung übernommen, wie sie es versprochen hatte. Zwar hatte sie traurig noch zu dem Fleck hingeblickt an dem ihre Kameraden gestorben waren, doch nichts war von ihnen übrig geblieben, Nagash hatte sie als Energiespeicher gegen Tornitror verzehrt gehabt, mit Haut und Haar, und mehr als ein paar fast verstaubte Knochen war nicht übrig geblieben. Nichts das man hätte begraben oder bestatten können. Ihre Augen waren leicht gerötet, sie hatte verzweifelt geseufzt... Ehe sie sich sammeln konnte und eine steinerne Leere Maske ihr Gesicht ersetzte. Erst langsam und kraftlos, doch bald schon zielstrebig und gefestigt trat sie den Weg an. Nagash hatte sich von Tornitror gelöst und folgte der Elfe, ein Umstand der Fara sehr zu pass kam, welche nun ihrerseits Tornitrors Nähe suchte. Sie hatten noch einiges an Tageslicht übrig... Und würden es nicht mal verbraucht haben, als sie das nächste Mal halt gemacht hatten.

Auch wenn Tornitror und Nagash sich nicht mehr bissige Bemerkungen zuwarfen und versuchten den jweils anderen bloß zu stellen, so hatten sie doch mit etwas Abstand den Weg angetreten. Axa hatte mit Nagash gesprochen während des Weges, doch waren es eher unwichtige Themen gewesen, die Nähe zu FArah und Tornitror hielten seine Zunge davon ab die wirklich interessanten Fragen zu stellen. Nagashs Blick lag auf der Elfe und dem Weg vorhin. Es war beeindruckend, das sie selbst durch all das Dickicht hindurch genau wusste wohin sie wollte. Als würde sie nicht dem Weg folgen, sondern den Zeichen des Waldes... Die Elfen hatten schon existiert als Alurir in seiner Blüte stand, doch waren auch die Elfen damals von ihren Göttern gegen sie aufgehetzt worden. Besonders in ihrem Stolz gekränkt, da Alurir das ewige Leben recht schnell für sich entdeckt hatte, waren die Elfen damals mehr als gewillt gewesen gegen sie vorzugehen... Viel Zeit war vergangen, früher hatten die Elfen noch anders ausgesehen. Etwas edler und... reiner. Nagash musste schmunzeln, vermutlich hatte sich Menschenblut in ihre Adern gemischt über die Zeit... Axa hatte ihr einen fragenden Blick zugeworfen, welchen sie mit einem Kopfschütteln wieder abtat. Tatsächlich hatte die Elfe sie bald auf einen befestigten Weg hingeführt, dem sie dann folgten. Die Anspannung in der Elfe war gewachsen, und sie blieb mehr als einmal stehen um zu lauschen... Früher hatte Nagash sie übertrumpft in dieser Fähigkeit, doch nun hörte jene Sachen viel früher als sie. Ihr Verlust wurde ihr immer wieder, in so kleinen Details schmerzlich bewusst... doch ein Blick gen Tornitror machte ihr klar, das sie nicht die einzige war die so dachte...

Bis hin zum Waldesrand hatte die Elfe sie geführt, und war dann stehen geblieben. Vor ihnen weite Felder, frisch bestellt und mit Saatgut versehen, wenn man den Vogelscheuchen trauen konnte, welche drohend und ebenso leblos über die Felder wachten. Ein Weg führte durch die Felder hindurch, hin zu einem Dorf. Rauch wölbte sich aus den Schornsteinen, dem leicht bewölkten HImmel entgegen. Gemächlich drehte sich das Rad der Windmühle in der Briese. Menschen waren selbst von hier aus ersichtlich, wie sie ihrem Tagwerk nachgingen, sowie eine Kutsche, welche sich gen Norden aufmachte... Nagash hatte die Umgebung erst schnell betrachtet, ehe ihr Blick zur Elfe hin wanderte "Warum halten wir?" fragte sie und verschränkte die Arme unter der vollen Brust. Das Gesicht der Elfe war etwas nervös und schuldbewusst, ehe sie seufzte und sich zu ihnen herumdrehte "Der Weg führt nach Norden, durch dieses Dorf hindurch. Wenn ich mich dort allerdings blicken lasse, werden wir Ärger bekommen" meinte sie kleinlaut. Nagash hob eine Augenbraue "Wir sind Rebellen... wir haben dieses Dorf öfter geplündert..." Nagash nickte. "Verstehe... Nun?" Ihr blick ging auch gen Tornitror. "Wir können das Dorf umrunden... oder wir gehen ohne sie" Nur fraglich war, ob die Elfe danach überhaupt noch hier war...

Tornitror betrachtete die Idylle vor sich, die kleinen Felder, die geschäftigen Menschen und ein abfälliges Lächeln formte sich, das aber schnell verschwand, als er sich bewusst machte, dass er im Moment nicht besser als diese Kreaturen war. Seine Füsse schmerzten, der Fleischsack, der nun sein Körper war, liess ihn seinen Unmut über die Anstrengung durch schmerzhaftes Pochen in den Glieder spüren, und er verspürte erneut Hunger, als könnte er nicht einmal einen halben Tag ohne was zu essen auskommen. Wie machten die Sterblichen das nur, fragte er sich nicht zum ersten Mal, aber es war müssig, darüber weiter nachzudenken, nun da Nagash ihn um seine Meinung bat. Seine Augen suchten di der Elfe, die es aber vermied, sich seinem Blick zu stellen, so dass er nur herablassend schnaubte, bevor er sich zurück an die Nekromantin wandte. „Wir brauchen Proviant und bessere Kleidung“, stellte er widerwillig fest, wobei er nicht nur seine eigene dürftige Ausstattung miteinschloss, sondern auch Nagashs eher schlecht sitzende Kleidung und die des Geschwisterpaars, das auch schon bessere Zeiten gesehen hatte. „Ich denke, wir sollten hinein gehen und die Elfin mitnehmen, lass sie als unsere Skla..“, er räusperte sich, sah für einen Moment Fara an, die mit einem besorgten Ausdruck antwortet, bevor er weitersprach, „Gefangene mitkommen. Dadurch ist sie vor dem Zorn der Bauern geschützt und kann weiterhin als Führerin fungieren.“ Fara runzelte die Stirn und warf ein, dass die Elfin bei ihr in der Schuld stand und daher keine Gefangene, sondern ihr Mündel sei. Sie schien nicht zu verstehen, dass sie ihren Schützling nicht vor einer Gruppe wütender Einwohner würde schützen können, aber ihre Entschlossenheit gefiel dem Elementarwesen.

Nagash nickte nachdenklich... auf die Möglichkeit war sie gar nicht gekommen. Alurir hatte kaum je Gefangene genommen, meist waren jene mehr oder weniger freiwillig mit ihnen gekommen, waren sie erst wiedererweckt worden... Sie blickte zu der Elfe hin, welche bleich wurde, doch zu Widerspruch war sie nicht in der Lage... sie vermutete das Schmerz sie sonst gefügig machen würde, und dabei hatet sie vermutlich sogar Recht. Und so zog sie den Gürtel aus ihrer Gewandung, welche auch ohne jenen auskam und würde zu der Elfe hin gehen "Hände" meinte sie barsch, und die Elfe legte sie hinter ihrem Rücken zusammen, worauf hin Nagash sie eng umschloss "Zieh dran..." Die Elfe versuchte es, keuchte leise da das feine LEder in ihre HAndgelenke drückte und schüttelte den Kopf. Nagash war zufrieden und blickte auf das andere Ende des langen, kunstvollen Gurtes des Elfengewandes... zwar war ihre KLeidung nun etwas luftiger, doch wenn ihr Plan aufging würde sie jene nicht mehr lange tragen müssen... hoffentlich... "Willst du, Tornitror?" meinte sie mit leichtem Schmunzeln und deutete auf das Ende des Gürtels "Obwohl, das mache besser ich..." Es würde seiner Rolle wohl schaden, vor allem wenn sie an Farah dachte... und daran das sie gerade nicht gerade glücklich gewirkt hatte...

Fara verfolgte erschüttert, wie die Nekromantin einfach zu ihrem Schützling ging und sie fesselte, als wäre sie nur ein Ding und keine Lebewesen, was Wut in ihr aufkochen liess. Es schien, als hätte ein Teil von ihr nur darauf gewartet, dass Nagash einen Fehler machte oder einen Fehltritt tat, den sie ausnutzen konnte, so dass sie ihren Prophetenstab fester umklammerte und der Nekromantin in den Weg trat, wobeo sie ihr Holzartefakt wie zum Schlag bereit mit beiden Händen festhielt. „Lasst. Sie. Sofort. Frei“, sprach sie langsam, mit vor Zorn funkelnden Augen, bevor sie die Hand ausstreckte, sollte die Nekromantin ihr die Elfe übergeben wollen. Tornitror grinste amüsiert über den plötzlichen Ausbruch von Nächstenliebe, aber gleichzeitig wurde ihm das Dilemma bewusst, in dem er nun sass. Während der Reise hatte er kaum Gelegenheit gehabt, Fara über die neusten Entwicklungen aufzuklären, sie in weitere Lügen zu spinnen, um das entspannte Verhältnis zwischen ihm und der Totenbeschwörerin zu erklären und nun zwang ihn das zerbrechliche Bündnis beinahe, sich gegen seine Prophetin zu stellen. „Fara, wie gedenkst du die Elfin zu beschützen, wenn sie nicht als Gefangene ins Dorf mitkommen soll?“, fragte er sie deswegen mit einem vorwurfsvollen Unterton, damit sie selber einsah, dass es nur diese Möglichkeit gab.
Das Mädchen biss sich auf die Unterlippe, während sie nachzudenken schien, aber die Nekromantin nicht aus den Augen liess. Sie wollte ihr Mündel nicht in dieser Situation sehen, sie sollte nicht weiter gedemütigt werden, nicht solange Fara in der Nähe war, aber sie konnte sich auch nicht vor Schaden bewahren. „Ich.. ich“, formte sie eine Erwiderung, während sie geistesabwesend über das Amulett strich, das sie wieder um den Hals trug, auch wenn die prickelnde Energie darin fehlte. Dann fiel ihr eine Lösung ein: „Ich werde mit ihr um das Dorf herum gehen und euch auf der anderen Seite treffen!“ Tornitror hob nur eine Augenbraue, denn diese Idee war beinahe noch lächerlicher, als Faras Versuch, der Nekromantin Einhalt zu gebieten.

Farah wurde immer lästiger... Nagash mahlte leicht mit den Zähnen und wieder sammelten sich tausend bissige Erwiderungen wie Speichel vor einer genüsslichen Mahlzeit in ihrem Mund, und sie war mehr als versucht sie der Prophetin entgegen zu schleudern... doch dann hätte Tornitror eingreifen müssen... und es nicht können. Vor kurzem wäre ihr das nur mehr als Recht gewesen, hätte sie ihn so doch bloßgestellt... Doch dieses brökelige Bündnis war zu kostbar, zu wichtig um es dafür aufs Spiel zu stellen und so musste sie umdenken... Tornitror musste der gütige Gott bleiben, und so fixierte sie Farah, und ließ sie ihre Wut spüren "Denk nach Mädchen. Obwohl, du musst nichtmal nachdenken, hör auf deinen Herren. Wenn wir sie frei mit in dieses Dorf nehmen, tragen wir vermutlich nur noch ihre Leiche hinaus" Die Elfe sagte zwar nichts, doch nickte sie emsig. Sie hing an ihrem Leben. Faras nächster Vorschlag ließ sie kurz gedanklich inne halten... An sich würde das nicht nur heißen das sie zumindest eine kurze Pause vor Fara hätte, sondern auch das Problem mit ihrer Führerin lösen würde, solange Fara wirklich auf sie aufpasste... Aber dennoch war das Risiko zu groß, würde den beiden irgendetwas zustoßen, oder eine Splitergruppe der Rebellen sie finden... "Das ist löblich von dir, aber ebenso Unsinn Fara" meinte sie nur "Was wenn sie euch beide antreffen, wie willst du erklären die Rebellenführerin gefangen genommen zu haben? Was wenn ihr auf Räuber trefft? Außerdem brauchen wir neue Kleidung für dich, und etwas unauffälligeres für sie, damit uns das Problem nicht ewig verfolgt. Ihr kommt mit..." Die einzige, für sie wirklich logische Lösung... Dennoch merkte sie das sie sich nun gegen Fara stellte. Und egal was Nagash sagte, sie wusste das Fara alles tun würde um sich dem entgegen zu stellen. Doch es gab etwas dagegen... "... so wie Tornitror es gesagt hat"

Das Mädchen umfasste den Stab stärker, ihre Knöchel traten weiss hervor und Tornitror konnte sehen, wie ihr Körper sich anspannte, um etwas sehr sehr dummes zu tun, weswegen er seine Stimme erhob. „Lass es sein, Mädchen“, bellte er herrisch und zwang die Angesprochene damit, sich auf ihn zu konzentrieren und die Nekromantin kurz zu vergessen.. Er spürte den intensiven Blick des Mädchens, die Verständnislosigkeit, dass sie sich verraten fühlte, aber im Moment war es wichtiger das Dorf als Gruppe zu betreten, als auf die Gefühle eines Einzelnen acht zu geben. „Wir werden das Dorf mit unserer Führerin zusammen betreten, aber“, er neigte seinen Kopf zur Seite und warf der Nekromantin einen entschuldigenden Blick zu, bevor er wieder Fara fokussierte, „du wirst die Elfin führen und sie wird deiner Obhut übergeben.“ Er hoffte damit einen annehmbaren Kompromiss gefunden zu haben, so dass sie sich endlich zur Ruhe legen konnten, denn sein Körper wurde langsam aber sicher müde.
Fara verzog schmollend ihren Mund, musste aber dann kapitulieren, denn die hervorgebrachten Argumente, selbst wenn einige von dem Scheusal stammten, waren stichhaltig und sie konnte sich keine Variante ausdenken, in der sie ihrem Herren versichern konnte, dass sie am anderen Ende der Stadt auf ihn warten würde, schliesslich war die Elfin eine Rebellin gewesen und daher viel stärker als sie selbst. „Na schön“, lenkte sie grummlend ein, forderte dann aber, dass sie, sollten sie in eine Gaststätte einkehren, ein Zimmer mit ihrem Gott teilen wolle und die Elfin sie begleiten würde. Das Elementarwesen nickte nur ohne gross nachzudenken, er war das Gespräch schon leid und bereute erneut, dass er einen Stab aus purem Gold mit sich herumschleppte, der so klobig und schwer war. All diese Kleinigkeiten zehrten an seinen Nerven. „Können wir nun endlich gehen?“, erkundigte er sich genervt und strich sich dabei durchs Haar, wonach er angewidert seine Finger betrachtete, die ölig und schweissig waren. Bei allem was ihm heilig war, er hasste es ein Fleischsack zu sein.
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Kimor
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Re: Die Achse des Bösen - Auferstehung

Beitrag #27 von Kimor » 05.01.2017 02:36

Eon hustete grünlichen Schleim und spuckte ihn dann angewidert aus, während er sich zur Mühle begab, um beim Mahlen und abbinden der Mehlsäcke zu helfen. Er spürte, dass er sich irgendeine Krankheit eingefangen hatte, denn seine Stirn war heiss, die Augen brannten und wenn seinen Oberkörper auf eine gewisse Art verrenkte, stach ein Schmerz wie ein Schwert in seine linke Flanke. Seit seiner feigen Flucht aus dem Wald, wo er seinen Neffen und seine Nichte im Stich gelassen hatte, hatte er wie ein verrückter die Wildnis durchstreift und war vor vier oder fünf Tagen geschwächt in dieses Dorf gestolpert, das die Einwohner Regenic nannten. Hier hatte ein grossherziger Mann namens Jinga, der sich im Nachhinein als der Müller herausstellte, ihn aufgepäppelt, bei sich aufgenommen und Eon dann die Möglichkeit gegeben, seine Grosszügigkeit in der Mühle abzuarbeiten. Dieser hatte dankbar die Gelegenheit ergriffen, sich von seinen Schuldgefühlen abzulenken, die in jeder Minute an ihm nagten, wenn er an das Schicksal dachte, dem er Axa und Fara überlassen hatte. Manchmal blitzten Bilder von Klauen und Blut vor seinen Augen auf, Erinnerungen an das Monster, dass seinen Bruder und seine geliebte Frau zerfetzt hatte, oder der Schlaf brachte ihn zurück in die Höhle, an die Freude und Erregung, als sie noch gedacht hatten, den Herrscher des Lichts auferstehen zu lassen. Eon erwachte jedes Mal schweissgebadet und nach Luft ringend auf seiner Strohmatte, wobei er zu Beginn auch noch gellend Geschrien und seinen Gastgeber und dessen Familie geweckt hatte. Diese dachte, er sei von den grimmigen Elfen überfallen worden, die sich auch schon über das Dorf hergemacht hatten, und er liess sie in diesem Glauben, weil er sich davor fürchtete, was sie über seine schändliche Feigheit denken würde, obwohl er mutmasste, dass sie ihm die Geschichte sowieso nicht glauben würden.
Geschwächt aber bereit zu arbeiten, betrat Eon die Mühle zur selben Zeit, in der seine überlebenden Verwandten das Dorf vom Rande des Waldes aus betrachteten und sich überlegten, wie sie vorgehen sollten. Sein Rücken hatte sich noch nicht daran gewöhnt, die schweren Säcke hoch zu hieven und manchmal zwang in der plötzlich auftauchende Schmerz für mehrere Augenblicke inne zu halten, aber Jinga beschwerte sich nie oder verlangte, dass Eon sich härter ins Zeug legte, sondern bedachte ihn dann nur mit einem verständnisvollen Blick, bevor er ihm alle Zeit der Welt gab, sich zu erholen. Es war diese Art Freundlichkeit wie sich auch Eons Bruder gehabt hatte, still und ohne grosse Gesten, aber doch von unglaublicher Tiefe und so überwand er den Schmerz und die Mühseligkeit jeden Tag aufs neue und versuchte an dem Gedanken festzuhalten, dass die Zeit seine Wunden heilen würde und dass seine Familie beim Herrscher des Lichts weilten. Er ahnte nicht, dass er teilweise damit recht hatte.

Das Elementarwesen rümpfte die Nase, als es, die kleine Schar anführend, den Rand des Dorfes überquerte und nur behäbige Bauern und schlichte Dorfbewohner antraf, die ihn mit verwunderten oder ungläubigen Augen musterten. Meistens gingen die Blicke von Tornitrors goldenem Stab, der alle Aufmerksamkeit auf sich zog, zu seiner schlanken, aber doch majestätischen Gestalt und dann wanderten sie zu den Goldringen und zurück zum Stab. Er konnte regelrecht an ihren Gesichtern mitverfolgen, wie sie sich eine Geschichte zusammenreimten, wie sie versuchten, seinen Reichtum mit seinem Aussehen übereinzustimmen und wenn er nicht diese kratzigen Elfenschuhe und die kaputte Elfenoberbekleidung getragen hätte, dann hätte Tonitror sich in ihrem Erstaunen und dem Ansatz von Ehrfurcht gesonnt. Doch die Tatsache, dass er Blasen an den Füssen hatte, seine Haut, durch den groben Stoff irritiert, zu jucken begann und er kurz davor stand, jedem, der es wagte, ihm irgendeine dumme Frage zu stellen, in Asche zu verwandeln, hinderte ihn daran, diesen Einzug auszukosten. Diese dummen Trampel sahen bestimmt zum ersten Mal einen wahrhaften Gott unter ihresgleichen und wegen des verfluchten Mals konnte nicht einfach die Hälfte der Einwohner in zuckende Leichen verwandeln, um seinen Standpunkt klar zu machen. Nachdem der bleiche Mann mit all dem Gold gemustert worden war, sprang beinahe allen als nächstes die Elfin ins Auge, die gefesselt von einem Mädchen geführt wurde, deren reich verzierter Holzstab eine funkelnde Spitze besass. Viele der Zuschauer zeigten offene ihren Zorn darüber, dass eine vom Schönen Volk, selbst wenn sie sich in Gefangenschaft befand, unter ihnen Weilen durfte, aber weil vielen den Anführer für einen Lord oder Adligen hielten, wagten sie es nicht, Hand an die Gefangene zu legen. Natürlich erntete die Schönheit der Nekromantin neidische, wie auch gefesselte Blicke und nicht wenige Männer sahen den wohlgeformten Brüsten oder dem prallen Hintern nach, auch wenn es sie knuffe oder böse Blicke ihrer Frauen kostete. Es war eher selten, dass eine solche Prozession nach Regenic kam, wobei der Grossteil den jungen Mann übersah, der an der Seite Nagashs ging, weil er auf den ersten Blick so gewöhnlich wirkte und so bildete sich eine kleine Traube neugieriger Menschen, die den Fremden folgten.
Die einzelnen, eher stämmig gebauten Häuser waren, wenn es denn keine Bauernhöfe waren, kreisförmig um einen Platz in der Mitte gebaut worden, wo wahrscheinlich die meisten Waren feil geboten wurden. Alle Gebäude waren aus Holz gefertigt, dass wahrscheinlich von dem Wald stammte, aus dem sie gekommen waren und es gab nur vereinzelt einige Einwohner die ein zusätzliches Stockwerk besassen, wobei es sich, soweit Tornitror beurteilen konnte, um Händler verschiedener Art handelte, die über ihren Geschäften wohnten. In der Mitte des grossen Platzes stand der Dorfbrunnen, Zentrum der Aktivität ihrer Einwohner wie es schien und es war dort, wo der selbst ernannte Gott Halt machte, um sich nach einer Bleibe umzusehen. Natürlich war ihm nicht entgangen, dass sie verfolgt wurden, aber er hatte beschlossen, die Gaffer zu ignorieren, teilweise, weil er sich eine Dreck um sie scherte, aber auch, weil er es von früher gewohnt war, dass sich eine Menge einfand, wenn er sich irgendwo aufhielt. Er wählte das grösste, prachtvollste Haus das er sehen konnte, mit Verzierungen am Dachbalken, einem Tor, vor dem zwei Pförtner postiert waren, und machte einige Schritte darauf zu, bereit sich diese Bleibe zu eigen zu machen, als Faras Stimme ihn inne halten liess. „Zum Gasthaus geht es dort entlang, Herr“, berichtigte sie ihn ein wenig scheu, wobei sie seinem Blick auswich, als er sie verärgert musterte. Wieso sollte er ein Gasthaus benötigen, wenn er doch ein Gott war, der sich nahm, was ihm zu stand, doch dann wurde ihm wieder bewusst, dass er wegen des Chaos nicht seine üblichen Methoden verwenden konnte, seinen Willen durchzusetzen, weswegen er zerknirscht mit einem Nicken Fara aufforderte, zum Gasthaus zu gehen. Ein plötzliches Murmeln, das durch die Menge ging, veranlasste das Mädchen dazu, stehen zu bleiben, wobei ihr Blick zwischen ihrem Herrn und einer Gestalt, die sich ihren Weg durch die Gaffer bahnte, hin und her schwankte. „Was geht hier vor?“, verlangte eine nasale Stimme zu wissen, die einem hageren, alten Mann zu gehören schien, der eine rote Schärpe um die Hüfte gebunden hatte und von zwei muskulösen jungen Männern flankiert wurde, die grosse Ähnlichkeit mit ihrem Herrn besassen. „Elfenpack!“, schrie der Mann plötzlich gellend, als er die Gefangen erblickte, wobei seine Glubschaugen beinahe aus den Höhlen traten und seine rissigen Lippen sich wutentbrannt verzogen. „Jock, Marock, schnappt euch das Weib und bringt sie in den Zellen der Wachstube unter“, befahl er mit einem gefährlichen glitzern in den Augen, dass Fara überhaupt nicht gefiel und sie dazu veranlasste, sich schützen vor ihr Mündel zu stellen, als die beiden Schläger auf die Elfe zu gingen. „Das ist meine Gefangene“, stellte das Elementarwesen zu Faras Erleichterung im gleichen Moment fest, in dem es auch neben sie Trat, wobei es den Stab gegen den Boden schlagen liess, um seinen Worten mehr Ausdruck zu verleihen. Die beiden Lakaien hielten inne, warteten auf eine Reaktion ihres Herren, der schockiert den goldenen Stab anstarrte, wobei Gier, Neid und Zorn abwechselnd über seine Gesichtszüge glitten, bevor er mit einer winkenden Geste seine Hunde zurückrief. „Wer seid ihr, werter Herr?“, erkundigte sich der Mann vorsichtig, aber mit einem schon leicht schmeichlerischem Unterton, doch die Tatsache, dass er noch immer das Gold und nicht dessen Träger anstarrte, verriet Tornitror alles, was er über ihn wissen musste. „Meinen Namen müsst ihr euch erst noch verdienen“, erwiderte der angesprochene abfällig, der Rücken durchgedrückt, die Augen taxierend, als wäre der glubschäugige Mann nur ein unbedeutender Wurm, „Wer gibt euch die Autorität, meine Gefangene in Anspruch zu nehmen?“ „Ich bin Fel Shnarga, Bürgermeister und höchste Autorität in Regenic. Sagt mir nun, wer ihr seid“, erwiderte Glubschauge mit einer gewissen Arroganz, die Tornitror beinahe dazu gebracht hätte, ihn an Ort und Stelle den Funkentanz tanzen zu lassen, aber das würde seiner Prophetin nur ein falsches Bild vermitteln, weswegen er sich zügelte. „Hochlord Blitzen, mehr braucht ihr nicht zu wissen. Elfengesindel hat mich und die Meinen auf dem Weg hierher angegriffen, wir konnten sie zurückschlagen und ihre Anführerin gefangen nehmen, deswegen werdet ihr sie nicht anrühren. Sie. Gehört. Mir“, erklärte er mit drohendem Tonfall und konnte es nicht unterdrücken, Funken über den Stab wandern zu lassen, damit den Leuten klar war, dass er kein gewöhnlicher Sterblicher war. Einen Raunen ging durch die Menge und die beiden Schläger, Jock und Marock, zuckten erschrocken zurück. Der selbsternannte Gott sah wie Fels Verstand zu rotieren begann, der Mann blinzelte drei, vier Mal, bevor er sich fassen konnte und versuchte, seine Nervosität in den Griff zu bekommen. „Nun“, begann er, bevor er den Faden verlor und erneut ansetzen musste, „nun, ihr könnt sie gerne in unserem Wachhaus unterbringen, bis ihr wieder abreist..“ Er fügte ein leises „mein Lord“ hinzu, um die Stille zu füllen, als Tornitror verärgert eine Augenbraue hob, bevor er den Blick senkte. „Das wird nicht nötig sein, wenn ihr mir euer Haus überlasst“, kam die Antwort, die Worte donnernd verstärkt, mit der ganzen Autorität eines unfehlbaren Gottes der daraufhin mit einem Winken Fel dazu veranlasste, voraus zu gehen, worauf dieser zuerst nur ungläubig starrte, bevor er erneut Zeuge tanzender Funken wurde, die Schmerz androhten. „Macht Platz für den Hochlord“, keifte er die Menschenmenge an, wonach seine Schläger der Gruppe einen Weg mit Ellenbögen und der Androhung von Schlägen hindurch bahnten. Fara versuchte dabei die Elfin in die Mitte zu navigieren, damit keiner der Dorfbewohner sich rächen konnte, aber sie konnte dadurch leider nicht verhindern, dass ein Stein gegen deren Schulter krachte und sie schmerzerfüllt schrie. Innerhalb eines Wimpernschlags liess ein Blitz das Blickfeld der Prophetin kurz weiss werden, bevor ein männlicher Aufschrei erklang und es nach verbrannten Fleisch zu riechen begann. „Der nächste, der die Gefangene verletzt, stirbt“, verkündete Tornitror donnernd, während Funken über die Spitze des Stabes sprangen und seine Augen knisternde Funken versprühten. Die Menschentraube begann sich hastig aufzulösen, einige fluchten, andere grummelten leise und einige stützten einen rauchenden jungen Mann mit feuerrotem Haar, der heftig hustete und dessen Muskeln spastische Zuckungen durchliefen.

Nach einigen wenigen Minuten erreichten sie das Haus des Bürgermeisters, das beinahe ein Landsitz war, mit einem Palisadenzaun, einem Tor und zweistöckig, dazu einen eigenen Brunnen. Sie kamen an zwei Dienstmägden vorbei, einer älteren, runzligen, die einen Buckel hatte und die Veranda fegte und einer jüngeren, wahrscheinlich der Tochter, die einen Eimer mit Wasser an ihrer Hüfte gelehnt ins Haus trug. Für Fara war das Haus imposant, es besass bestimmt mehr als fünf Zimmer und es hatte sogar Fenster aus Glas, und nicht nur Löcher mit Fensterläden, wie sie es aus ihrer eigenen Heimat kannte. Tornitror sah hingegen einen länglichen Kasten aus schlecht verarbeitetem Holz, wahrscheinlich voller Ungeziefer und er konnte sich die Zimmer schon vorstellen, klein und muffig, mit Betten aus Stroh, die in seinen nun empfindlichen Rücken stechen würden. „Ich werde das Gästezimmer“, setzte Fel hastig an, doch Tornitror schnitt ihm das Wort ab wobei er zusätzlich den goldenen Stab auf die rechte Schulter des Mannes legte, damit er dessen ganzes Gewicht fühlen konnte. „Es ist freundlich von euch, uns das gesamte Haus zu überlassen und dabei selbst in das Gasthaus zu ziehen, wir werden euch diese Geste vergelten.“ Verblüffung, Furcht und Erniedrigung hielten den glubschäugigen Mann davon ab, seine Stimme zu erheben und so konnte er nur nicken, als ein drohendes Knistern die Konsequenzen eines Aufbegehrens verdeutlichte. Natürlich hatte er mitbekommen, wie nur ein kleiner Fingerzeig einen zuckenden Haufen aus Riosh Feuermähne gemacht hatte, doch er schwor sich, diesem arroganten Hochlord Blitzen all diese Demütigungen heim zu zahlen, dafür musste er aber erst herausfinden, von wo er kam und wohin er ging. Ein listiger Plan, sich der schönen Frau zu bemächtigen, die seine Mätresse zu sein schien, formte sich in den Gehirnwindungen des hageren Mannes und zerknirscht, aber mit Hintergedanken, zog er sich mit seinen beiden Söhnen, Jock und Marock, in ein Gasthaus zurück. Tornitror wusste, dass er sich möglicherweise gerade einen Feind geschaffen hatte, aber es scherte ihn nicht, er betrat das Haus und verlangte als erstes, dass man ihm ein heisses Bad einliess und die junge Magd sich bereit machen sollte, ihn zu waschen. Fara hingegen führte die Elfin hinein, wo sie ihre Fesseln löste und sich die Schulter ansah, wo der Stein sie getroffen hatte. Sie entschuldigte sich dafür, nicht genug gut aufgepasst zu haben und bat die ältere Magd um etwas kleines zu Essen, ein Stück Brot oder Käse und dazu Wasser. Sie ignorierte absichtlich, was die Nekromantin tun würde und aber könnte bei Axa einknicken und zu reden beginnen, sollte er denn mit ihr sprechen wollen. Ihre Gedanken kreisten vor allem um ihren Herrn und all diese Veränderungen, die stattgefunden hatten und sie wollte mit irgendjemanden darüber sprechen.
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Badskull
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Re: Die Achse des Bösen - Auferstehung

Beitrag #28 von Badskull » 16.01.2017 02:34

Lange genug hatte sie ihre Beherrschung gehalten und sich zurückgehalten, doch als sie niemanden mehr hörte, und noch bei ihrer Gruppe stand, hielt sie dem nicht länger stand und begann loszuprusten... Keine vorgehaltene Hand konnte sie aufhalten, ihr Blick lag auf Tornitror und man sah ihr regelrecht an das das letzte bisschen Beherrschung und sie kicherte erst, bevor sie herzhaft zu Lachen anfing. Die sonst so gefasste, eher kühle und ruhige Nekromantin brach regelrecht auf, sie rieb sich ein Auge um eine Träne hinweg zu wischen und schüttelte nur den Kopf, ehe sie weiter loslachte, und sich dabei sogar schon den Bauch hielt... zum ersten Mal seit sie erweckt worden war eine Emotion die sie nicht kontrolliert einsetzte, sondern die mit ihr durchging "Ich kann es einfach nicht fassen..." japste sie und holte Luft, doch das Kichern wollte nicht aufhören... Axa runzelte die Stirn, musterte kurz Tornitror, doch... er sah aus wie immer? Er war verwirrt, doch selbst durch die seltsame Verbindung die ihn mit ihr verband spührte er nur... Vergnügen? Die Freude ging fast schon auf ihn über nur... er verstand sie einfach nicht und runzelte so die Stirn

Tornitor hob fragen eine Augenbraue, als er die Nekromantin lachen hörte und dachte erst, sie würde ihn auslachen, doch sie schien eher die Situation erheiternd zu finden, was ihn weiter irritierte. Auch das Mädchen starrte Nagash nur mit offenem Mund an, vergass die Elfin die vor ihr sass vollkommen und fragte sich, ob das Biest den Verstand verloren hatte. Doch als sie bemerkte, dass ihr Herr plötzlich zu grinsen begann, runzelte sich ihre Stirn und sie fragte sich erneut, mit Neid im Herzen, wieso die beiden sich auf einmal verstanden. „Du hast ein hübsches Lachen.“ Bevor es sich bewusst wurde, waren die Worte schon Tornitrors Mund entschlüpft und gesellten sich zu seinem Grinsen, dass sich auf sein Gesicht gelegt hatte, dann verblasste es, als ihm klar wurde, dass er sich wie ein Narr verhielt. „Was ist so lustig?“, erkundigte er sich neugierig, während er den Stab an eine Wand lehnte, das kratzige Oberteil ablegte und die Schuhe abstreifte.

"Das fragst du noch?" Sie prustete nochmals los, krümmte sich sogar ein wenig vor Lachen, ehe sie sich wieder halbwegs beruhigt hatte "Ich dachte erst du hast eine Taktik... oder einen Plan den du verfolgst. Und als du dich so aufgeplusterst hast... ich hab uns schon in einer Zelle gesehen und jetzt..."* Sie schüttelte den Kopf und konnte nicht aufhören zu grinsen* "Hast du den Bürgermeister aus seinem eigenen Haus rausgeworfen und in das Gasthaus verfrachtet ich... ich kann noch gar nicht glauben das das gerade passiert ist aber... Du weißt wohl wie du deinen Standpunkt so klar machst, das man nicht mal was dagegen erwidern kann..." Sie wischte sich erneut die Augen aus von den Tränen und seufzte laut, hin und wieder brach noch ein Lachen durch "Ich bin mehr als beeindruckt Tornitror... ganz ehrlich. Gut gemacht"

„Dieser Bürgermeister ist ein trauriger kleiner Mann, sein Wille ist kaum der Rede wert, seine Autorität nicht vorhanden“, erklärt Tornitror herablassend und stiess dann einen Seufzer der Erleichterung aus, als er sie auf einen Stuhl setzen konnte. Er überlegte kurz, wieso er sich Nagash überhaupt erklärte, es gab keinen trifftigen Grund dafür, aber seltsamerweise bedeutete ihr Lob ihm etwas und er nickte ihr danken zu. Er wollte gerade weitersprechen, als sich Fara diesen kostbaren Moment der Kameradschaft zerstörte, in dem sie darauf hinwies, dass ihr Herr ein Gott war und selbst wenn er im Moment nicht ganz er selbst zu sein schien, doch das Beste verdiente, was dieses schäbige Dorf im bieten konnte. Das Mädchen fixierte dabei Nagash mit hasserfüllten Augen, als sie das Wort 'schäbig' aussprach, bevor sie wieder dazu überging, die Wunde der Elfin zu betrachten. Tornitror spürte Wut in sich aufsteigen, doch sein eigener Plan, das Mädchen als Prophetin an ihn zu binden, verhinderte, dass er sie hier und jetzt zusammenstauchte, also beliess er es bei einem entschuldigenden Blick zur Nekromantin und einem wütenden an den Hinterkopf seiner Prophetin.

Wenn Tornitror mal nicht unausstehlich war, oder eben jene tollkühne wenn auch ungerechtfertige Überheblichkeit an ihr ausspielte, war er eigentlich ein recht umgänglicher Kerl, kam ihr gerade in den Gedanken... Natürlich hasste sie ihn noch immer, und hätte sie die Möglichkeit, würde sie sich seiner jetzt sofort entledigen. Doch in Momenten wie diesem rückte das noch ein Stückchen weiter weg... Als Fara sich einmischte und auf sie einredete, wurde das Gefühl nur noch stärker. Was wenn Fara der zweite Träger geworden wäre? Allein die Vorstellung... Tornitrors entschuldigenden Blick tat sie mit einem Augenrollen und einem mildem Lächeln ab, sie wusste um Faras Rolle die er aufrecht erhalten musste und war weder ihr noch ihm böse, doch auch ihr war die Wunde der Elfe aufgefallen, die mutig und tapfer nicht darüber jammerte "Ich kann sie mir ansehen... wenn das erlaubt ist" 'meinte sie gen Fara ehe sie sich kurz zu Axa wandte "Wärst du vielleicht so gut und würdest uns auch etwas zu Essen organisieren? Ein der zwei Magden ist hier noch irgendwo..." Axa wollte schon aufbegehren kein Dienstbote zu sein, da mischte sich sein knurrender Magen ein und die Worte blieben ihm im Hals stecken. Etwas zu Essen wäre wirklich keine schlechte Idee und so nickte er nur und würde aus dem Raum treten. Ihre Augen lagen noch auf Fara und der Elfe "Ein wenig Kraft habe ich noch übrig"

Faras wollte Nagashs Hilfe nicht, sie hätte ihr am liebsten eine Ohrfeige verpasst, aber sie konnte selbst nichts für die Elfe tun, sie hatte keine Heilkräfte und sie wusste nichts, über Kräuter oder Verbände, so dass sie widerwillig nickte. Langsam machte sie Platz für die Nekromantin, blieb aber in Reichweite, sollte sie irgendetwas probieren, wobei Fara gewillt war, ihren Stab als Knüppel einzusetzen. „Wenn ihr ihr weh tut, werde ich euch weh tun“, zischte sie leise, so dass ihr Herr es nicht würde hören können und bleckte dabei die Zähne, doch ihre Drohung wurde ein wenig ins Lächerliche gezogen, als sich ihr Magen knurrend über mangelndes Futter beschwerte. Das Mädchen lief knallrot an und murmelte einen Fluch, blieb aber dennoch an der Seite der Elfe. Tornitror verfolgte die Szene mit wachsendem Unbehagen und dem dringenden Wunsch, dem Mädchen den Kopf zu waschen, aber dafür musste er sich später Zeit nehmen, denn die jüngere Magd kam leise herein und erklärte, dass das heisse Bad in Kürze bereit sein würde und fragte daraufhin mit zittriger Stimme, ob Tornitror noch immer von ihr gewaschen werden wolle. Für einen kurzen Augenblick antwortet er nicht, sondern betrachtete Nagash, dann blinzelte er kurz und bejahte, obwohl es ihm nicht darum ging, das Mädchen zu erniedrigen, sondern dass ein Gott oder Hochlord, als er er sich ausgab, sich nicht selbst zu waschen brauchte.

"Ohne Zweifel würdest du das Fara und da ich mich gar sehr fürchte, werde ich ihr nichts zuleide tun" meinte Nagash, langsam wurde es ihr doch zu anstrengend dauernd ihre Beherrschung zu wahren, vor allem gen Fara. Für jene war Nagash schon lange zum Erzfeind erklärt worden... Die Nekromantin begab sich hin zu der Elfe, welche sie erst furchtsam angesehen hatte, aber bald verstand. Ihre Schulter war geprellt, und die Haut war aufgeplatzt an der Stelle, doch nichts was die blauen Flammen nicht hinweg fressen konnten. Die Dienerschaft des Bürgermeisters brachte ihnen noch ein paar Erfrischungen für Leib und Getränke, zumindest waren die körperlichen Bedürfnise dann gestillt... Axa wirkte wieder verwahrlost, sezte sich auf einen Stuhl und ließ seinen Blick wandern. Nagash verhielt sich seltsam. War es vorher noch brütender Hass gewesen welcher gegen Tornitror gezüngelt hatte, so lächelten die beiden sich jetzt sogar an, verdrehten die Augen wenn seine Schwester etwas sagte und schmiedeten gemeinsam Pläne. Er beneidete Tornitror dafür, er war ihr viel näher... Fara, war seit langem nun schon unter Tornitrors Bann gefallen. Ihr eigener Fanatismus ließ sie blind und voreilig werden. Viel war nicht mehr von seiner kleinen Schwester übrig, die ihn manchmal nachts geweckt hatte wenn sie zu sehr Angst gehabt hatte nach draußen zu gehen im Dunkeln um ihre Notdurft zu verrichten. Sie war erwachsener geworden, zielstrebiger... wenn auch ihre Ziele für Axa im Moment nicht viel Sinn machten. Und dann war da noch Tornitror. Das er der Gott des Lichtes war, glaubte Axa nun nicht mehr, dennoch hatte er mit eigenen Augen gesehen wozu er fähig war und er nahm sich vor ihm in Acht... Die Elfe war da noch ein unbeschriebenes Blatt für Axa, doch hatte sie wohl das selbe Schicksal erlitten wie Axa und Fara selbst. Ihre Familie, ihre Bekannten, allesamt ermordet worden... Doch so sehr er sich auch wunderte, er fühlte keinen Hass mehr gegen Nagash, oder gegen Tornitror. Beide waren provoziert worden auf ihre Art und Weise. Axa sank etwas in sich zusammen. Fara war Tornitrors Prophetin, Nagash plötzlich auf Tornitrors Seite, die Elfe gehörte ebenfalls in diese Gruppe... nur er selbst fühlte sich... nutzlos. Mehr als wäre er tatsächlich ein Geist, als wäre er damals in der Höhle doch gestorben. Er blickte auf seine Hände hinab und bewegte sie. Er fühlte sich auch anders, nicht Schlechter oder Besser, aber auch nicht mehr wie früher. Nur verstand er noch nicht, welche Auswirkungen dies haben würde. Er verstand kaum etwas das sich in den letzten Tagen zugetragen hatte, wenn er ehrlich war...

Das Problem mit der Kleidung wurde langsam lästig. Nagash hatte sich in den Kleiderschränken des Bürgermeisters umgesehen und nichts gefunden das sie tragen konnte... oder tragen wollte. In einem etwas versteckteren Schrank hatte sie Frauen-kleidung gefunden, doch recht schnell war klar geworden das die weder kleidsam, noch sondernlich viel war. Dieser Stoff diente wohl dazu des Bürgermeisters Lust zu fröhnen, und es widerte sie allein der Gedanke an wie viele Frauen das schon getragen haben mussten... und was jene in dieser Zeit wohl getan hatten. Und bevor sie sich die Kleidung einer Dienstmagd über ihren Leib gelegt hätte, wäre sie nackt durch die Welt gewandert. So weit käme es noch das man ihr Tornitrors Gepäck geben würde und ihr auftragen es zu verstauen... Kleider machten nun mal Leute, wie früher in Alurir so wohl auch noch heute. Und so war es unumgänglich einen Schneider aufzusuchen. Geld hatte sie nicht, doch vielleicht konnte sie den Namen des hohen Herren von Blitzen auch etwas für sich ausnützen. Und so trat sie nach draußen, aus einem etwas verborgenerem Tor im hinteren Bereich des Anwesens und atmete wieder frische Luft ein... so frisch sie mit all den Menschen, den Schweinen und dem Unrat eben sein konnte... Kurz ließ sie sich zeit, hörte auf den Wind, den Menschen die an den Enden der Gassen ihres Tagewerkes nachgingen und schlug die Augen auf. Man warf ihr bereits Blicke zu, die Geschichte über den Herren von Blitzen, der eine der verhassten Elfen mit sich führte hatte sich wohl schon sehr herumgesprochen. Nagash hielt den Blick zu einem der Dörfler aufrecht, normalerweise reichte das um Schaulustige und Gaffer zu entmutigen, doch nicht so diese Dörfler. Schlussendlich war es sogar sie, welche den Blickontakt zu einem abbrechen musste. Kein gutes Zeichen, diese Menschen wirkten entschlossen... Kein Wunder, wenn die Geschichte ihres "Mitbringsels" stimmte, hatte sie dieses Dorf nicht nur einmal überfallen. Am anderen Ende der Gasse hatten sich auch bereits Menschen eingefunden welche sie beobachteten. Wenigstens wichen sie zurück als sie bestimmt auf sie zuging und auf die Hauptstraße einbog. Das Dorf war nicht sonderlich groß, aber sie hatte am anderen Ende des Dorfplatzes bereits ein vielversprechendes Aushängeschild gesehen, Ein Faden, ein Spinnrad und eine Nadel waren darauf abgebildet, und so führten ihre Beine sie über Schlamm und Unrat hin zu jenem Ort. Die Menschen tuschelten, wären ihre Sinne noch so wie früher gewesen, sie hätte jedem Gespräch lauschen können, so fing sie nur Wortfetzen auf im vorbeigehen... Hauptsächlich munkelte man über ihre Haare und ihre Augen, so wie es schien, und das sie eine Konkubine des Herren wäre? Das letzte verägerte sie doch etwas, aber umso besser... vielleicht würde der Schneider ja ebenso denken. Sie kam an die Türschwelle des kleinen Ladens und verschaffte sich eintritt. Es roch nach Färbmitteln und Schafswolle, und der Schneider hatte einige seiner guten Stücke auf Holzpuppen zur Schau gestellt. Er war kein Weber von stoff so wie es Alurir vermocht hatte, aber alles war besser als in den Kleidern einer toten Elfe herumzuwandeln. Sie räusperte sich kurz, und da sah der Schneider bereits auf, er nähte gerade Flicken auf ein zerissenes Hemd. "Ja? Was kann ich tun für..." Da hatte er Nagash erblickt, und sein Gesicht wurde etwas fahler. Er rang regelrecht um Worte, ehe er kurz hustete und wieder versuchte normal zu wirken. Er war kein guter Schauspieler... vermutlich deshalb wohl Schneider geworden? "... verzeiht. Was kann ich tun für euch?" Nagash ließ ihren Blick nochmals über die Stoffe wandern, die der Schneider hier ausgestellt hatte "Nun, ich bedarf eures Handwerkes... wie ihr wohl sehen dürftet?" Der Schneider nickte, trat einen Schritt näher heran und schob eine kleine, etwas staubige Brille seine Nase hoch "Jaja... nicht unbedingt auf euren Leib angepasst Herrin. Und... es entspricht keinem hier sehr... beliebten Stil" Nagash lief es etwas kalt ihren Magen hinab, daran hatte sie gar nicht gedacht, sie trug hier des Feindes Kleidung! "Exakt... er ist mir ebenso wenig beliebt, doch wenn es alles ist was bleibt, zwängt man sich sogar dort hinein" Der Schneider nickte nur langsam. Er glaubte ihr nicht. Musste er auch nicht, solange er ihr neue Kleidung schneidern könnte "Dem kann man ja Abhilfe verschaffen... nun, wenn ihr mich kurz entschuldigen würdet? Ich hole mein Werkzeug, ich musste es zur Reperatur bringen also... verweilt einfach hier, ja?" Der Schneider hatte es eilig bekommen zu entschwinden. Nagash hatte eine Augenbraue gehoben und sah auf das Hintertürchen, durch das er entfleucht war. Menschen... Sie schüttelte leicht den Kopf und besah sich noch die Auslage des Meisters. Es dauerte einige Zeit, da öffnete sich die Tür des kleinen Ladens erneut, doch statt des Schneiders, traten zwei recht grobschlächtige Männer herein. Holzfäller vermutlich, den Muskeln nach. Nagash wusste sofort warum sie gekommen waren und spannte sich innerlich an. Wie erwartet fixierten die beiden sie sofort und zogen jeweils einen Knüppel aus ihrem Gürtel und kamen auf sie zu. Mehr Bestätigung brauchte Nagash gar nicht. Sie streckte ihre Hände aus, und jeweils zwei grüne Flammen entstiegen ihren Handflächen. "Wer schickt euch?" fragte sie leise, aber mit drohendem Unterton. Die Männer wichen leicht zurück, einer zischte "Ich wusste sie ist eine Hexe!" meinte er, doch hielten die beiden einen respektvollen Abstand zwischen sich und Nagash "Geht dich nix an Weib. Wehr dich nicht, dann müssen wir dir nichts brechen. Er will dich lebendig!" Nagash schnaubte leise "Na dann bin ich aber beruhigt..." Sie wollte mehr sagen, doch dazu kam sie nicht mehr. Schmerzhaft wurde sie daran erinnert das ihre Sinne nicht mehr so außergewöhnlich waren wie vor kurzem noch, als ein dritter Knüppel, geschwungen von dem dritten Grobian der durch die Hintertür hereingetreten war um ihren Fluchtweg abzuschneigen gegen ihren Hinterkopf krachte... Sie ächzte und fiel wie ein nasser Sack nach vorne hin, die grünen Flammen waren erloschen und sie knallte auf den Holzboden auf, die Augen geweitet... Sie schmeckte Blut in ihrem Rachen und fühlte bald darauf wie ihre Hände auf den Rücken gedrückt wurden und verbunden. Sie hätte sich wehren können, doch ihr war bewusst das sie sich auf ihre Kräfte nicht voll verlassen konnte, und so spielte sie einfach ihre Rolle, die Bewusstlose, die bald über den Rücken geworfen wurde und davongebracht... nur das sie wach war, und wenn auch mit dröhnendem Kopf versuchte sich den Weg einzuprägen den sie getragen wurde...

Axa betrachtete den Apfel in seinen Händen... Er schmeckte süßlich-sauer als seine Backenzähne ihn zermalmten, und den Fruchtsaft freisetzten. Lecker. Er schluckte den Brei hinab und fühlte wie er langsam in seinen Magen wanderte... doch fühlte er sich deswegen kein bisschen satter. Tatsächlich war die ganze Mahlzeit zwar erquicklich gewesen, doch fühlte es sich an als gäbe es etwas viel Besseres als das und er hatte schon davon gekostet. Essen erschien ihm plötzlich so sinnlos, und so setzte er den Apfel ab. Fara war mit der Elfe im Gespräch, vermutlich wollte sie jene auch vom Glauben überzeugen und er war wieder im Abseits. Erneut fühlte er sich wie ein Geist der unsichtbar war für die Menschen und seufzte. Faras Geschichten, solche die er selbst ihr einst erzählt hatte wurden kund getan, und er konnte es einfach nicht mehr ertragen länger zuzuhören, und so ging er nach draußen, hinein in den Gärten des Bürgermeisters... Auch hier irrten manchmal ein paar der Bediensteten herum, die neuen Herren der Villa trugen ihnen kaum Arbeit auf, und so konnten sie faullenzen, schreckten aber doch hoch wenn sie ihn bemerkten, schuldbewusst... Axa wollte eine Dienstmagd die wohl etwas zu Essen stibizt hatte bereits beruhigen, als er plötzlich dumpfen Schmerz fühlte... nicht etwa seinen eigenen, wie ihm schnell bewusst wurde. Es kam von dieser Präsenz in seinem Kopf, diese unheilige Verbindung hin zu Nagash... Jene war vorhin Kleider kaufen gegangen, und tatsächlich schon eine ganze Weile nicht wiedergekommen. "Alles in Ordnung?" er konzentrierte sich auf diesen Satz und hoffte er würde seine Retterin erreichen... Es dauerte auch nicht lange, da kam es schon zurück "Nein, ich werde gerade verschleppt" Axa schluckte schwer, so viele Fragen brannten ihm auf der Zunge, doch die Stimme ließ ihn nicht zuende denken "Geh zur Schneiderei im Dorf. Jetzt! Beeil dich!" Axa rannte schon los, hinaus aus dem Haupttor. Nagash gab ihm Anweisungen, als würde sie durch seine Augen sehen, hin zu dem Schneider, um den Laden herum. Die Leute betrachteten ihn zwar verwundert weil er so hetzte, doch nahmen sie sonst nicht viel Notiz von dem Geist. Er kam um das Gebäude herum, sah den Hintereingang... "Dreh dich nach links... und jetzt folge der Straße" "Wo bist du?" "Siehst du gleich!" Axa rannte, so schnell er konnte. Doch kam er nicht außer Atem... seine Glieder wurden nicht müde. Nur sein Unterbewusstsein registrierte diese subtilen Veränderungen. Es war als wäre es der Körper von jemand anderen, den er anordnete all dies zu tun. Schlussendlich fand er sich vor einem Holzwall mit kleinem Tor wieder, das jedoch verschlossen war, egal wie fest er daran zog, wohl ein Riegel von innen. "Hier..." Axa besah sich wie hoch die Wand war und fasste einen Entschluss.

Sie hatte ihn gerettet, das mindeste was er tun konnte war ihr dies zurück zu zahlen. Und so erklomm er die Wand, wie früher Vaters Apfelbäume, und ließ sich dahinter auf den Boden fallen. Ein Hinterhof mit zwei Kisten, allerdings auch mit einem Wächter, wie ihm panisch bewusst wurde. Ein ziemlich großer, breiter Kerl der ihn sofort erblickte "Hey, das hier... warte mal. Du bist der Kerl vom Blitzen, heh?" Er grinste breit und diabolisch, und bevor Axa noch ganz auf die Füße gekommen war, war jener schon an ihn herangetreten, und verpasste ihm einen Faustschlag mitten ins Gesicht. Axa hörte wie seine Nase brach, fühlte wie sich das Nasenbein höher in seinen Kopf schob... doch weder sah er Sterne, noch fühlte er Schmerz. Irgendetwas in seinem Kopf unterdrückte all diese Emotionen. Nichts desto trotz warf ihn dieser Schlag nach hinten, und er landete auf dem Bauch im Dreck. Und bevor er sich rühren konnte fühlte er ein Knie in seinem Rücken, ein sehr schweres... und eine Hand die sich in seinen Haaren vergrub und den Kopf in den Nacken riss "Dich muss ich nicht leben lassen... dreckiger Emporkömmling!" blaffte der Kerl gierig, und Axa fühlte das Messer, welches an seinen Hals angesetzt wurde... Er wollte panisch schreien, doch da fuhr die Klinge schon durch seine Kehle, das Eisen küsste sanft das Fleisch entzwei, und mehr als ein Gurgeln kam nicht mehr zustande... Der Kerl erhob sich alsbald und keckerte, wandte sich herum um wieder nach drinnen zu gehen und seinem Herr zu berichten was vorgefallen war. Axa währenddessen lag zuckend am Boden und versuchte zu Atmen, doch es ging nicht... Er hielt sich seine aufgeschlitzte Kehle, versuchte panisch sie zusammen zu halten, doch es ging nicht... egal was er auch versuchte, er bekam keine Luft mehr, und als er es nicht mehr aushielt, zog er ein letztes Mal seine Lungen auseinander und füllte sie mit Blut... So fühlte sich sterben an? Nur ohne Schmerz? Erneut glaubte er seine letzte Stunde sei gekommen doch... Er verharrte am Boden. Je länger er dort lag, umso unwirklicher kam es ihm vor. Er hatte aufgehört zu Atmen... doch scheinbar brauchte er das auch gar nicht. Zwar floss Blut aus seiner Kehle, doch auch jenes schien nicht... nicht wichtig zu sein. Axa tastete nach seinem aufgeschlitzten Hals, er sollte eigentlich mausetot sein! Doch irgendwie starb er einfach nicht. Sein Herz schlug sehr schnell, das Blut sprudelte erst regelrecht aus seinem Hals, so lange bis es wohl aufgebraucht war und sein Herz nicht mehr genug hatte. Dann hörte auch jenes auf zu schlagen. Doch Axa... Axa war noch immer Herr über seinen Körper. Er fühlte die Verbindung zu Nagash nun stärker, und es war dieser Moment als er begann zu verstehen, oder zu erahnen was mit ihm passiert war. Nagash hatte ihn nicht von den Toten auferweckt... Axa erhob sich, sein Körper hatte nichts an Kraft eingebüßt, nicht ein bisschen, und besah sich sein Hemd. Es war voller Blut, ebenso der eingestampfte Boden an Dreck vor ihm. Doch noch immer kümmerte es seinen Körper einfach nicht. Und so drehte er sich herum. Der Wächter hatte in all der Zeit, die Axa wie eine Ewigkeit vorgekommen war gerade den richtigen Schlüssel hervorgekramt und öffnete die Tür, als Axa langsam auf ihn zutrat. Das Tor öffnete sich klackend, da hörte der Wächter das Knirschen und erstarrte. Langsam drehte er sich um und erblickte den Widergänger, und das Herz rutschte ihm sichtlich in die Hose, sein Gesicht wurde bleich und er wich zurück "Bei der Ordnung! Du bist tot! TOT!" kreischte er panisch, und kroch rückwärts zurück. Dieser Gesichtsausdruck... dieses Gefühl solche Furcht zu verbreiten. Axa konnte nicht verhehlen das es eine Genugtuung war, vor allem wenn er bedachte das dieser Mann ihn ohne mit der Wimper zu zucken umbringen wollte. Axa lächelte verwegen, was den Kerl nur noch panischer werden ließ, und wollte etwas sagen, doch es blubberte nur aus seiner offenen Kehle. Sein Widersacher kam nun mehr schlecht als Recht auf die Beine, hielt sich an der Tür selbst fest und zog sich hoch, doch Axa war schon losgesprintet, und sprang ihn regelrecht an. Axa war kein Leichtgewicht, nicht so schwer wie dieser Kerl hier, dennoch konnte er ihn mit genug Schwung zu Boden reißen, und saß nun auf seiner Brust. Der Mann hatte seinen Dolch noch in der Hand, und stieß ihn gen Axas Herz. Jener zuckte kurz, und sah auf sich hinab. Der Wächter blickte panisch hoch in sein Gesicht, erwartete das Axa umfallen würde doch den Gefallen tat er ihm nicht. Und so drehte er die Klinge noch in der Wunde herum, es floss kein Blut mehr, doch ebenso wirkungslos verlieb es. Axa hob die Faust, und ließ sie auf das Gesicht des Mannes herabknallen, jener kreischte vor Schmerz auf, und hob die HÄnde schützend vor das Gesicht, der Dolch steckte noch in Axas Brust. Doch nicht lange, da hatte jener ihn schon ergriffen, und rammte ihn tief in die Augenhöhle des Mannes. Anders als bei Axa zuckte der Mann noch kurz, ehe er das andere Auge verdrehte, und regungslos liegen blieb. Dies war der Moment wohl, in dem Axa kein Kind mehr war. Er hatte es sich immer furchtbar vorgestellt in so einer Situation zu sein. Doch diese... Macht über die er plötzlich gebot, dieser unzerstörbare Körper, die Gerechtigkeit die er empfand... Er zog den Dolch aus der Augenhöhle des Mannes und erhob sich langsam. Kurz befühlte der junge Mann seine Herzgegend, und betrachtete das Blut das seine Hand darauf hin benetzte. Aber scheinbar brauchte er auch kein Herz um weiterzuleben "Wo bist du?" fragte er in Gedanken und Nagash war mehr als bereit ihn anzuleiten...

"... eine außergewöhnliche Frechheit die ihr euch da erlaubt. MICH bloß zu stellen, vor all meinen Untertanen!" Der Bürgermeister hatte die unappetitliche Angewohnheit zu spucken, wenn er sehr in Rage war. Nagash versuchte ja den Tröpfchen auszuweichen, doch das war nicht so einfach mit gefesselten Händen, die ihre Arme hinter der Stuhllehne zusammenhielten. Der Bürgermeister umkreiste sie, wie ein hungriger Wolf und bellte ihr alle möglichen Beleidungen entgegen "Aber das werd ich ihm heimzahlen dem Herr von Blitzen! Mich aus meinem Hause werfen... und du!" dabei packte er ihr Kinn und zwang sie ihn anzublicken "Wirst mir dabei helfen..." Nagash verzog die Lippen zu einem Lächeln "Ich glaube ihr habt euch die falsche Geisel gesucht. Es könnte ihm an niemandem weniger liegen als an mir..." Der Bürgermeister erwiderte das Lächeln nur "Oh, das glaube ich nicht. Was bezahlt man für ein Weib wie euch? Und wo bekommt man solche Schönheiten überhaupt? Im Süden? Auf dem Sklavenmarkt?" Er ließ wieder ab von ihr, und sie knirschte leicht mit den Zähnen. Im Raum waren zwei weitere Schläger des Bürgermeisters, sie besah sich jene beiden genauestens ehe sie ihr Augenmerk wieder auf den Bürgermeister richtete "Vielleicht sollte ich dich nehmen... einfach nur um in sein Gesicht zu spucken. Was denkst du? Würde es ihn interessieren wenn ich seinen Besitz ausborge?" "Ihr könnt es ja versuchen... aber macht schnell" gab sie bissig zurück. Der Bürgermeister war etwas stutzig und hob eine Augenbraue "So eilig mich zu spüren?" "Nein... aber viel Zeit habt ihr dafür nicht mehr..." Der Adelige schnaubte "Und warum nicht?" Nagash lächelte... sie fühlte ihren Schützling ganz in der Nähe. Und auch wenn sie sich eigentlich vorgenommen hatte seinen Geist nicht zu beeinflussen, die Reue und die Angst hatte sie etwas... unterdrückt. Und so war er mehr als bereit zu tun was nötig war. "Weil ihr nicht mehr lange am Leben seid..." und genau mit diesen Worten hatte Axa die Tür zu der kleinen Kammer eingetreten. Da Axa durch die Verbindung genau wusste wo die Schläger waren, wirbelte er sofort herum und rammte den Dolch in die Brust des ersten, welcher nicht mal mehr schreien konnte und auf die Knie fiel. Der zweite hatte sich herumgedreht, und wollte auf Axa zustürmen, als ihm all die Wunden auffielen die der junge Mann aufwies... und die Tatsache das er schon längst hätte tot sein sollen. Jene paar Augenblicke waren mehr als genug für Axa, um ihm das Messer mitten in die Kehle zu rammen, und so fiel auch er auf den Boden. Der Bürgermeister hatte von Nagash abgelassen und sich gegen die Wand gepresst. Sein Gesicht war nun aschfahl, und seine Augen platzten fast aus den Höhlen hervor, er brachte kein Wort von seinen Lippen, auch wenn er es stammelnd versuchte. Axa trat sofort an Nagash heran, besah sie kurz, ehe er ihre Fesseln mit dem Messer löste, und wollte schon auf den Bürgermeister losgehen, als Nagash ihm laut gebot inne zu halten. Sie erhob sich und rieb ihre Handgelenke mürrisch. Axa stand zwischen ihr und dem Bürgermeister, bereit auch sein Leben zu verwirken, als er ihre Finger an seiner Schulter spürte. Schmerz oder Todesängste waren ihm fremd, doch diese liebliche Berrührung, nach der er sich so verzehrte... Er sah zur Seite. Er wollte etwas sagen, doch warf seine Kehle nur weitere Bläschen... "Messer" meinte sie und hob die Hand vor ihm. Er überließ es ihr nur allzu gerne. Sie trat langsam auf den Bürgermeister zu, der von der Wand hin zu der nächsten in die Ecke zurückwich und aussah, als versuchte er angestrengt durch sie hindurch zu wandeln "Haltet ein! Ich wollte euch nicht töten!" flehte er erstickt, doch Nagash ging weiter auf ihn zu "Ich euch auch nicht... ganz" erwiderte sie schmunzelnd. Oh, welch Genugtuung "Wollt ihr Geld? Ich habe viel Geld, es soll eures sein! Ländereien? Macht?" Nagash hielt kurz inne und nickte dann "Gute Idee... nehm ich gerne an. Und ihr übergebt es mir" knurrte sie und stieß den Dolch in sein Fleisch. Der Bürgermeister umfasste ihre Hände und krächzte gepeinigt, blickte sie in Todesangst an, doch das kümmerte sie nicht... Sie wartete den Augenblick ab, in dem seine Seele aus seinem Wanst fliehen würde... und als es passierte, drückte sie die flache Hand auf sein Gesicht. die blauen Flammen entzündeten sich auf ihrer Hand, und umfingen den Kopf des Bürgermeisters, sie sang leise vor sich hin, ehe sie den Dolch, sowie ihre Hand zurücknahm, und der Bürgermeister zusammensackte. Er atmete wieder, wenn auch beschleunigt. Das Messer wurde Axa zurückgegeben, und sie besah sich seinen Körper, pfiff kurz überrascht und legte ihre Hände an seine Kehle. Diese wohlige Berrührung, er fühlte wie sein Fleisch sich wieder verband, und plötzlich konnte er wieder ungestört atmen... udn auch sprechen "Was..." das erste Wort war nur krächzend von ihm gekommen "Was hast du mit ihm gemacht?" Nagash lächelte, und legte ihre Hand an sein Herz "Das selbe wie mit Dir... nur das du deinen freien Willen behalten hast" Axa verstand nicht alles, doch genug als das er nickte... "Bin ich... ein Gott?" Nagash hielt kurz inne und lachte dann kopfschüttelnd "Nein. Du bist Axa" Seine Brust war verwachsen, er umgriff ihre Hand und sah sie eindringlich an. "Ich brauche Antworten, schüttel mich nicht wieder ab!" Er hatte sich verändert, das war Nagash bewusst, und sie hielt inne, sah in seine Augen "Dann stell die richtigen Fragen" "Ich sollte tot sein. Nun schon das zweite Mal. Doch ich bin es nicht. Ich bin unsterblich" Nagash schüttelte erneut leicht den Kopf und lächelte "Nein... du bist nur schon tot. Als ich dich in der Höhle aufgefangen habe warst du bereits tot. Aber ich habe dich zurückgeholt und in diesen Körper gesperrt. Du wirst sicher bemerkt haben, das es schwer ist jemanden umzubringen der... bereits tot ist, oder?" Axa nickte langsam "Solange du an mich gebunden bist... und ich noch Kraft in mir habe, bleibst du tot... und doch wandelst du unter den Lebenden. Du bist ein Untoter..." Axa nickte erneut und musterte sie kurz "Seid ihr in Ordnung?" "Ja, aber nur dank dir..." Was darauf folgte, machte selbst ihn in seiner Mordlust noch stutzig. Er fühlte plötzlich ihre Lippen, die sich auf seine legten, die Wärme und die Zärtlichkeit... und ihm sackten fast die Knie weg... er legte seine Hände auf ihre Schultern und ergab sich dem Kuss, der für ihn wie eine Ewigkeit dauerte... und als sie sich von ihm löste, wusste er um kein Wort mehr das er hervorbringen konnte... "Ich danke dir, Axa. Ich will nicht lügen, es wäre auch ohne deine Hilfe gangen, doch so war es um einiges einfacher..." Er glaubte es ihr. Jemand der solche Schrecken wie sie vollbringen konnte, ließ sich wohl kaum lange gefangen halten. "Kein... Problem ich... muss mich revanchieren..." "Nein. Es war meine Schuld das deine Eltern nun tot sind. Ich wollte dich nicht auch sterben lassen" erwiderte sie sogleich "Du bist mir nichts schuldig" Axa löste sich leicht von ihr und betrachtete sie kurz "Und was wenn ich das will?" Nun war es an Nagash ihn verwundert anzublicken "Wie meinst du das?" Axa hatte versucht sich Worte zurecht zu legen, nun kam es darauf an ob er die richtigen gewählt hatte "Ich bin nicht mehr am Leben, zumindest tue ich so, solange ihr in der Nähe seid. Ich gehöre nirgendwo mehr dazu. Mein altes Leben liegt hinter mir. Aber das was noch übrig ist, will ich in euren Dienst stellen" "Du musst mich nicht ansprechen wie eine Hohheit Axa..." "... das überlasst mir. Ich will euch helfen. Ich will mehr über mich, mein neues Leben und euch erfahren. Und ihr könnt jeden Verbündeten gebrauchen wie es scheint" Nagash nickte. Und lächelte, als wäre ein guter Plan in Erfüllung gegangen "Nun denn, so sei es. Aber tu mir den Gefallen... was hier geschehen ist, muss niemand wissen, vor allem nicht..." "... Fara? Dann sollten wir unsere Kleidung waschen" Nagash hob erst überrascht eine Augenbraue, dann lächelte sie zufrieden "Ich bin mir dieses Spiels bewusst und bereit es mitzuspielen. Aber ich muss wissen, wie steht ihr zu dem... zu Tornitror? Er hat euch all eurer Kraft beraubt, soweit ich das Verstanden habe..." Sie musste nun wirklich überlegen. In der Ecke hörte man den Bürgermeister bereits erwachen. Axa fühlte nun eine dritte, wenn auch ungleich schwächere Präsenz... eine Präsenz die vollkommen übernommen wurde von Nagash. "Tornitror... ist mein Verbündeter" "Ihr müsst mich nicht belügen Herrin..." "Ich lüge auch nicht. Mein Leben ist an das Seine gebunden, so wie da Seine an mich. Erst versuchte ich meinen eigenen Weg zu gehen, neben dem Seinen. Doch das klappte nicht" Axa nickte, und verschränkte leicht die Arme "Und darum gehe ich ihn gemeinsam mit ihm. Ich will das du über mich wachst. Ich bin schwächer als ich befürchtet habe. Und ebenso sollt du über ihn wachen" Axa nickte langsam, überlegte kurz und meinte "Und die Sache mit seiner... Göttlichkeit?" "Ein Schauspiel um Fara gefügig zu halten" Axa hob eine Augenbraue, und Nagash kicherte "Ich hab es mir nicht so ausgesucht, er war das... aber ich will das es erhalten bleibt. Deine Schwester glaubt an ihn, er gibt ihr Kraft. Wenn du kannst, bekräftige uns darin. Wenn nicht, halte dich zumindest dabei heraus" "Verstehe" Nagash blickte nun ebenfalls zu dem Bürgermeister "Oh, er wird uns viele Sachen vereinfachen, der noble Herr" Axa verstand noch nicht ganz was sie meinte, doch war er auch mit seinen Fragen noch nicht am Ende "Wenn diese Geschichte vorbei ist... und ihr das Mal los seid. Ändern sich meine Anweisungen dann? Gegenüber Tornitror?" Eine schwierige Frage... Kurz wünschte sie sich den alten Axa zurück, der eher furchtsam und zurückhaltend war, aber die Frage war berechtigt. Sie sah langsam zu ihm zurück und biss sich auf die Unterlippe "Ich soll dich nicht belügen, oder? Nun... ich weiß es nicht. Das lassen wir dann Tornitror durch seine Taten entscheiden" "Nun gut. Eine Sache noch... Ihr seid meine Herrin. Aber ich werde Fara nichts zuleide tun. Und ich werde sie beschützen..." Der Blick war eindeutig, auch wenn er jetzt unsicher wirkte. Notfalls würde er sie auch gegen Nagash beschützen. Kurz überlegte sie ob sie das zulassen sollte, doch sie nickte nur "Das akzeptiere ich. Aber du darfst nicht erwarten das ich sie je mögen werde..." "Seid nachsichtig mit ihr... wenn möglich. Mehr kann ich auch kaum verlangen, oder?"

Sie waren wieder in die Villa zurückgekehrt. Axa, Nagash und zum Unwollen der Kammerdiener auch der Bürgermeister, doch jener war ganz still, teilnahmslos und trottete brav hinter Nagash einher. Sie waren Einkaufen gewesen. Nagash hatte endlich ein Kleid bekommen, das ihr der Schneider aus unerfindlichen Gründen sogar umsonst gegeben hatte, nur mit der Bitte ihm zu verzeihen. Sie war nicht darauf eingegangen. Es war nicht nur praktisch, sondern auch kleidsam. Rote Seide, mit schwarzem Stoff stand ihr nicht schlecht wie sie fand, und es betonte ihren Körper endlich wie es ihrer würdig war. Auch Axa hatte sich neu eingekleidet. Den Leinenwams hatte er abgelegt, stattdessen trug er nun eine Rüstung aus Leder, mit einigen Metallplatten, sowie stolz an Schwert an seinem Gürtel. Er trug nebenbei noch einen ganzen Sack heran, welcher verdächtig klimperte als er ihn abstellte, gefüllt mit den Ersparnissen des Bürgermeisters. Und hatten sie auch andere Dinge mitgebracht, Kleider für sie alle, sowie Waffen. Nagash hatte sogar eigens etwas ausgesucht das Tornitror vielleicht tragen würde. Sie fackelte nicht lange auf Tornitrors fragenden Blick, und erzählte sogleich was geschehen war, wobei sie Axas Eingreifen jedoch so umspielte, das Fara wohl im dunklen blieb, Tornitror jedoch deutlich erahnen konnte was geschehen war. Und auch erklärte sie ihren neuen... "Besucher" "Er wird uns folgen und uns dienlich sein, oder?" Der Bürgermeister hob den Kopf, grinste plötzlich breit und nickte begeistert "Braver Idiot... mach sitz" Und tatsächlich ging er auf alle Viere hinab und drückte seinen Hintern auf den Boden "Gutes Kerlchen..." Sie kraulte seinen Haarschopf und schmunzelte böse "Aber er hat Boten ausgeschickt um nach deiner Identität zu forschen Tornitror... Ich weiß nicht wie schnell die Pferde heutzutage sind, aber wir können hier nicht ewig bleiben"
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Kimor
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Die Achse des Bösen - Auferstehung

Beitrag #29 von Kimor » 28.01.2017 00:46

Tornitror fand das Bad in einem der hintere Zimmer vor, mit einem Steinplatte im Boden unter der Wanne, damit das Wasser den restlichen Holzfussboden nicht so schnell faulen liess. Die Magd war ihm vorausgegangen und stand nun zu seiner linken bereit, doch zuerst beachtete er sie nicht, sondern warf einen prüfenden Blick auf die Wanne, ein grösserer Waschzuber aus Bronze, wie es ihm schien, dessen Inhalt vor sich hin dampfte und etwa zu drei Vierteln gefüllt war. Er ging langsam auf die Wanne zu, spürte dabei die Kälte des Bodens an seinen Fusssohlen, ein seltsam angenehmes Gefühl für die geschundene Oberfläche, und tunkte dann einen Finger in das heisse Wasser. Der Schmerz liess ihn zusammenzucken, doch er liess den Finger drin und merkte sich, wie lange es dauerte, bis er sich an die Hitze zu gewöhnen schien. „Entkleidet mich“, forderte er die Magd auf, worauf sie mit eiligen Schritten an seine Seite kam und begann, ihm die restliche Kleidung auszuziehen, wobei sie versuchte, das Mal zu ignorieren, dass sich an seiner Seite entlangschlängelte und seine makellose Haut entstellte. Das Elementarwesen versuchte anhand ihrer Reaktion festzustellen, wo ihre Loyalität lag. Würde sie ihn für ihren Herren ausspionieren oder vielleicht sogar sabotieren? Hatte dieser sie misshandelt oder vielleicht geschändet? Seine Augen fanden keine Anzeichen von Gewalt an dem Mädchen, aber es vermied mit allen Mitteln, ihm in die Augen zu sehen, sondern erledigte ihre Arbeit methodisch, auch wenn ihre Finger zitterten und ein wenig ungeschickt waren. Also hatte man sie schon einmal zu so etwas aufgefordert, wenn auch nicht oft, so dass es sie noch immer Überwindung kostete. Als er nackt war, sah er sich seinen fleischliche Hülle genauer an, doch es hatte kaum Veränderungen gegeben, keine Auswüchse, Anomalien oder sonstige Auffälligkeiten, ausser dass das Chaos im eine Fleischhülle verpasst hatte, die sich vermehren konnte. „Ich Glückspilz“, dachte Tornitror sich spöttisch, bevor er begann, in die Wanne zu steigen, langsam und behutsam, weil es doch etwas anderes war, nur einen Finger hinein zu tunken, als den gesamten Körper. Als ihm das Wasser bis zum Kinn ging, stiess er einen wohligen Seufzer aus, spürte, wie seine gequälten Muskeln sich lockerten und ein warmer Nebel seinen Verstand einzulullen begann, doch als er ein Rascheln von Kleidung hörte, riss er schlagartig die Augen auf und hob eine Faust kampfbereit aus dem Wasser. Die Magd starrte ihn mit vor der Brust verschränkten Armen entsetzt an und erst nach einigen Augenblicken, in denen sie kurz davor stand in Tränen auszubrechen und er seine Hand langsam senkte, bemerkte er, dass sie begonnen hatte, sich selbst zu entkleiden. „Kein Rascheln einer versteckten Waffe“, schalt er sich selbst für seine Paranoia und schob sie auf die Begegnung mit dem Chaos, all den Erniedrigungen und Schmerzen, die er hatte erleiden müssen. Natürlich, sie wollte ihn waschen, das hatte er ihr befohlen, und da er ein Hochlord war, nahm sie wahrscheinlich an, er wolle sie dabei unbekleidet sehen oder sich gar mit ihr vergnügen. Für einen kurzen Moment liess er diesen Gedanken in seinem Geist hin und her rollen, wie einen kuriosen Gegenstand, dessen Beschaffenheit er unter die Lupe nehmen wollte, aber selbst wenn es ihm nun möglich war, liess sich daraus keinen Vorteil gewinnen. „Das ist nicht nötig“, befahl er ihr in einem herablassenden Ton, bevor er sich wieder zu entspannen begann. Er konnte das instinktive Zucken seines Körpers, als sie ihn zum ersten Mal mit Schwamm und Seife berührte, nicht unterdrücken, aber von da an war sie wie Luft für ihn, während er nachzudenken begann, wie er den Schlamassel mit dem Chaos überstehen konnte. Jede Aktion gegen das Mal oder seine Bestimmung würde bestraft werden und Tornitror bezweifelte, dass sie die nächste Strafe überleben würden, also galt es in erster Linie, den lächerlichen Rest seiner Fähigkeiten zu benutzen, um das Beste aus der Situation zu machen. Dieser Gedanke führte ihn zu Fara, seiner kleinen Prophetin, deren Zuversicht und Loyalität er wieder zu verlieren begann, wenn er sich entgegen der Worte verhielt, die er ihr gegenüber in Bezug auf Nagash geäussert hatte. Vielleicht sollte er die Lüge weiter ausbauen, doch ein Teil von ihm wusste, dass Lügen besser funktionierten, wenn sie mit Wahrheit verwoben wurden und sich dem bedienten, was der Angelogene glauben wollte oder zu wissen dachte. Er würde auf das Mal zu sprechen kommen müssen, schon wieder, aber wie konnte er seine plötzliche Freundlichkeit erklären? Er zerbrach sich den Kopf über das Dilemma entweder eingestehen zu müssen, dass er kein wahres göttliches Wesen war, um zu erklären, wieso er hatte zu einem Sklaven werden können, oder weiterhin auf seine Göttlichkeit zu pochen, dann aber in Erklärungsnot zu kommen, wieso er sich nicht der ganzen Sache mit seiner immensen Macht entledigte. Die Magd hatte aufgehört ihn abzureiben und verharrte zögerlich an der Seite der Wanne, wobei sie Tornitror unter gesenkten Liedern anzusehen versuchte. „Mein Gesicht und dann bringt das Mädchen her“, wies er sie an und schloss dann in Erwartung des Schwammes die Augen.

Fara schlang frustriert und wütend ein weiteres Stück Brot herunter und versuchte dabei, nicht die Schulter der Elfe anzustarren, die sich nun makellos sauber und geheilt präsentierte, ein Zeichen für die Macht des Scheusals und ihre eigene Unzulänglichkeit. Wieso musste diese verfluchte Schlange auch so schön sein und heilende Kräfte besitzen? Selbst die Elfe war voller Ehrfurcht oder zumindest einigermassen ehrfürchtig gewesen, als das blaue Feuer die Wunde sauber geleckt hatte und sie den Arm wieder schmerzfrei bewegen konnte. Sie hatte sich sogar bei dem Miststück bedankt und was hatte Fara getan, beinahe verhindert, dass ihrem Mündel Gutes widerfuhr einfach nur, weil sie ihrem Hass nachgegeben hatte. Das Mädchen fühlte sich so nutzlos. Sie war die Auserwählte des Herrschers des Lichts, schön und gut, aber was konnte sie diesem bieten? Und wieso war all seine Verärgerung, all seine Herablassung gegenüber der Nekromantin seit ihrem Ohnmachtsanfall verschwunden? Sie konnte sich nur an Schmerz erinnern, Schmerz und Schwärze, aber nicht mehr und niemand erzählte ihr davon. Die Elfe versuchte ihrem Blick auszuweichen, sah sich stattdessen im Haus um, als wären die Möbel, die Wände und die spärliche Dekoration etwas neues für sie, aber es gab nur eine begrenzte Anzahl Dinge, denen sie ihre Aufmerksamkeit schenken konnte, bis offensichtlich wurde, was sie tat. Die Prophetin rückte näher an die Elfe heran, nahm deren Hände in die ihren und zwang sie so, Blickkontakt aufzunehmen. „Ich habe dich enttäuscht, erneut, und das tut mir leid. Ich hätte dich beschützen sollen, aber ich bin noch nicht stark genug der Funke in der Dunkelheit zu sein, so wie der Herrscher des Lichts es für mich vorgesehen hat“, erklärte sie leise, aber hielt weiterhin Hände und Blick fest, damit ihr Gegenüber verstand, wie ernst es ihr war. „Ich besitze keine mächtigen Fähigkeiten oder grosse Weisheit“, gestand sie und spürte, wie ein Kloss sich in ihrem Hals bildete, als sie feststellte, dass sie kurz davor war, ihre grössten Ängste auszusprechen, „ich bin nur ein Mädchen, dass ihren Gott liebt und versucht, das Beste aus dem zu machen was sie hat. Ich habe meinen Vater und meinen Bruder begraben, als Nagash sie verzehrt hat.“ Sie schluchzte und Tränen rannen ihr übers Gesicht, doch sie verhinderte den Versuch der Elfe, die Hände zurückzuziehen oder wegzusehen, denn sie sollte erkennen, was Fara war, damit sie verstand, wieso sie das tat. „Die Mörderin meiner Familie führte ich zum Gefängnis meines Gottes mit dem Gedanken der Rache im Herzen, aber sie stellte sich als ein Schlüssel zur Befreiung heraus und nun, nun ist sie Teil der Bestimmung meines Herren, der mich zu seiner Prophetin machte. Zuerst machte mich das Hochmütig, die kleine auserkorene Fara an der Seite des Herrn, es liess mich vergessen, was die Geschichten und Lehren des Herrschers des Lichts uns beibringen wollen: Demut und Vergebung gegenüber den Lichtsuchenden und Gerechtigkeit und Härte gegenüber den Verblendeten.“ Sie spürte, dass ihr Gegenüber etwas sagen wollte, aber sie schüttele den Kopf, verstärkte den Druck auf die Hände. „Hör zu!“, sprach sie eindringlich, „Er folterte dich mit Blitzen, aber es war meine Schwäche, die das zuliess. Er liess einen jungen Mann sich im Dreck windend am Boden zurück, aber es war meine Unaufmerksamkeit, die ihn dazu verdammte. Er hätte dich für deinen Angriff töten sollen, töten müssen, doch er vergab dir und lehrte mich Demut. Das Gleiche gilt für den Jungen, denn er hat einen Schützling Gottes angegriffen, aber da er dich nicht tötete, brachte er Gerechtigkeit.“ Das Mädchen senkte den Blick und liess die Elfe los, welche ihr Gegenüber fassungslos anstarrte, weil diese gesamte Erzählung ihr nur aufzeigte, was mit dem Geist von Sterblichen geschah, wenn sie zwischen die Mühlen höherer Mächte gerieten, doch gleichzeitig war da ein tiefes Mitgefühl für diese zerbrochene Seele, die sich krampfhaft an ihren Glauben klammerte, um nicht den Fängen des Wahnsinns zu verfallen. Sie sollte dem Mädchen erzählen, dass das Chaos hinter all dem Leid steckte, dass es nur eine Macht gab, die man wirklich fürchten sollte, aber würde es ihr überhaupt glauben? Es hatte seine Liebsten verloren, sie waren vor ihren Augen gefressen worden, kein Wunder hielt sie am Gedanken fest, dass es dafür einen göttlichen Willen gab, ein grosses, heiliges Ziel, dass all diese Taten rechtfertigte, denn sonst wäre alles nur profane Grausamkeit gewesen. Sie erinnerte sich an die Schmerzen, als die Blitze ihren Körper gepeinigt hatten und es erfasste sie kalte Wut auf den hellhäutigen Bastard, der ihr das angetan hatte, aber sie spürte noch tieferen, heissen Zorn, als sie zusammensetzte, was er mit dem Mädchen gemacht hatte. Sie fasste den Entschluss, bei ihr zu bleiben und zu versuchen, ihr Normalität zu geben, damit es nicht vollständig den Bezug zur Welt verlor. So konnte sie auch ihre Lebensschuld begleichen, die es in ihrem Stamm wirklich gab, auch wenn sie es dem Monster mit dem goldenen Stab niemals verraten würde. Das Schwein nutzte selbst ihre eigenen Riten in seinen Ränkespielen aus. „Erzählt mir mehr über eure Familie“, bat die Elfe zaghaft, wobei sie ganz sachte nach Faras Arm griff und als wäre der körperliche Kontakt ein Schalter gewesen, öffneten sich Fara ihrem Mündel und begann ihr von allem zu erzählen: den Messen ihres Vaters, die Spiele im Garten, wie sehr Torna die Pferde geliebt hatte, wie ihre Brüder sie für Streiche eingespannt hatten, ihre eigene Furcht vor der Dunkelheit und wie ihr Vater erklärte, dass sie immer den Funken des Herrschers des Lichts in sich trug und weitere Geschichten, auch solche über ihren Gott selbst. Die Elfe hörte aufmerksam zu, streute hier und da Fragen ein, wenn Fara über Dinge sprach, die mehr Kontext benötigten, und mit jeder Geschichte wurde ihr klarer, dass ihr Entschluss das Beste war, dass sie in der jetzigen Situation tun konnte, nicht nur für sich, sondern vor allem für das Mädchen. Sie würde ihr zur Seite stehen, ein offenes Ohr für Ängste und Sorgen anbieten und so vielleicht Einfluss nehmen können, damit sich Fara nicht selbst aufgab, während sie versuchte, den verdrehten Massstäben eines arroganten Sadisten gerecht zu werden. „Werdet ihr euch dem einen Glauben anschliessen und euch durch Licht taufen lassen?“ Die Frage liess das Gesicht der Elfe kurz erstarren und sie blinzelte drei vier Male, bevor sie sich fasste. Fara sah sie mit einer solchen aufrichtigen Hoffnung an, dass es ihr das Herz zerbrechen würde, wenn sie diese Geste verweigerte, aber gleichzeitig konnte sie nicht ihre eigenen Wurzeln verleugnen, nur um dieser Sterblichen zu gefallen. Die beiden Positionen rangen um die Vorherrschaft im Herzen der Elfin, doch als Faras hoffnungsvolle Miene begann langsam zusammenzusinken, gab sie sich einen Ruck und nickte steif, wobei sie sich fragte, was es mit dieser Lichttaufe auf sich hatte, aber dieser Gedanke wurde durch das strahlende Lächeln der Prophetin, dieser unbändigen Freude, weggewischt und plötzlich fand sie sich in einer Umarmung wieder, die sie nicht erwartet hatte. Die beiden hatten nicht gemerkt, dass Axa seit längerem verschwunden war, also reagierte Fara auch nicht auf seine Abwesenheit, als sie nach ihrem Stab griff und die Elfe bat, vor sie hinzuknien. Sie nestelte nervös an ihren Amuletten herum, strich sich die Haare zurück und grinste unsicher, bevor sie sich dann räusperte und dabei den Rücken durchdrückte. „Oh Herrscher des Lichts, eine weitere Seele sucht Schutz vor der Dunkelheit und folgte dem Funken ins Licht. Lehre sie Demut gegenüber ihren Nächsten, denn wir alle sind Funken in der Dunkelheit. Lehre sie auch Vergebung, denn.. denn“, die Prophetin hielt peinlich berührt inne, weil ihr die offiziellen Worte entfallen waren, aber die Elfe nickte ihr nur zuversichtlich zu, so dass sie in ihren eigenen Worten fortfuhr, „Lehre sie auch Vergebung, denn das Licht muss geteilt werden, selbst mit jenen, die sich abwenden. Oh Herr, wir erbeten deine Gerechtigkeit und deine Fürsorge im Kampf gegen das Böse und die Dunkelheit. Sei das gleissende Schwert und das donnernde Wort in den Herzen deiner Gläubiger. Lasse uns standhaft sein gegen die Verführung im Schatten und in unserem Geiste. Und so sollst du getauft sein im Licht.“ Fara hielt feierlich inne, dann drückte sie die Spitze ihres Stabes gegen die Stirn der Elfe, aber nichts geschah. Sie drückte ein wenig fester, aber das Ergebnis war nur, dass die Elfe beinahe ihr Gleichgewicht verlor. Die Prophetin runzelte verärgert die Stirn, denn ihr Vater hatte ihr gesagt, dass die Amulette bei einer Taufe einen kleinen Schlag abgaben, wenn der getaufte akzeptiert wurde, aber hier geschah nichts. Sie drehte den Stab ein wenig und plötzlich zuckte die Elfe mit einem Aufschrei zurück und hielt sich die Stirn. „So verleihe ich dir den Namen Kiska Aylanuu, ein weiterer Funke, um die Dunkelheit zu durchdringen. Steh auf und erhebe dich ins Licht, Tochter“, verkündete das Mädchen feierlich und streckte der Elfe mit purer Freude im Gesicht die Hand entgegen, um ihr aufzuhelfen. Diese ergriff die dargebotene Hand und liess sich aufhelfen, wobei sie noch immer mit den Fingern der anderen Hand über ihre Stirn strich, um festzustellen, ob sie eine Verbrennung davongetragen hatte, aber da war nichts, nicht einmal warme Haut. Es hatte sich aber beinahe wie die Folter des Sadisten angefühlt, aber doch anders. Wärmer vielleicht? Wie ein Willkommen? Sie verstand es nicht, aber ihr neuer Name gefiel ihr, er hatte einen härteren Klang als ihr Echter und doch war er nicht so einfallslos wie die Namen anderer Sterblicher, die sie schon gehört hatte. „Kiska Aylanuu“, sprach sie laut und verbeugte sich dann vor dem Mädchen, um ihr zu zeigen, dass er ihr gefiel, was in einer weiteren Umarmung endete. „Jetzt seid ihr meine Schwester im Glaube, Kiska“, murmelte das Mädchen und die Elfe konnte die Sehnsucht, die in dieser Aussage verborgen lag, ebenso sehr spüren wie in der Umarmung, die fast nicht enden wollte. Ein Räuspern holte die beiden zurück in die Wirklichkeit und liess sie ruckartig voneinander ablassen. „Der Hochlord wünscht das Mädchen zu sehen“, sprach die jüngere Magd und vermied es dabei, eine der beiden Frauen anzuschauen. „Du musst mitkommen Schwester, damit wir ihm deine Zugehörigkeit zum Licht zeigen können“, verlangte Fara und packte dabei Kiska am Arm, die sich zuerst weigerte und einwarf, dass er nur nach Fara gerufen hatte, doch dem Enthusiasmus des Mädchens hatte sie nicht viel mehr entgegen zu setzen, so dass sie ihr mit düsteren Vorahnungen folgte. Ihr war klar, dass der 'Herr' nicht so leicht zu überzeugen sein würde, wie seine kleine Prophetin.

Tornitror hatte sich in der Wanne gekehrt, damit er seine Prophetin eintreten sehen würde, denn seine geschwächten Sinne liessen ihn nicht mehr die kleinen Energiestösse in den Köpfen der Wesen um ihn herum spüren, so dass er sich auf die Fünf beschränken musste, die allen Fleischsäcken zur Verfügung standen. Als die Magd gegangen war, hatte er sich überlegt, welche Gerüchte sein Befehl spriessen lassen würde. Er, ein Hochlord, schickte eine Magd fort, als sie sich ihm anbot, und verlangte stattdessen nach dem blutjungen Mädchen, dass sich um die gefangene Elfe gesorgt hatte. Ein amüsiertes Lächeln umspielte seine Lippen, als er an die Implikationen dachte, an das Stirnrunzeln ehrbarer Männer, das Getuschel der Frauen, wie sie ihre eigenen Töchter vor ihm verstecken würden. Falls sie noch eine Weile hier blieben, würde er irgendwann Fara bitten, die hübscheren Dorfmädchen zu versammeln und in ihr Heim zu bringen, nur um zu sehen, ob dieser Funke reichen würde, um eine Reaktion aus Gewalt zu entzünden, aber dazu hatte er später noch Zeit. Er hörte gemurmelte Worte vor der Tür und dann trat Fara ein, so wie Tornitror es erwartet hatte, doch ihr folgte die Elfe auf dem Fuss, was ihn überraschte, doch er beherrschte seine Mimik zu gut, um darauf zu reagieren. Das Mädchen errötete sofort, ihre Augen vermieden es, seine Gestalt anzusehen oder konzentrierten sich mit aller Macht darauf, nur in seine Augen zu schauen, doch sie rutschten trotzdem hinunter, versuchten das Wasser zu durchbrechen, aber es war seifig und schmutzig zugleich. Die Elfe hingegen hatte keine solche Scheu, aber ihr Ausdruck war unterdrückte Wut, angespannter Kiefer und zuckender Mundwinkel, doch sie blieb an Faras Seite und immer wieder sprangen ihre Augen zur kleineren Gestalt des Mädchens. Das Elementarwesen konnte die veränderte Dynamik sehen, aber er wusste nicht, was geschehen war, deswegen setzte er ein Lächeln auf und sprach: „Ich dachte, ich hatte nur nach meiner Prophetin gerufen.“ Worauf Fara erwiderte: „Das habt ihr, aber, sie, also Kiska, also die Elfe, sie hat sich zu meinem Glauben, nein, eurem Glauben bekannt und ich wollte, dass ihr das erfahrt.“ „Nun gut, ihre Treue soll noch bemessen werden. Schickt sie hinaus!“, forderte er mit einer Handbewegung, doch als die Elfe dem Befehl zähneknirschend folgend wollte, wurde sie, zu ihrer und Tornitror Überraschung, von Fara zurückgehalten. „Sie bleibt, denn sie ist meine Schwester und ich bitte darum, dass ihr ihr ein Amulett eurer Heiligkeit zur Verfügung stellt.“ „Nein“, donnerte Tornitror laut und die drei hörten einen Aufschrei hinter der Tür und dann ein dumpfes Poltern, als etwas gegen die Wand stiess. „Die Amulette werden nur aussergewöhnlichen Anhängern verliehen, sie sind eine Auszeichnung!“ „Aber mein Vater hat..“ „Dein Vater war ein Narr, denn er kannte ihre Bedeutung nicht es gab genug für alle von euch“, unterbrach der selbsternannte Gott das Mädchen und erhob sich wütend in der Wanne, wobei er seine Nacktheit wie eine Waffe verwendete, um Faras weitere Proteste niederzuschlagen. „Ihr kränkt die einzige Person, die euch gegenüber loyal ist, ihr seid ein lausiger Herr“, brach es aus der Elfe heraus, die sich nicht von der nackten Gestalt einschüchtern liess, auch wenn das intensive Schwarz des Mals einen eindrücklichen Kontrast zur weissen Haut ihres Besitzers darstellte und zu einer Klaue geformt war, die sich in die Flanke zu graben schien. „Anscheinend lernt dein Volk nichts aus Schmerzen“, bemerkte Tornitror mit einem grausamen Lächeln im Gesicht und seine Hand schnellte nach vorne, worauf ein Blitzstrahl in Kiskas Richtung schoss, doch Fara warf sich mit einem Aufschrei dazwischen. Innerhalb eines Augenblicks änderte sich die Flugbahn des gleissenden Geschosses und mit einem lauten Knall schlug es in die Spitze von Faras Holzstab ein, wo das Amulett hörbar zu knistern begann. Ungläubig starrte die Elfe das hölzerne Ding an, während das Mädchen ihrerseits mit Entschlossenheit im Herzen Tornitror betrachtete, welcher keine Gefühlsregung zeigte. Die Stille hielt einige Herzschläge an, in denen Kiska zu verstehen versuchte, wer ihren Tod verhindert hatte: War es das Mädchen gewesen? Hatte sie irgendwelche latenten magischen Fähigkeiten? Aber das machte keinen Sinn, Fara hatte keinerlei Anzeichen von Magie an sich. Lag es am Stab? Hatte der Stab sie gerettet? Sie wusste, dass der Stab wichtig war, hatte ihn aber bisher nur als weitere Kette gesehen, mit der Fara an ihrem Platz gehalten wurde. Oder war dies alles nur ein Schauspiel dieses Bastards, damit sie oder Fara nach seiner Pfeife tanzten? Das würde schon eher in seine Pläne passen, dieses sadistische Schwein! Während Kiska noch nachdachte, beugte Fara ihr Haupt und ging dann auf Knie. „Sie gehört zu meiner Herde, oh Herr, und so werde ich sie beschützen. Wenn ihr jemanden bestrafen wollt, so bestraft den Hirten, wenn sein Mündel sich ungehörig benimmt.“ Das Elementarwesen erfasste die Lage und wog seine Optionen ab. So sehr es ihm auch missfiel, die Elfe hatte recht gehabt, er hatte die einzige Person gekränkt, die ihm gegenüber Loyalität verspürte, was falsch gewesen war. Wenn er die beiden ungestraft gehen liess, wäre das ein Zeichen seiner Güte, aber es würde auch bedeuten, dass er Auflehnung in einem gewissen Masse tolerierte. Wenn er die Elfe bestrafte, dann sabotierte er seinen einen Plan, Fara zu einer gütigen, mitfühlenden Prophetin zu machen, die ihre Anhänger mit Liebe an sich band. Er konnte das Mädchen bestrafen, ohne weiteres, schliesslich bat sie darum, aber das würde den lodernden Zorn, den er in den Augen der Elfe sah, nur weiter schüren und er würde sich auch in deren Gegenwart in Acht nehmen müssen. Seine Miene verfinsterte sich, weil er sich an einer Kreuzung befand, bei der es keinen besten Pfad, sondern nur das kleinste Übel auszuwählen gab, aber dann kam ihm doch eine Möglichkeit in den Sinn, wie er seine Durchsetzungsfähigkeit zeigen, aber doch nicht grausam erscheinen konnte. „Erhebe dich, Kind“, sprach er mit verstärkter Stimme und als Fara ihn ansah, wieder mit dieser Entschlossenheit, zu ertragen, was kommen würde, legte er eine Hand unter ihr Kinn. „Du wirst für die frevelhafte Zunge deines Mündels bezahlen, mein Kind. Strecke deine Zunge heraus.“ Fara tat wie geheissen, doch ihre Augen weiteten sich überrascht und die Elfe stand kurz davor, dazwischen zu gehen, weil sie ahnte was kommen würde, aber die drohende Faust Tornitrors, über die Funken zu tanzen begannen, hinderte sie daran. „Ihre Worte sind deine Worte, wenn sie schlecht über ihren Gott spricht, dann sprichst auch du schlecht über deinen Gott. So vernehme mein Urteil, denn ich bin gerecht, aber auch gnädig: du sollst deine Gabe zu sprechen verlieren, nicht für immer, denn dein Vergehen war nur, dass du eine gute Hirtin bist, doch wisse dies, mein Kind, ich werde nicht immer so gütig sein.“ Blitzschnell packte er die herausgestreckte Zunge und liess seine Blitze in sie hineinstossen, tausende von spitzen Nadeln stiessen durch das Organ in Faras Körper, liessen sie krampfhaft zucken und ihre Zunge brannte lichterloh. Ihr Verstand war ein Chaos an widersprüchlichen Signalen, Schmerz, süss, Schmerz, sauer, salzig, Schmerz, bitter, süsser Schmerz, saurer Schmerz, bitterer Schmerz, salziger Schmerz, dann weisse Lichter, schwarze Punkte, kein Gefühl mehr im Mund, die gefühllosen Augen ihres Herren, noch weiterer Schmerz, dann plötzlich kraftlose Dunkelheit.

Fara erwachte in einer Halle, deren schummriges Licht es ihren Augen schwer machte, die Tiefe des Raums zu erfassen, aber sie schien riesig zu sein. In Fels gehauene Säulen und Torbögen liessen erkennen, dass dieser Ort von Händen erschaffen worden war, aber wessen Hände, dass konnte das Mädchen nicht sagen. Sie drehte sich nach links, wo sie mehr Säulen sah, die in einen kleineren Eingang mündeten, aus dem schwarze Schwaden langsam den Raum zu füllen begannen, als hätte jemand einen Kessel flüssige Dunkelheit umgekippt. Zu ihrer Rechten erhoben sich gewaltige Statuen aus Marmor, geschlechtslos, mit wunderschön herausgearbeiteten Muskeln und Proportionen, so als hätte jemand athletische Krieger mit einer feinen Haut aus Gestein überzogen. Beide hielten jeweils ein Schwert aus Marmor in ihren Händen, dessen Spitze gegen den Boden gerichtet war und auch die Waffen waren so detailliert herausgearbeitet, als hätte ein Meisterschmied den Steinmetz beraten. Zwischen den Statuen, auf der Höhe der Schwertspitzen, konnte das Mädchen einen Sarkophag oder etwas ähnliches ausmachen, aus dem beständig eine dunkle, dickflüssige Flüssigkeit in filigran eingearbeiteten Kanälen rann, die seltsam beunruhigende Muster bildeten, bevor sie in ein Auffangbecken endeten, dass bis zum Rand gefüllt war, aber nie überlief. Zaghaft machte sie einige Schritte auf das grausige Spektakel zu, obwohl es sie abstiess, aber sie schien nicht Herrin ihres Körpers zu sein. Sie konnte erkennen, dass es kein Sarkophag war, sondern ein Folterinstrument, dass man 'eiserne Jungfrau' nannte, und obwohl sie diesen Begriff noch nie gehört hatte, war ihr die Bedeutung klar. Tausende Dornen das Fleisch durchbohrend, sie drückten und drückten den Lebenssaft heraus, doch es war nicht genug, das Blut versiegte nicht, das Wesen des Krieges lauerte nur, angespannt wie ein verletzter Tiger, den man in eine Ecke gedrängt hatte. Sie trat noch näher heran, sah eine Inschrift vor dem Auffangbecken, sah die Warnung, aber verstand die Worte nicht. 'Blut dient nicht'? War es das, was geschrieben stand, Fara wusste es nicht, sie spürte aber, dass das Blut in dem Becken nach ihrem eigenen rief, als wären sie alte Freunde, Kameraden, Liebende die sich vereinen musste und dann, dann streckte sich Faras rechter Arm nach vorne, obwohl sie sich sträubte, streckte sich dem Blut entgegen, welches jubilierte. „Komm, komm vereinige dich mit uns“, säuselte es mit wohliger Stimme und das Mädchen wollte schreien, aber ihr Mund blieb stumm, verweigerte den gehorsam. Sie sah ihren Arm an, dann sah sie genauer hin und es war nicht ihr Arm, es war ein Männerarm. „Die Jacke de Bürgermeisters! Oh Herr, bin ich Teil dieses schrecklichen Mannes?“, fragte sie Fara erschrocken, dann bemerkte sie, dass der Arm blutete, dass die rote Flüssigkeit daran hinunter tropfte, aber nicht mehr gerade hinunter, oh nein, sondern schräg, wie angezogen von dem Auffangbecken, als würde es dort hineinfallen wollen. Die Prophetin wollte den Blick abwenden, denn sie ahnte, dass etwas schreckliches passieren würde, passieren musste, aber dies war nicht ihre Fleischhülle und so berührte ein Finger nach quälend langer Zeit die blutige Oberfläche und das Blut griff zurück. Es war wie Feuer dass durch den Arm in den Körper des Bürgermeisters schoss und gleichzeitig griff es nach ihm und ihr und sie kippten vornüber in das Becken hinein, worauf ein ohrenbetäubendes Knirschen die Halle erbeben liess. Fara versuchte sich zu orientieren, aber da war nur noch mehr rote Flüssigkeit, Feuer und Pein, als würde sich etwas in diesem Körper umstülpen, dann erhaschte sie einen kurzen Blick auf eine Statue, die sich zu bewegen schien, deren Gesicht sich ihr zuwandte, bevor sie das Zischen von etwas grossem und schweren hörte, dass gegen ihren Hinterkopf krachte.
Erneut Dunkelheit, dann ein Felsspalt, wie ein Eingang, darüber ein verwittertes Schild, eine Holzbrücke, marode über einem klaren Fluss, daraufhin ein kleiner Hügel entlang zweier Weizenfelder und schliesslich Regenics Mühlräder, die sich träge drehten. Auf der Mühle hockte ein Wesen aus formloser Schwärze, dessen Gestalt immer wieder zerfloss, als könnte es sich nicht für eine bestimmte Form entscheiden, Flügel, Krallen, Kiefer, Schnauzen, geschlitzte Augen, Hasenohren die belustigt wackelten. „Erzähl es deinem Marionettengott“, grollte das Wesen mit einer Stimme wie Granit der an Granit rieb und das alles kam Fara doch bekannt vor, aber dann sprang das Wesen herunter und direkt auf das Mädchen zu, fletschende Zähne und reissende Krallen, und schrie gellend auf. Dunkelheit.

Tornitror hatte Fara nach ihrem Zusammenbruch in den grösseren Bereich zurückgetragen, wo sie zuvor gegessen hatten und sie dort auf den Tisch gelegt, wo sie sich hin und her bewegte, unverständliche Dinge murmelte. Seine Gedanken kreisten um diesen plötzlichen Anfall, wobei er an seinen eigenen Fähigkeiten zweifelte, die Kraft seiner Stösse regulieren zu können, aber das machte keinen Sinn, denn er hatte nur genügend Kraft eingesetzt, um die Zunge des Mädchens für einige Stunden zu lähmen. Er erinnerte sich an ihre Schmerzensschreie und wie Kiska sich beinahe auf ihn gestürzt hätte, um einzugreifen, durch seinen mörderischen Blick jedoch abgehalten worden war, doch dann hatte Fara plötzlich das Bewusstsein verloren. Ihr Körper sackte zusammen und überrascht hatte das Elementarwesen ihre Zunge losgelassen, so dass ihre Stirn mit dem Rand der Wanne kollidiert war. Das war der Moment gewesen, wo er die ersten Zweifel an sich selbst bekommen hatte, aber nun, als er beobachten konnte, dass Fara zu träumen schien, keimte ihn ihm der Verdacht auf, dass sich das Chaos wieder einmischte und ihnen weiterer Zuwachs bevorstand. Er setzte eine besorgte Miene auf, als befürchte er, seine Prophetin zu verlieren, und befahl der Magd, Wasser und ein Tuch zu bringen, einerseits, damit er die Elfe anweisen konnte, sich um Fara zu kümmern, aber andererseits auch, damit sie nicht zugegen war, falls Fara erwachte und von einer Vision berichtete. Kiska war an der Seite des Mädchens geblieben und legte ihr ab und zu die Hand auf die Stirn oder den Kopf auf die Brust, als würde sie anhand der Temperatur oder der Atmung erkennen können, wie es um sie stand. „Ihr vergeudet eure Zeit. Es ist eine Vision, die sie plagt“, erklärte Tornitror knapp und setzte sich auf einen Stuhl, während er wartete, dass seine Prophetin zur Besinnung kam, wobei ihm die Ironie an diesem Gedanken nicht verborgen blieb. Um nicht wieder in seine verschmutze, verschwitzte Kleidung zu steigen, hatte er ein beiges Leinenhemd und eine ebensolche Hose angezogen, die ihm die Magd herausgelegt hatte, doch die Hose war zu kurz und das Hemd spannte etwas, wenn er seine Arme auseinander bewegte, aber er würde damit zurecht kommen. Als Fara mit einem erstickten Schrei hochfuhr, versuchte Kiska sie sogleich zu beruhigen, in dem sie ihr beruhigende Worte zuflüsterte und sie ihn den Armen hielt, doch dieser Moment der Geborgenheit wurde durchbrochen, als Tornitror verlangte, dass das Mädchen berichtete, was es geträumt hatte. Stirnrunzelnd hörte er zu, stellte einige Fragen zu den Wegpunkten, die das Mädchen gesehen hatte, wollte wissen, aus welchem Material die Wächter bestanden, die breit die Schwerter zu sein schienen, dann kniff er sich in den Nasenrücken und forderte sie auf, sich zu stärken, weil sie bald diesen Ort würden aufsuchen müssen. Sie assen schweigend noch mehr Brot und ein wenig von einer dickflüssigen Brühe mit einigen Stücken Fleisch drin, wobei Tornitror sich nicht ausmalen wollte, von welcher Kreatur das Fleisch stammte, während sie warteten, dass die Nekromantin und der Junge zurückkehrten, deren Aufenthaltsort keiner der beiden Dienerin ihnen verraten konnte. Sie wussten nur, dass die Herrin verschwunden war, nachdem sie die Kleiderschränke durchsucht hatte und dass der junge Herr ebenso das Haus verlassen hatte.

Als die beiden zurückkehrten staunte das Elementarwesen nicht schlecht, was sie alles mit sich führten und vor allem, wie sie aussahen. Es fiel ihm schwer, seinen Blick von Nagash zu nehmen, eine Augenbraue fragend erhoben, doch als der Bürgermeister eintrat, wurde ihm klar, dass das Chaos tatsächlich seine Hand im Spiel hatte. Dies führte dazu, dass er sich fragte, ob Nagash von ihrem Erpresser begünstigt wurde, aber als er ihren Bericht hörte, verschleiert, damit Fara nicht die volle Wahrheit über ihren Bruder herausfand, obwohl Tornitror ihr gegenüber schon erwähnt hatte, dass dieses Ding nicht ihr Bruder war, hielt er sein Misstrauen zurück. Er bedanke sich für die Kleidung, auch wenn Nagash seinen Geschmack nicht ganz getroffen hatte, war er doch froh, wieder weiss tragen zu können, aber wieso mussten die Ärmel des Obergewandes gegen Ende immer breiter werden? Es liess ihn harmloser erscheinen, als er war, beinahe wie ein Mönch oder ein Priester, nicht erhaben und prachtvoll wie ein Gott. Fara hingegen trug nun ein blassgelbes Kleid ohne Ärmel und darüber eine kurze weisse Jacke, auf dessen Rückseite eine stilisierte Fackel mit golddurchwirkten Fäden gestickt worden war. Zusammen mit ihrem Holzstab wirkte sie tatsächlich wie eine Hirtin, die zu einem Fest ging. Kiska hatte sich praktischere Kleidung ausgesucht und eher Axas Stil nachempfunden, wobei sie ein gebogenes Kurzschwert an der Hüfte trug und ihr Haar mit einem weissen Band zurückgebunden hatte. Während sich Fara und Kiska in ein Zimmer zurückgezogen hatten, um sich umzuziehen, hatte Tornitror sich seine Sachen ohne gross nachzudenken an Ort und Stelle angezogen und dabei Nagash über Faras Vision unterrichtet. „Wenn das Chaos uns einen weiteren Verbündeten 'schenkt'“, seine Nase rümpfte sich, als er das letzte Wort aussprach, „dann ist dieser Bote das letzte Problem, das wir im Moment haben.“ Er schaute den Bürgermeister abschätzend an, dann betrachtete er Nagashs Gesicht und wählte seine nächsten Worte genau, um festzustellen, wie sie darauf reagierte: „Der Bürgermeister, er war Teil der Vision. Woher wusstest du, dass wir ihn brauchen?“

Es war schon seltsam Tornitror zu betrachten wie er sich einfach an Ort und Stelle entschieden hatte seine Kleidung zu wechseln. Die alten Lumpen fielen ab, und zeigten einen frisch gebadeten Körper, während er sich die Gewänder überstreifte... und scheinbar keinerlei Problem damit hatte sich vor ihnen dreien... oder zweien zu entblößen, der Bürgermeister in seinem Zustand zählte eher zu Nagash... Jener Bürgermeister lächelte seelig, blickte ein wenig verträumt durch die Dachbalken. Nagash fühlte in seinem Geist immer wieder Erinnerungen aufblitzen, doch unterdrückte sie jene gezielt, und ließ ihn nichts anderes fühlen als Glück, und so kicherte er sogar kurz angebunden... ehe er sich eine Ecke suchte, und sich wieder setzte. Axa lehnte an der Wand, sein Blick war von Tornitror hin zu Nagash gegangen, und er hatte die Augen etwas zusammengekniffen als er erkannte das Nagash durchaus neugierig geblickt hatte. Seit dem hatte er den Blick abgewandt und sich auf das zuhören konzentriert... "Ein weiterer Verbündeter? Glaubst du, noch so ein armer Tropf wie wir, oder jemand... der auf uns aufpassen soll?" Sie ging mehrere Szenarien im Kopf durch. Ihr erschien letzteres am Wahrscheinlichsten, doch wusste sie zu wenig um sich ein volles Urteil bilden zu können. Als Tornitror den Bürgermeister ansprach, schenkte auch sie ihm einen Blick. Der halb-zerstörte Geist erkannte das er plötzlich Fokus der Aufmerksamkeit war, und hob eine Hand und fröhlich zurück zu winken... vielleicht hatte sie es doch etwas übertrieben...? "Ich wusste gar nichts davon. Der nette Herr hat mich entführen lassen, weil er dir eines auswischen wollte. Der Schneider hat mich verraten, und dann kam sein Schlägertrupp. Ich glaube er wollte dich mit mir erpressen..." Was er sonst noch vorgehabt hatte, ließ sie aus Scham lieber unerwähnt, drehte den Kopf wieder zu ihm herum "Wäre Axa nicht gewesen, wäre wohl nun eine Forderung statt mir hier... Aber du hast Recht. Zufall ist das nicht..." In ihrem Kopf arbeiteten ihre Gedanken, vermengten sich, tauschten sich aus... doch nur eine Möglichkeit blieb ihr offen "Sagt Herr Bürgermeister... kennt ihr einen solchen Ort?" Der Bürgermeister blinzelte, und sein Gesicht erhellte sich "Aber natürlich! Wir senden regelmäßig Berichte an die heilige Ordnung über den Zustand dieser Kreatur..." Nagash nickte und sah zu Tornitror hin "Vielleicht... als ich seinen Geist in meinen Dienst zwang, hat sich das Chaos an seinen Erinnerungen bedient?"

Tornitror neigte den Kopf ein wenig, als Nagash ihm antwortete, ihre Schlussfolgerung war durchaus möglich, aber andererseits hatte das Chaos auf sie und ihn zugegriffen, ohne ein Mal benutzen zu müssen. „Ich denke deine 'Kontrolle' ist Bestrafung genug, dafür, dass er versucht hat, dich gegen mich auszuspielen“, kommentierte er die Pläne des Bürgermeisters, wobei er einen Stich der Verärgerung spürte, dass dieser Wurm es gewagt hatte, etwas in Besitz nehmen zu wollen, von dem er dachte, es gehöre Tornitror. Er runzelte die Stirn und blickte den traurigen Haufen Fleisch nochmal angewidert an, bevor er die Rückkehr von Kiska und Fara mit einem Nicken quittierte. „Wir müssen den Ort der Vision aufsuchen, so schnell es geht“, sagte er angespannt, weil es ihm nicht behagte, wie ein Bote irgendwohin geschickt zu werden, doch ein weiterer Ausbruch des Chaos, das würde ihn zerstören. „Wir sollten nicht dahin gehen!“ Fara meldete sich mit Furcht in der Stimme und vermied es dabei, den Bürgermeister anzusehen, dessen Anblick ihr ekel verursachte, weil sie in seiner Haut gesteckt hatte. „Wir haben keine Wahl“, entgegnete Tornitror, worauf Fara sofort nach dem warum fragte. Tornitror wich ihr aus und bemerkte, dass sich auch Axa neugierig nach vorne neigte, oder war da vielleicht sogar Schadenfreude in seinen Augen? „Es ist eine Vision. Eine solche hat auch Nagash und mich befreit, Mädchen“, erklärte er ausweichend und hoffte, damit das Thema vom Tisch gebracht zu haben. „Seid ihr reisefertig?“, erkundigte er sich bei der Nekromantin.

Axa hatte sofort Fara gemustert. Eine weitere Vision die seine Schwester geplagt hatte. Ihre Reaktion war gut nachvollziehbar, bis jetzt hatten diese Visionen nur Tod und Verderben nach sich gezogen... Doch was geschah wenn seine Herrin und Tornitror den Anweisungen nicht folgten, wussten sie ja auch bereits. Sein Leben war mit dem ihren verknüpft, und so war es für ihn keine Frage, ihnen zu folgen. Nagash bemerkte den Anflug von Schadenfreude, als Fara sich wieder quer stellte, wie er Axa erfüllte, und sie bedachte ihn kurz mit einem vielsagenden Blick worauf er den seinen schuldbewusst senkte. Mochte sein Körper nicht den Regeln von Normalsterblichen obliegen, doch sein Geist war noch immer jugendlich und gerade eben sehr übermütig... "Fara..." begann Nagash leise, und wägte ihre Worte nochmals ab. Im Grunde hätte sie das Mädchen am liebsten an den Haaren gepackt und hinter sich hergezogen, doch durfte sie sich kaum an Tornitrors Prophetin vergreifen ohne das sie ihn dazu zwingen würde etwas zu tun was die Situation nur weiter eskalieren... und vor allem verzögern wurde. Der einzige Hebel war Tornitror "Nun, wenn du meinst das es klüger ist nicht zu tun was dein Herr vorschlägt, was schlägst du vor? Sollen wir deine Vision ignorieren und weiterziehen?" Sie sprach es ruhig aus, ganz so als würde sie wirklich darüber nachdenken, doch ihre Wortwahl war durch die Blume so formuliert, das sie sich gerade ihrem Gott widersetzte... Doch bevor sie noch auf die Idee kommen konnte sich zu entschuldigen, oder Tornitror erneut zum Handeln zwang, fügte sie gleich hinzu: "Sei unbesorgt. Was deine Familie damals versäumt hat zu tun, als sie mich erweckten, ist mir wohlbekannt. Ich werde schon nicht wie dein Vater enden..." Es war furchtbar. Jedes Gespräch mit Fara war wie das Balancieren auf einem Seil. Sie durfte Tornitror nicht untergraben, doch konnte sie Fara einfach nicht leiden. Hoffentlich würden die letzten Worte Fara anstacheln sie zu hassen... und weniger Tornitrors Worte anzuzweifeln, auch wenn sie eine leise Entschuldigung im Geiste zu Axa sprach. Doch jener brauchte sie nicht einmal. Langsam verstand er wie Nagash agierte, wie sie ihr Spinnennetz wob, und an welchen Fäden sie zog um zu erreichen was sie wollte... zumindest versuchte sie das "Ich bin bereit. Wir lassen das Chaos besser nicht warten..." antwortete sie zum Schluss gen Tornitror

Nagashs Worte waren wie eine Faustschlag in Faras Magengrube, das konnte Tornitror sehen, denn ihre Augen weiteten sich ungläubig, dann erschienen Tränen, bevor kalter Hass aus ihrem Gesicht sprach. „Ihr wagt es so über meine Familie zu sprechen? Ihr Ausgeburt des Bösen!“, kreischte sie wütend und dann wollte sie sich auf Nagash stürzen, aber ein scharfer Knall der den Boden zu ihren Füssen aufsplittern liess, stoppte ihren Angriff und liess sie aufgebracht nach der Quelle des plötzlichen Angriffs suchen. „Beherrsche dich, Prophetin“, schalt das Elementarwesen das Mädchen, welches aber in blinde Wut verfallen war, denn es packte ihren Stab mit beiden Händen, schrie „Ihr liebt sie mehr als mich!“ und schickte sich an, das Ende mit dem Amulett mit voller Wucht gegen Tornitrors Schädel krachen zu lassen. Er wich dem lächerlich geführten Schlag mühelos aus, dann packte er Fara an der Kehle und hob sie hoch, was ihn mehr Kraft kostete, als ihm lieb war und erneut aufzeigte, wie erbärmlich diese Fleischhülle war. Klappernd fiel der Stab zu Boden, als Fara mit beiden Händen den Arm ihres Gottes umfasste und zu kratzen begann. „Genug törichtes Mädchen“, brüllte er donnernd und drückte ihre Kehle fester zu, bis ihr Widerstand aus Sauerstoffmangel gebrochen wurde, worauf er locker liess. „Du wirst Nagash mit dem angemessenen Respekt behandeln, denn ich habe ihr verziehen, selbst wenn sie ein bösartiges Scheusal in einer perfekten Hülle ist! Mein Wille ist dein Gesetz, Prophetin! Und du, Elfe, wenn du das Schwert nicht zurück in die Scheide schiebst, stirbst du.“ Kiska zitterte vor Wut, aber sie wollte nicht sterben, also tat sie, was er verlangte, obwohl jeder Muskel in ihrem Körper schrie, dass die Distanz lächerlich gering war und sie es schaffen konnte. Das Elementarwesen liess Fara zu Boden gleiten, dann, als wäre nichts gewesen, schlug er vor, dass jeder sich Proviant besorgte und sie sich danach im kleinen Innenhof des Anwesens treffen würden. „Fara oder Kiska, eine von euch packt genug für mich ein“, kommandierte er knapp, schnappte seinen goldenen Stab und verliess das Haus.

Die Situation war fast eskaliert, Nicht nur Kiska hatte ihre Waffe gezogen, Axa war ebenso näher gerückt und hatte die Hand auf dem Schwertgriff, bereit einzugreifen, sollte es kritisch werden, doch erneut rief Tornitror sie alle zur Ordnung und konnte den Streit zumindest fürs erste beenden... Die beiden Frauen wurden losgeschickt um Proviant zu holen, und auch Nagash sprach im Gedanken zu ihm . Er sah kurz zu ihr und nickte, ehe er kurz zum Bürgermeister ging, wie die Stimme in seinem Kopf ihm auftrug, und von ihm einiges an Geld bekam. Nagash selbst hatte Tornitror nachgeblickt und laut geseufzt... Er war wütend abgezogen, und sie folgte ihm bald schon auf dem Fuße, ebenso hinaus in den Vorhof "Warte..." rief sie ihm nach und versuchte ihn einzuholen "Es tut mir leid... ich hoffte ihre Reaktion würde anders verlaufen..." Das wollte sie tatsächlich. Nur schien sie Fara nicht so einfach beeinflussen zu können wie sie geglaubt hatte "Ich wollte sie verärgern, aber so das sie auf mich wütend ist... nicht auf dich"

Tornitror stiess einen frustrierten Seufzer aus, als er draussen ankam und kniff sich den Nasenrücken. Er war es leid, sich mit diesen kleinlichen Angelegenheiten herumzuschlagen, all diese lästigen Problemchen, angefangen bei den Unzulänglichkeiten seiner eigenen Hülle, bis hin zu den enervierenden Dynamiken in der Gruppe, die sie nur Zeit und Mühe kosteten. Als er hörte, wie Nagash ihn ansprach, setzte er wieder eine gleichgültige Miene auf, bevor er sich zu ihr umdrehte und sie kühl musterte. „Wir müssen aufhören sie beide manipulieren zu wollen. Ich verstehe deine Absicht und oft haben deine Worte das ausgelöst, was du wolltest, aber je stärker ich sie in ihrem Glaube bestärke, desto heftiger werden die Reaktionen ausfallen“, erwiderte er leise, weil er damit rechnen musste, dass einer der anderen das Haus verlassen könnte. „Ich werde dafür sorgen, dass sie sich entweder respektvoll oder zumindest gleichgültig dir gegenüber verhalten wird und dafür verlange ich, dass du deine Manipulationen einstellst“, sagte er eindringlich und hielt ihr seine Hand hin, wobei er kurz Bilder im Kopf hatte, als er ihr das letzte Mal die Hand hingehalten hatte, Bilder von Feuer und Blitzstürmen. Es liess ihn ein schiefes Lächeln aufsetzen.

Sie nickte grimmig... Dieses Puppenspiel wurde langsam ziemlich kräftezehrend. Und es ging um Kräfte die das Chaos ihnen abverlangen wollte "Das habe ich bemerkt... aber warum lässt du nicht zu das sie mich hasst? Wärst du dann in Erklärungsnot warum wir zusammen arbeiten?" Etwas das sie durchaus verstehen würde, sie senkte kurz den Kopf, musterte einen Kiesel den sie mit dem Fuß hin und herschob, doch eine einfache Lösung zu diesem Problem ward ihr nicht eingefallen "So sei es denn... Wir können uns diese Streitereien nicht leisten. Wenn du sie unter Kontrolle hälst, werde ich mich aus der Sache hinaushalten..." Auch ihr kamen ganz andere Bilder wieder in den Kopf, als sie seine Hand mit ihrer zarteren ergriff und kurz drückte... "Aber glaub mir. Ich wollte sie näher zu dir schieben damit, nicht gegen dich"

Er spürte die Weichheit ihrer Hand und druckte ebenso kurz zu, dann hielt er sie unbewusst länger als nötig fest, bevor er losliess. „Sie hasst dich schon jetzt, aber sie versteht nicht, wieso wir uns plötzlich nicht mehr hassen.“ Er atmete schnaubend aus und blickte kurz auf das Haus, wo die Gruppendynamik wie ein Knäuel aus verworrenen Loyalitäten und Zuneigungen vor seinem Auge erschienen, bevor er wieder in das Gesicht der Nekromantin sah. So schön und perfekt, war sie jedes Mal ein Anblick, den er genoss, wobei er sich immer häufiger fragte, wieso. Er hatte Ästhetik immer geliebt, Symmetrien in Gebäuden, Statuen perfekt proportionierter Männer und Frauen, Gemälde und Artefakte von beispielloser Kunstfertigkeit, aber nie war er von etwas gefesselt gewesen. Er schob es auf seine Fleischhülle, die leichter zu beeinflussen war, als sein normales, ungebändigtes Ich und beliess es dabei. „Ich danke dir, für deine hehren Absichten, aber lass das Mädchen meine Sorge sein. Wir sollten uns darauf konzentrieren, diesen neuen Verbündeten zu finden und zu befreien. In der Vision scheint er von Blut verschlungen zu werden. Du wirst also einen Diener dafür opfern müssen“, bemerkte er und dabei liess er die unausgesprochene Frage im Raum, ob ihr das ihren Plänen entgegen lief.

"Kannst du es ihr verdenken? Nachdem wir uns so bekriegt haben, ist es schwer zu verstehen warum wir es plötzlich nicht mehr tun..." Aber sie musste sich eingestehen, es war nicht nur das. Es hätte auch anders aussehen können, weit grimmiger hätten sie miteinander umgehen können, und jetzt entschuldigte sie sich sogar bei diesem Hochstapler? Ihr Gewissen begann sie langsam genauer zu untersuchen, und sie ließ den Gedanken lieber verlaufen. Vor allem als er wieder von dem neuen Mitspieler auf dem Schachbrett des Chaos sprach "Wenn es ein Verbündeter ist... Nun, wenn die Vision stimmt, wird es der Bürgermeister nicht überleben, aber darauf bin ich gefasst. Ich hoffe nur das sein Körper danach noch nutzbar ist, wir genießen einige Vorteile mit ihm an unserer Seite" meinte sie und lehnte sich nach hinten gegen einen Baumstamm "Ich überlasse dir Fara... tu mir dafür den gefallen und erwidere diese Geste mit Axa"

„Die Vorteile den Bürgermeister auf unserer Seite zu haben sind offensichtlich, gleichzeitig werden wir auf heftigen Widerstand stossen, sollte sein Körper beim Erwecken dieser dritten Partei zu grossen Schaden nehmen oder komplett vernichtet werden“, steuerte Tornitror seine Gedanken bei und stütze sich auf seinen Stab, weil seine Beine vom Stehen müde wurde. Dieser Körper trieb ihn noch zur Weissglut. Aus dem Augenwinkel sah er, wie die Türe geöffnet wurde, so dass er der Nekromantin nur ein durch ein Nicken unterstütztes 'abgemacht' geben konnte, was Axa betraf, bevor der sterbliche Rest ihrer Gruppe zu ihnen stiessen. Fara schien geweint zu haben, ihre Augen waren verquollen und sie rieb sich immer wieder den Hals, der gerötet war, aber sie hatte ein Bündel an ihren Stab gebunden, dessen Ausbuchtungen die Konturen von Brot und Würsten zeigten. Kiska schleuderte Dolche mit ihren Augen, die darauf abzielten, das verhasste Elementarwesen in ein von Schmerz gebeugtes, elendiges Etwas zu verwandeln, während sie einen grösseren Sack schulterte, der wahrscheinlich Proviant für sie selbst und Tornitror beinhaltete. Beide hatten Wasserschläuche an ihren Hüften befestigt, Fara einen, Kiska zwei. „Wenn alle bereit sind, können wir ja gehen“, verkündete Tornitror und schickte sich an, dem Bürgermeister die Führung zu überlassen.

Schade das sie unterbrochen wurden... Nagash blickte ebenfalls zu den beiden hin, vermied es aber Fara direkt anzusehen. Sie wollte keinen Zwist mehr mit ihr führen, und lauschte im Geiste nach Axa. Jener kam auch bald zurück mit einem juttesack geschultert, sowie zwei Wasserschläuchen. Er ging hin zu Nagash, überreichte ihr wortlos Gegenstände, welche sie verstaute und sich um hing, eine breite Tasche mit langem Riemen um ihre Schulter, und darin ihre Habseligkeiten. Sie sprachen nicht miteinander, zumindest nicht mit ihren Stimmen und wirkten als wären sie perfekt aufeinander eingespielt, oder fast wie ein Wesen, das sich zwei Körper teilte. Axa nickte schließlich und Nagash tat es ihm gleich "Wir sind soweit..." Der Bürgermeister war verträumt hinter ihnen einher gekommen, doch als er schließlich ganz vorne stand, ging ein Ruck durch ihn, er ächzte kurz und schüttelte den Kopf, ehe er wieder vernünftiger zu ihnen blickte "Nun gut... Die Herren? Die Damen? Bleiben sie bitte in meiner Nähe... Ich kann nicht versprechen das der Pöbel nicht nochmals versucht eine dreckige Elfe..."* Er zischte leise, und hielt sich den Kopf, Nagashs Lippen waren etwas weiß geworden "Verzeihung... ich kann nicht garantieren das man nicht nochmals versuchen wird Frau Kiska anzugreifen, darum empfehle ich das sie hinter mir einher geht... Gehen wir los"

Die Gruppe folgte dem Bürgermeister unter den verständnislosen Blicken der Dorfbewohner von Regenic, die sich fragte, wieso er auf einmal so freundlich zu den Neuankömmlingen war, wo der doch vorher ausführlich über sie geschimpft hatte. Auch die kriegerischer Aufmachung von Axa und Kiska liessen ein Murmeln durch die Menge gehen, aber jedem war noch der Geruch von verbranntem Fleisch und die zuckende Gestalt von Rosh im Gedächtnis, der es gewagt hatte, die Elfe mit einem Stein zu bewerfen. Sie liessen die Truppe also ziehen, doch die Wut in den Bäuchen der Dorfbewohner kochte und sie begannen Pläne zu schmieden, wie sie mit diesen Störenfrieden umgehen würden, sollte noch einmal ein Bewohner angegriffen werden. Währenddessen passierten die sechs Wanderer die einzelnen Wegpunkte aus Faras Visionen, angeführt von dem fröhlichen Bürgermeister, der keine Ahnung hatte, dass er in sein eigenes Verderben wanderte. Während sie gingen, blieb nicht viel Zeit für Gespräche und vor allem zwischen Tornitror, Fara und Kiska war die Atmosphäre merklich unterkühlt, so dass es auch nicht wirklich etwas zu besprechen gab. Die marode Brücke stellte ein grösseres Hindernis dar, weil Fara ein wenig Höhenangst hatte, aber die Elfe nahm sie bei der Hand und gemeinsam und unter aufmunternden Worten, meisterten sie auch dieses Hindernis und fanden sich kurz danach vor dem Eingang der Ruhestätte des zukünftigen Verbündeten wieder. Tornitror wies Fara an, vor dem Felsspalt zu warten und musste ihren Protest mit ein paar scharfen Worten unterbinden, bevor sie sich fügte, den Mund schmollend verzogen. Kiska blieb derweil bei dem Mädchen, da sie nicht bereit war, es alleine und schutzlos warten zu lassen, was wiederum dazu führte, dass auch Axa nicht hineinkommen würde, dessen Gedanken zwar auch Faras Schutz galten, aber auch, dass die Elfe nicht entkommen konnte. Wieder liessen Tornitror und Nagash den Bürgermeister voraus gehen und betraten einen Unterirdischen Bau, bereit sich der neusten Überraschung des Chaos zu stellen.
Greise glauben alles, Männer bezweifeln alles, Junge wissen alles.
- Oscar Wilde

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@ Hagen « Sa 1:13 am »
net wundern..ich bin es..Roderik...nur unter altem Namen..ihr wisst doch, ich bin vergesslich...also muste ich mich neu anmelden
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has replied to: Vampir-Play
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