Die Achse des Bösen - Auferstehung

Rollenspiele, die noch nicht abgeschlossen und pausiert oder abgebrochen wurden.
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Badskull
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Re: Die Achse des Bösen - Auferstehung

Beitrag #11 von Badskull » 28.12.2016 18:02

Solche Schmerzen hatte sie noch nie empfunden... Sie klammerte sich an ihren Armstumpf, spührte jeder Fase ihres Körpers pochen und sah aus den Augenwinkeln das es ihm gleich ging... Auch er hatte seinen Arm verloren, dieser Gegenschlag war nicht seinem Willen entsprungen... oder? Ihr Verstand arbeitete fieberhaft, noch war sie nicht tot, aber wenn das so weiterging würde es nicht mehr lange dafür brauchen...! Gerade wollte sie sich aufrichten, da brüllte er schon los, und zwar mit einer Gewalt wie sie jene noch nie erlebt hatte... Der Laut ging ihr durch Mark und Bein, und sie fühlte richtig wie ihre Trommelfelle platzten, kreischend riss sie die Hände gegen die Ohren... doch da fehlte schon mal eine und auch die andere kam zu spät. Blut floss über ihre Ohrläppchen hinab, kostbares, wertvolles Blut... Ihr Kopf brummte noch von der Urgewalt und sie zitterte, wimmerte leise... "Du trägst das Mal" war wohl das letzte was sie hören konnte. Desorientiert, und kaum in der Lage das Gleichgewicht zu halten erhob sie sich, blickte ihn furchtsam, aber verbissen an und taumelte sofort nach hinten, spührte wie sich ein spitzer Stein in ihren Rücken bohrte und rollte sich vor Schmerz stöhnend davon ab... noch mehr Blut...! Das Elementar sprach wieder zu ihr, doch konnte es nicht den lauten, Nervenaufreibenden Pfeifton übertönen der überall in ihrem Kopf gerade erschall, wie eine kleien Flöte, gegen ihr Ohr gehalten, und mit immer währendem Atem... Leicht panisch fast klopfte sie sich gegen das Ohr das sie mit ihrem linken Arm erreichen konnte, als wolle sie damit die Regeneration einleiten, doch ihrem Körper fehlte einfach die Kraft dazu...! Sie war komplett aufgezehrt, der Nocturale hatte schon alle Hände damit zu tun sie überhaupt am Leben zu erhalten... Ihre Sinen waren gespannt, das Biest in ihr flehte sie an zu fliehen, Blut zu trinken und den Körper wieder herzustellen, die Nixe zerrte regelrecht an ihr zurück ins Wasser zu verschwinden, dort war sie sicher... so viele STimme, und die wichtigen konnte sie nicht hören, sie schloss die Augen, biss die ZÄhne zusammen und versuchte Ordnung in sich zu schaffen... als sich schon eine weitere Stimme hinzu gesellte... und mit dem ersten Wort hatte sie die anderen alle verstummen lassen. Nagash riss die Augen auf, und starrte wie gebannt auf Fara, welche plötzlich lebendiger wirkte, als sie es sein sollte... und als hätte sie vergessen das die Erdanziehung sie eigentlich nach unten drücken sollte...

Als das Chaos aufgehört hatte zu sprechen, kehrte das Pfeifen wieder zurück, Nagash blinzelte, doch alles war verschwommen... Ihr Hirn war nicht mehr in der Lage die Bilder zu vereinen, welche die Augen ihr übermittelten, ihre Fangzähne waren deutlich ausgeprägt und kaum noch zu verbergen... Sie schrie, presste die Ellenbogen gegen ihren Kopf... doch sie hörte nicht mal sich selbst...? Und gerade als sie an sich herab blickte, einen Blick in ihren Ausschnit erhaschte... Sah sie endlich was Tornitror ihr zugeschrien hatte. Direkt an ihrem Brustbein, oberhalb der weiblichen Rundungen, welche etwas eingefallen waren durch ihre Kraftlosigkeit... da prangte die Verwünschung schon...! Ein etwa Fingerspitzengroßes, dunkles Geschwür, und darum herum, wie die Äste eines Baumes um den stamm, verästelte Auswüchse... alles in allem so groß wie ein Amulet vielleicht... sie konnte ihren Blick kaum davon abwenden, riss mit dem Arm die Kleidung weiter nach unten und spührte wie der Stoff an ihrem Nacken riss. Nun war es deutlich zu sehen... und als sie aufblickte, erkannte sie die Zeichnung an Faras Auge... und an Tornitors Körper wieder. Ihr Verstand fiel gerade, sie erkannte was das bedeutete... der Teil in ihr der noch Kämpfen wollte ersann bereits alle möglichen Strategien um es zu entfernen, doch momentan war der Teil stärker der Überleben wollte... Als Tornitor sie anblickte und etwas sagte schüttelte sie nur den Kopf und wich zurück... hin zu dem Eingang dieser kleinen Höhle... Blut! Sie brauchte Energie, und die schnellste Möglichkeit dafür war Blut. Nicht Tornitror, schon der letzte Versuch war erbärmlich gescheitert. Nicht Fara, denn sie trug das Mal ebenso... Und plötzlich, ein kleiner Funke in ihr der blitzschnell zu einem Waldbrand wurde. Da war noch jemand... Ein Mensch... Ihre Augen weiteten sich kurz, da stürmte sie schon los, doch ohne ihren Gleichgewichtssinn war das schwieriger als sie es gewohnt war, sie rannte los, und prallte sofort gegen die Mauer des Ganges, prallte schmerzerfüllt davon ab... Der Nocturale in ihr aktivierte die letzte, verzweifelte Reserve die er noch zur Verfügung hatte, er begann Nagashs Körper selbst aufzulösen. Sie kam taumelnd wieder auf die Beine, und sah noch ein letztes Mal furchterfüllt zu Tornitror, ehe sie losrannte, in die Dunkelheit des Ganges...

Das Wasser war verschwunden, sie wusste nicht ob ihre Kiemen noch funktioniert hätten, oder ob sie die Kraft gehabt hätte zu schwimmen... Das Chaos hatte es komplett aufgelöst und war durch die ganze Höhle gefahren. Doch sie roch Blut, frisches Blut! Ihr Herz machte vor Freude einen Satz, und sie sah sich verzweifelt um... eines Ihrer Augen war bereits vergangen, doch das andere sah durch die Dunkelheit und erkannte den körper von Axa... geistig entschuldigte sie sich bei ihm, er war bewusstlos und zusammengesackt... Es war nur ein Sprung und sie war bei ihm, zog ihn mit dem einen Arm zurecht und ließ ihren Blick hungrig über ihn schweifen... sie riss die Kleidung seines Öberkörpers regelrecht von ihm, Fetzen für Fetzen und suchte nach einem möglichen Mal, an ihm... doch nichts? Ihr Finger legte sich auf seine Brust, und sie kratzte langsam, aber recht tief daran herab... sie blieb von Schmerz verschont, und länger konnte sie sich auch gar nicht zurückhalten... so schmetterte sie ihren Kiefer gegen seinen Hals... Nagash spührte wie er ächzte, sah wie er die Augen aufriss.. "Es tut mir leid..." dachte sie noch bei sich, als sie den kostbaren Lebenssaft bereits auf ihrer Zunge spürte. Und sie schluckte... Er war jung, selbst jetzt wo sein Körper zerbrochen und geschwächt war, fühlte sie die Kraft der Jugend in ihm, eine Kraft die sie gerade in gierigen Schlücken aus ihm saugte... Und als das rote Nass ihre Kehle hinablief, spührte sie das Leben in ihren Körper zurückkehren... mit einer Wucht die sie fast Ohnmächtig werden ließ... Sie schluckte und schluckte, und schon war kein einziger Tropfen Blut mehr in dem ganzen Jungen, doch dafür floss die Kraft wieder durch ihren Körper... Es zischte laut als ihr Gehör wieder arbeitete, ihre Ohren brannten warm, doch das Pfeifen hatte aufgehört, und sie hörte die Stille... wie betrunken zog sie den Kopf hoch und stöhnte laut... Jede einzelne Faser ihres Körper war wie verjüngt... und tatsächlich war es wieder rosige, etwas bleiche Haut welche sie darstellte... die abgestorbenen Teile ihres Arms waren abgebrochen und gesunde Kruste hatte den Platz eingenommen... Sie war am Leben! Und würde es auch bleiben können wenn sie sich keinen weiteren Schnitzer mehr erlaubte...! Doch der Junge... Nun langsam kehrte die Vernunft in ihren Geist zurück, und sie blickte auf ihn hinab, roch wieder den Gestank seines Schweißes, die abgestorbene Haut... Eigentlich hätte sie ihn hier liegen lassen können, doch... War sie besser als die Götter wenn sie das tat? Die Sterblichen gebrauchen und wegwerfen, wenn sie ihren Zweck erfüllt hatten? Ihre Augen wanderten über den bleichen, Leblosen Leib des Jungen, er lag da wie eine Puppe, während sie vor ihm kniete... Als sie eine Hand auf seine Stirn legte, spührte sie regelrecht wie seine Seele langsam seinen Körper verlies...

Nein. Sie konnte nicht. Und auch wenn es wertvolle Kraft kostete... sie tröstete ihr Gewissen damit hinweg das sie auch die Nekromantie überprüfen müsste, ob sie noch funktionierte... Blaue Flammen sprangen von ihrer Hand über auf Axa, hüllten ihn ein und verhinderten das seine Seele entfliehen konnte... Im Gegensatz zu den grünen, gierigen Flammen waren jene sanft, fast zärtlich und umhüllten den Leib von Axa lieblich... sie seufzte und schloss die Augen. Die uralten Worte wurden geflüstert, ein leises Lied das sie anstimmte... Erst war es ihr Plan gewesen seine Seele in sich zu beherbergen, bis sie ihm einen neuen Körper suchen konnte, doch gerade als sein Geist über ihre Finger wandern wollte, spührte sie das Mal wieder pulsieren... sie biss die Zähne zusammen und keuchte, die Flammen flackerten... Das durfte nicht wahr sein...! Fast wären die Flammen verlöscht, und die Seele frei geworden, da stimmte sie ein anderes Lied an und öffnete ihre Augen. DIe Flammen sickerten in den Leib des Jungen ein... sie übertrug ihm einen Teil ihrer Kraft und nahm die Hand zurück... Und da hörte sie ihn erschrocken aufatmen... Sein Körper funktionierte, doch fühlte sie das Band zwischen ihm und ihr... ein Band das an ihren Kräften zehrte... Sein Körper hatte nicht einen Tropfen Blut im Moment, und so war es nur ihre Kraft welche ihn am Leben hielt... sein Herz schlug leer, unregelmäßig und langsam, doch hörte sie ihn atmen... Soweit so gut...

Als Tornitror in die größere Höhle kam, Saß Nagash am Boden, Axas Kopf auf ihrem Schoß gebettet... sie kraulte ihn geistesabwesend und blickte auf zu ihnen. Sie hatte überlegt was sie nun sagen sollte, aber fruchtbar war es nicht gewesen. Und so seufzte sie leise und sprach. "Nar'gohmen" sagt sie leise "Der Gott... oder die Götter des Chaos. DIe Urgewalt aus welcher alles Leben geschaffen wurde. DAS ist ein wahrer Gott... und wir haben ihn... oder sie... zum Feind?" Sie schüttelte den Kopf und senkte ihren Blick kurz... Wenig später hob sie ihren Arm hoch zu ihrem Gewand, und zog es nochmals hinab... nun würde er wohl deutlich das Mal an ihrem Körper sehen, ehe sie es wieder zurecht rückte. "Nagash ist mein Name... und wenn ich alles richtig verstanden habe, sitzen wir im selben Boot..." meinte sie dumpf "Ich bin bereit diesen Zwist zu begraben, bis wir diese... Unannehmlichkeit los geworden sind... Einmal fast zu sterben reicht mir. Wie sieht es bei dir aus?" Sie war zur Versöhnung bereit, doch sie hatte schon mitbekommen das er weit mächtiger war als sie... Nagash war beinahe ohnmächtig geworden, er hatte nur einen Arm eingebüßt. Würde er nein sagen... er hielt vermutlich auch weit mehr Schmerz aus als sie. Erneut strich ihre Hand durch Axas Haar, zerzauste es und wirbelte es auf. Sein Geruch störte sie momentan überhaupt nicht, der grausige Biss an seinem Hals ließ sich kaum verbergen, doch atmete jener friedlich schlummernd und lebendig
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Kimor
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Re: Die Achse des Bösen - Auferstehung

Beitrag #12 von Kimor » 28.12.2016 18:03

Mit einem Nasenrümpfen verfolgte Tornitror wie Nagash floh, voller Furcht und wie ein verstörtes Kind, und musste sich eingestehen, dass er mehr von einer Auserwählten des Chaos erwartet hatte. Wenigstens waren die letzten Mitglieder kämpferisch gewesen, anstrengend zwar und oft war er kurz davor gestanden, sie alle in kleine Häufchen Asche zu verwandeln, aber wenigstens waren sie nicht geflohen. Er stützte sich schwer gegen den Stab und gönnte sich einige Sekunden, um die Situation richtig zu erfassen und zu Atem zu kommen, wie die Sterblichen es so schön ausdrückten. Der verlorene Arm hatte sich schon bis zum Handgelenk zusammengesetzt, kleine Funken sprühten leise summen hin und her, wie winzig kleine Nadeln, die seiner physischen Form zusammennähten. Er betrachtete erneut das Mädchen, dass nun zum Anker für das Chaos geworden wahr, erfüllt mit dessen Kraft, befürchtete das Elementarwesen und somit mit einer Macht ausgestattet, die über alles gehen könnte, was es je erlebt hatte. Dann bemerkte er die Amulette, die Fara um ihren Hals trug, erkannte die Intarsien, die geschwungenen Verzierungen und was sie enthalten hatten, nämlich kleine Teile von Tornitror selbst, durch die zu seiner Blütezeit, Maschinen und allerlei Wunderwerk angetrieben worden war. Nur treue Anhänger des Glaubens hatten solche Amulette als Schmuck erhalten, es war eine Auszeichnung gewesen, für treue Dienste oder besonders blinden Eifer und dass Fara gleich fünf Stück am Hals trug bedeutete, dass sich ihm hier ungeahnte Möglichkeiten erschlossen. Ein tiefes, erleichtertes Lachen bahnte sich seinen Weg aus den Tiefen seines Körpers und hallte laut von den Wänden wieder. Wenn er seine Karten richtig spielte, stand ihm die Macht des Chaos zur Verfügung und vielleicht ein Weg, dieses vermaledeite Mal los zu werden. Mit dem unteren Ende seines Stabs stiess er mehrere Male gegen Faras Rippen, dabei bereitete er seinen Auftritt vor und legte die Worte zurecht, die er benutzen würde, um das Mädchen unter seinen Einfluss zu bringen.

Mit einem leisen stöhnen und ächzend schlug Fara ihre Augen auf. Aus unerfindlichen Gründen schmerzte ihr ganzer Körper, aber vor allem ihr Gesicht und ihr rechtes Auge, welches einen besonders stark pulsierenden, dumpfen Schmerz aussandte. Sie schlug die Augen auf, wobei ihr erster Blick an die Decke ging, bevor sie sich mit einer Hand an den schmerzenden Kopf fasste und sich mühselig in eine sitzende Position aufrichtete, wobei alle Gelenke protestierend knackten und Schmerz signalisierten. „Was ist geschehen?“, murmelte sie fragend, während ihre Augen suchend durch die Höhle wanderten. Sie erinnerte sich an die Sphäre, das Gefängnis des Herrschers des Lichts, dann Nagashs Achselzucken, das Kribbeln der Amulette, daraufhin eine Explosion und Schmerz, aber von da an nichts. „Du warst lange bewusstlos, kleines Mädchen“, durchbrach eine unbekannte Stimme ihren Gedankengang und liess sie erschrocken zusammenzucken. Sie drehte ihren Kopf zur Seite, wo sie einen Mann erblickte, dessen Züge und Aussehen ihr bekannt vorkamen. Er wirkte so erhaben und mächtig auf sie, wie ein Lord oder ein König, „oder der Herrscher des Lichts?“ fügte eine kleine Stimme hinzu und Fara erschrak, denn nun erkannte sie endlich, dass ihr Gott sich vor ihr befand. Sie warf sich vor ihm in den Staub, den Kopf auf den Boden gepresst, den Blick gesenkt und spürte, wie Freude und Hoffnung einen Knoten in ihrer Brust formten, der sie Freudentränen vergiessen lassen wollte, während gleichzeitig ihr Verstand fieberhaft nach einem Umgangston suchten, der der Situation angemessen war. Sie spürte, wie sich ihre Wangen vor Scham röteten und ihr gesamter Wortschatz sich in Luft auflöste. „Hab keine Furcht und sieh mich an, meine Kleine“, forderte Tornitror das Mädchen auf und benutzte dabei seine sanfteste Stimmlage, damit sein Gegenüber sich aus seiner Starre zu lösen begann. Er hatte sich vor dem Ausgang postiert, den Goldstab in der linken Hand, während die rechte aus puren Blitzen bestehend eine einladende Geste vollführte, als das Mädchen es endlich wagte, ihren Blick zu heben. Langsam und vorsichtig erhob sie sich, wobei sie bei jeder Bewegung mit den Augen um seine Erlaubnis zu bitten schien und ihr Mund halb offen stand, als sie all den Prunk und das Gold sah, mit dem sich das Elementarwesen umgab. „Wie ist dein Name, Kind?“, fragte er, wobei er sein Lächeln beibehielt und wohlwollend seinen Kopf neigte, als die geflüsterte Antwort erklang. „Nun Fara, ich danke dir für alles was du getan hast, um mich zu befreien. Die Zeit für eine neue Ära des Glaubens ist gekommen, eine Zeit des Blitzes und des Donners, eine Zeit die wahren Worte in die Herzen aller Wesen dieser Welt zu tragen! Würdest du mir da nicht zustimmen, Fara?“ Das Herz des Mädchens schlug bei jedem Wort heftiger, wie ein Vogel, der seinem Käfig entfliehen wollte, denn sie beherbergten alles, was sie sich gewünscht hatte. Gott schien sie in seine Pläne, die ganze Welt mit seinem Glauben zu erhellen, einbeziehen und nun brach der Damm, der ihre Freudentränen zurückgehalten hatte. Sie kniete sich vor Tornitror nieder, die Sicht verschwommen von den Tränen und lachte schluchzend, während sie heftig nickend ihre Zustimmung zu allem gab, was Tornitror von sich gab. Die Welt musste gereinigt werden, ja! Sie würde die Flamme des Glaubens in die Herzen der Wesen tragen, ja! Er würde ihr Beschützer sein, wenn sie sich ihm anvertraute, ja, ja ja! Tornitror ging langsamen Schrittes, beinahe feierlich auf Fara zu, dann legte er seine rechte Hand, die Hand aus Blitzen auf ihr Haupt, so dass tausend Funken über ihre Kopfhaut tanzten und sie wohlige Schauer verspürte, wie in ihren Visionen, so dass sie ihn leise lobpries, bis er sie aufforderte es in die Welt hinauszuschreien, denn die Zeit des Versteckspiels war vorüber.

Tornitror führte das Mädchen durch den Gang aus der Höhle hinaus, hörte ihren schweren Atem und konnte ihren Eifer beinahe vor sich sehen, denn er hatte eines der Amulette, unter grösster Anstrengung, wieder mit einem Funken gefüllt und ihr weitere Funken in Aussicht gestellt, wenn sie den Weg des Propheten gehen würde, wobei ihm im Nachhinein schleierhaft war, wieso er es Weg des Propheten genannt hatte, aber es hatte die gewünschte Wirkung erzielt. Er war ein wenig erstaunt gewesen, dass sie seine Lüge über das Mal, als Zeichen des Bösen, dass sie nun aufsuchen und verrichten mussten, so bereitwillig akzeptiert hatte, aber es würde Vieles erleichtern. Als sie in die grosse Hauptkammer kamen, war er überrascht, Nagash anzutreffen und ebenso, dass sie einen jungen auf ihrem Schoss liegen hatte, der auffallende Ähnlichkeit zu Fara aufwies. Diese liess einen Laut des Schmerzes erklingen und wollte auf die beiden zu rennen, doch das Elementarwesen hielt sie zurück und als sie ihn fragen ansah, beinahe mit den Augen anflehte, etwas zu tun, schüttelte er nur leise den Kopf, wodurch Fara eine grimmige, aber entschlossene Miene aufsetzte. Tornitror versuchte herauszufinden, welches Spiel Nagash spielte, denn sie war wieder vollständig geheilt, während bei ihm selbst die Finger noch immer aus Blitzen bestehen musste, weil sein Körper die Regeneration noch nicht abgeschlossen hatte. Seine Gedanken kreisten um das Wort Falle, doch er wusste, dass Nagash begriffen haben musste, dass sie einander nicht schaden konnten, das Mal verunmöglichte das. Ihre Worte lösten das Rätsel und entlockten ihm ein Lächeln der Genugtuung. „Es kam erst zu diesem 'Zwist', wie ihr es genannt habt, weil ihr mich angegriffen habt und wenn das Mal nicht gewesen wäre, hättet ihr die Begegnung nicht überstanden“, erklärte er und konnte dabei nur mit Mühe einen herablassenden Ton zurückhalten, denn er durfte das Angebot des Waffenstillstands nicht einfach so ausschlagen. So ungern er es sich auch eingestand, er brauchte Verbündete, um diese verrückte Aufgabe des Chaos zu meistern. Er wollte gerade erklären, dass er mit dem Waffenstillstand einverstanden war, als Faras zornige Stimme nach einer Erklärung für Axas Zustand verlangte. Tornitror legte dem Mädchen sanft, aber bestimmt eine Hand auf die Schulter, so dass sie zu ihm aufsah und seinen tadelnden Blick bemerkte, worauf sie sich beschämt auf die Unterlippe biss und auf ihre Hände sah, die mit ihren Amuletten spielten. „Fara ist ein wenig ungestüm, aber ihre Frage ist berechtigt. Erklärt euch und ich werde dem Friedensangebot auf Zeit zustimmen“, sprach Tornitror und hob dabei fragen eine Braue.
Greise glauben alles, Männer bezweifeln alles, Junge wissen alles.
- Oscar Wilde

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Badskull
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Re: Die Achse des Bösen - Auferstehung

Beitrag #13 von Badskull » 28.12.2016 18:03

Die Augen der Alurir gingen kurz von Tornitror hin zu Fara. Jene schien lebendig zu sein. Und gemessen daran wie sie ihn vergötterte glaube Nagash nicht das sie noch vom Chaos besessen war... Sie blickte zu ihm auf wie ein Hund, der unbedingt gekrault werden wollte und bereit war dafür alles zu tun. SIe hatte nicht die Zeit sich über die Fügung zu beschweren, er richtete bereits seine Worte an sie und forderte ihre Aufmerksamkeit... nun da sie sich zu ihm drehte dürfte er wohl sehen das sei nicht ganz verheilt war. Zwar war sie wieder unheilig schön und jung, doch ihr Unterarm fehlte noch weiterhin... Die andere Hand lag noch in Axas Haarschopf. "Dieser Zwist ist enstanden weil du dich so aufgeplustert hast und mir der Faden gerissen ist wohl... und wenn dich das Mal nicht geschützt hätte..." Sie biss sich afu ihre LIppe und verfluchte ihre Ungeduld und die fehlenden Nerven, doch nach diesem Erlebnis kein Wunder das jene blank lagen... Sie seufzte kurz und sah wieder zu ihm "Was wirklich passiert wäre finden wir heraus sobald wir dieses Schandmal los sind... Bis dahin, mach es mir einfach.. und geh mir nicht auf die Nerven... Bitte" fügte sie am Ende noch etwas verbissen hinzu...

DIe nächste Frage hatte sie erwartet sobald sie Farah gesehen hatte. Tornitror sprach sie ebenfalls auf seinen Zustand hin an, etwas das sie gerne mit einer bissigen Antwort quittiert hätte, etwas wie "Seit wann scherst du dich um sie?" aber auch wenn er ihr nicht schaden konnte ohne es selbst ebenso zu spüren, ihn zu provozieren war unklug... Er hielt weit mehr aus als sie, vermutete sie zumindest. Schmerzen die sie in den Wahnsinn treiben würden, wären für ihn wohl nur hart an der Grenze, nichts dass sie genau überprüfen wollte "Er schläft..." meinte sie nur und beugte sich zu ihm hinab. Die Wunde an seinem Hals war noch deutlich zu sehen, doch in dem diffusen Licht nur für Tornitror... sie leggte ihre Hand darauf und begann sie verheilen zu lassen, durch die geistige Verbindung mit ihm war das nicht schwer, und als sie die Hand zurückzog, war das Fleisch bereits wieder zusammen gewoben... sie blickte vielsagend zu Tornitror hin, die Worte die daraus zu lesen waren, kamen wohl etwas wie "Halt bloß die Klappe" gleich... Farah öffnete die Lippen, beugte sich über sein Ohr und flüsterte leise...

Grausam waren die letzten Augenblicke seines Lebens gewesen. Als er durch die Schwärze trieb, hin zu dem Abgrund der unaufhaltsam näher kam, sah er sein Leben nochmals vor sich. Angefangen von den ersten Momenten seines Lebens an das er sich erinnerte. EIn Regenwurm auf seinen kleinen Handflächen... Wie er ihn seiner Mutter gezeigt hatte und stolz gewesen war der Natur ein Geheimnis entlockt zu haben! Er sah vor sich wie seine Mutter ihre Hand auf seinen kleinen Kopf legte und etwas sagte das er noch nicht verstehen konnte... Und wenig später hatte er den Regenwurm in seinen Mund gesteckt, die Mutter war gar erschrocken, hatte ihn hochgehoben und versucht den Wurm aus ihm zu bekommen, zwecklos jedoch... Axa lächelte... er glaubte es zumindest, er fühlte seinen Körper nicht mehr... Seit er gegen die Wand geschleudert wurde, war das Gefühl in seinem Körper schon längsam erkaltet... Es war eine Hülle in der er gefangen war. Eine Blutende, verkrüppelte Hülle die langsam dahinsiechte... Anfangs hatte er wenigstens noch den kalten, etwas feuchten Stein gefühlt auf dem er zu liegen gekommen war, doch auch das Gefühl war nun vergangen... Faras Geburt. vor seinen Augen plötzlich... EIn Zimmer, eine Tür, hinter welcher er seine Mutter schreien hörte. Vaters Gebete, seine Bitten an den Gott des Lichtes auch dieses Kind wohlbehalten auf die von ihm gesegnete Erde zu bringen... Axa hatte nicht mal geweing, obwohl es ihm das Herz zerriss, wenn sie wieder anfing laut und lang gezogen zu schreien, zu sehen wie nervös sein starker, unbesiegbarer und herrlicher Vater war... Er wollte so gerne die Tür öffnen und nachsehen warum Mama so schrie, doch er durfte nicht... Und da ging die Tür plötzlich auf, und seine Tante blickte lächelnd heraus... Axa hatte gar nicht erst gewartet, er war nach drinnen gestürmt, hin zu dem Bett das blutig und nass war... und als er über die Bettkante lugte, sah er da seine Mutter, aufgezehrt, erschöpft... aber lächelnd. Und in ihren Händen ein kleines Bündel, das da schrie... Er hatte große Augen gemacht und fragte sich warum das Kleine so blutig war.. Neugierig streckte er seine Hand aus, berrührte das kleine Köpfchen und wischte über die Nase hinab. Da hatte es seine Augen geöffnet und ihn angeblickt. Eine Hand, so klein das sie gerade noch seinen Zeigefinger umfassen konnte hatte ihn ergriffen, und es öffnete die Augen... Axa hatte sich von diesem Moment an geschworen immer auf seine kleine Schwester aufzupassen... Sein Gewissen schmerzte, als er ein anderes Bild sah, eine Kreatur, entfesselt aus dem steinernen Grabe, wie es sich auf seinen Vater stürzte, im Moment der Auferstehung... wie er einfach gerannt war. Zwar hatte er sich um seine Schwester gesorgt, gehofft sie würde ihm folgen, doch sie kam nicht. Und am Eingang der Krypta angekommen hatte er nicht mehr die Kraft zurückzukehren. Er hatte sich noch nie so geschämt... Der Abgrund kam langsam näher, Axa fühlte seinen KÖrper schon nicht mehr auch nicht als er herumgezogen wurde, oder etwas sich an seinem Hals gütlich tat... es war auch egal, der Körper war bald nicht mehr als totes Fleisch, und er...? Auferstehung, ewiges Leben... jenes war sicherlich nicht in diesem Abgrund zu finden, stellte er nüchtern fest. Nichts von alledem was seine Eltern ihm erzählt hatten oder ihm die anderen Prophezeihten ward wahr geworden. Bald würde er aufhören zu existieren... und er konnte nicht einmal Angst empfinden, nichts... Und so akzeptierte er, das seine sinnlose Existenz nun ein Ende gefunden hatte...

Gerade als er gepackt wurde. Er rutschte nicht mehr auf den Abgrund zu, und sah eine Hand, eingehüllt in blaues Feuer, welche die seine ergriffen hatte... Er war sich nicht sicher ob er überhaupt noch Augen hatte, aber diese Präsenz spührte er ganz deutlich... und wie sie ihn wieder zurück zog, langsam aber dennoch "Seid ihr es... Herr?" japste er, doch kein Wort kam über seine Lippen... dennoch bekam er Antwort "Nein..." eine bekannte Stimme! Nicht Farah... nicht seine Mutter... "Du musst wohl mit mir Vorlieb nehmen, Axa..." Axa... das stimmte, das war sein Name gewesen! Aber bis vor kurzem war das nicht mehr wichtig gewesen... "Was geschieht nun mit mir?" fragte er die Stimme. War es nicht sein Herr, erwartete ihn wohl auch nicht die Erlösung. Und aus der Dunkelheit kam erneut antwort "Du kannst nun los lassen und dem Frieden entgegen gehen... Oder du hälst dich fest, und du gehst weiter" Axa verstand nicht ganz... bis er bemerkte das die Hand ihn losgelassen hatte, doch instinktiv hatte er sich daran fest gehalten... noch ging es aufwärts, weg von dem Abgrund "Leben oder Sterben? Das meinst du doch, oder?" fragte er gen der feurigen Hand "Richtig..." Axa sah kurz abwärts zu dem Abgrund. Er versprach keine Sorgen mehr, keinen Schmerz nur Ruhe und Frieden... Doch wieder blitze in ihm das Bild von Fara hoch, seiner kleinen Schwester, die nun alleine auf der Welt sein würde... Ohne ihn. Er ließ sie schon wieder einfach zurück unter den Bestien, während er der Sicherheit entgegen ging... und so wurde der Griff fester um die Hand. er blickte nach oben "Bitte... ich will noch nicht sterben!" Gefühle kehrten zurück... verbissenheit, Wut, Trauer, sie übermannten ihn regelrecht, doch er bat sie mit Entschlossenheit und Willen darum, nicht flehentlich. Und schon erkannte er sie... Das Monster, seine Erlöserin! Nagash, eingehüllt in das Blaue Feuer, die ihn langsam wieder nach oben zog... Er fühlte seinen sterbenden Körper wieder, doch auch hier fühlte er ihre Nähe. Diese Wärme und Geborgenheit, so hatte er es sich vorgestellt musste e sein wenn er seinen Kopf in ihrer Brust vergrub, lieblich und fürsorglich... Sein eigener Körper dagegen fühlte sich schwach an, kalt und leblos... Er fühlte jede Faser wieder, er war zurück, doch er konnte sich nicht bewegen, sein Rückgrat war verheilt, ebenso sein Genick, dennoch war er machtlos... "Ich bin noch immer tot" bemerkte er, als er seinen Körper fühlte "Nein... aber du bist kein Lebendiger mehr. Du bist etwas dazwischen..." "Ich verstehe nicht?" "Deine Seele ist nicht mehr an diesen Körper gebunden, das werde ich für dich übernehmen..." "Was bin ich?" war seine letzte Frage "Du bist ein Lich. Ein lebender Toter. Ich erkläre es dir später. Aber jetzt musst du aufwachen. Deine Schwester fragt nach dir" Schreck lief durch seine Glieder "Ich kann nicht!" "Doch... ich helfe dir..."

Axa schlug die Augen auf... Er fühlte Wärme an seinem Ohr... Er wurde sich gewahr das er auf Nagash Schoß lag. Während der Wanderung wäre das hier ein Sieg gewesen, doch die Situation hatte sich geändert... Er versuchte seine Hände zu bewegen, und tatsächlich, es funktionierte. Er setzte sich auf und blickte auf seine Arme... bewegte seine Finger... Er war lebendig? Nein.. er fühlte das etwas fehlte... Sein Körper reagierte wie gewöhnt, doch etwas... er konnte es nicht genau benenen, war anders. Er sah hoch, erst zu Nagash hin. Diese Frau war einfach nur abgöttisch schön... Jeder Gesichtszug als hätte ihn ein Künstler gezeichnet... Axa berrührte sein eigenes Gesicht, blinzelte und keuchte... Atmen fühlte sich anders an, irgendwie nutzloser gerade... Er zog daraus keine Kraft, so wie früher... diese Kraft kam nun von ihr... seiner Erlöserin. Er fühlte sie ganz deutlich, selbst jetzt wo er sie nicht mehr berrührte. Jede Zelle seines Körpers fühlte sie, ihren Schutz... Schon ging sein Blick umher, und er erkannte seine Schwester und noch jemanden. Er keuchte, und wollte aufstehen, erst wollten seine Beine nicht gehorchen, er musste sich mehr darauf konzentrieren und kam taumelnd wieder auf die Beine "Fara! Was ist..." Weiter kam er gar nicht, denn seine Augen hatten ihn erblickt. Eine Gestalt aus reiner Energie, neben der Fara einher ging. Der Herr des Lichtes! Ihm stockte der Atem. Er wollte etwas sagen, doch sein Geist konnte all dies nicht verarbeiten.. er wollte auf die Knie fallen und weinen vor Freude, die Auferstehung war geglückt dieses Mal! Doch er wollte auch Rechenschaft einfordern von ihm, warum war er nicht zu seiner Rettung geeilt? Warum war seine Familie ums Leben gekommen, warum hatte er jene nicht errettet, so wie er es versprochen hatte in unzähligen Gebeten? Warum musste dies das wunderschöne Monster tun? Er hatte in seinen letzten Momenten gedanklich gebetet, um Rettung gefleht, doch nichts war passiert... Er war verwirrt... wusste nicht was sagen... Und so tat er das einzige, was ihm einfiel, durch ewige Übung in Fleisch und Blut eingearbeitet warf er sich auf die Knie, drückte die Stirn auf den Boden und zitterte "Ich bin nicht würdig Herr!" rief er laut... doch hatte er vorher durch die Gespräche mit Nagash einen Samen an Zweifel empfangen... so waren diese Samen nun erblüht. In seinem Inneren kämpfte der Glaube mit der Ablehnung, doch für den Moment überwog das, was sein Vater ihn gelehrt hatte "Bitte, erlaubt es mir nach meiner Schwester zu sehen... ich bin krank vor Sorge, Herr!" flehte er, doch der Nachgeschmack von Verlogenheit blieb auf seiner Zunge... er konnte nicht glauben das dieses Wesen der Gott war, den seine Eltern ihm versprochen hatten... War er wirklich ein Gott? Er brauchte Antworten! "Die Antwort darauf wirst du selbst finden... male dir selbst ein Bild davon, und entscheide am Ende, wenn du es komplett siehst" ertönte Nagashs Stimme in seinem Kopf. Er zuckte kurz überrascht auf, doch er wusste das er sie durch diese mystische Verbindung hindurch nicht nur spüren, sondern auch hören konnte... Er erhob sich langsam wieder, wagte es nicht den Gott direkt anzublicken, und sollte man ihn nicht daran hindern würde er zu Fara rennen und sie kräftig umarmen. Tränen liefen über seine Wange hinab und er schluchzte beinahe. Das Mal hatte er gesehen, welches ihr liebliches Antlitz verunzierte, doch es war nicht wichtig, sie lebte! "Bitte, sag das es dir gut geht!" er hatte sich von ihr gelöst, und hielt noch ihre Schultern, suchte in ihrem Blick nach seiner kleinen Schwester, mit der er Äpfel gestohlen hatte vom Nachbarsgarten, jene Schwester die ihn nicht verraten hatte, als sie das Pferd scheu gemacht hatten... Er flehte die Götter an das sie noch die Alte war...

Nagash selbst hatte sich ebenso erhoben als Axa losgestürmt war, und hatte sich Tornitror genähert. Sie sah kurz zu den beiden Menschen, wieder zurück zu ihm hin "Er war dem Tode nahe.. sehr nahe. Sieh es ihm nach das er so ungestüm ist. der Tod ist ein Erlebnis das einen etwas... durcheinander bringen kann" meinte sie schmunzelnd und wollte ihre Arme verschränken, leider fehltenn ihr die Hälfte der Mittel um dies zu tun, sie blickte hinab und schnaubte... sie zog den halben Arm durch den Ärmel, so dass er unter ihrer Kleidung an ihren Körper anlag, das beste was sie im Moment tun konnte... Ehe sie wieder zu ihm sah "Du wusstest von den Mal..." bemerkte sie, und legte die Linke Hand auf ihrer Hüfte ab "Was weißt du noch? Ich muss wissen womit wir es zu tun haben, wovon die Urgewalt des Anfangs gesprochen hat. Wenn es da noch etwas wichtiges gibt, bitte lass es mich wissen. Außerdem brauche ich noch deinen Namen, deine... Prophetin wollte ihn mir nicht verraten"
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Kimor
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Re: Die Achse des Bösen - Auferstehung

Beitrag #14 von Kimor » 28.12.2016 18:03

Als Nagash ihre Antwort formulierte, fühlte Fara Rachsucht in sich brodeln, ihre Augen fixierten den leblosen Körper ihres Bruders, während sie den Impuls, sich auf das Scheusal zu stürzen, um ihm die Augen auszukratzen, mehrmals zurückhalten musste. Der Gedanke an Rache stritt sich mit ihrem Gehorsam gegenüber Tornitror, doch das sanfte Kribbeln auf ihrer Brust war eine Säule, die ihrem Eifer die Oberhand gab. Wenigstens war Nagash verletzt, dachte das Mädchen, als sie den Armstumpf sah, wobei sie natürlich bemerkte, dass es sich um die gleiche Hand handelte, die bei ihrem Gott aus herrlichen Blitzen bestand. Ihre Finger glitten für einen Moment über die Ränder ihres rechten Auges, wo sie das Mal des Bösen trug, wie Tornitror es nannte, und sie versuchte, dessen Ränder zu ertasten, aber nichts gab einen Hinweis, dass sich Zacken um ihr Sehorgan zogen. Sie runzelte verärgert die Stirn, als das Monster gegen ihren Gott aufbegehrte und noch immer dessen Macht leugnete, setzte zu einem lauten Protest an, aber erneut legte sich die Hand Tornitrors auf ihre Schulter, um ihr Einhalt zu gebieten. „Ihr seid so töricht und in eurer Torheit doch so drollig“, sprach das Elementarwesen belustigt und zwinkerte seiner kleinen Prophetin zu, als diese, über seine Worte erstaunt, stumm eine Erklärung für diese Milde suchte. Weil es aber wusste, dass seine Aussage erneut den Stein für weitere Verärgerung ins Rollen bringen konnte, schenkte es der Nekromantin ein entschuldigendes Lächeln, um den Waffenstillstand wiederherzustellen, während es noch auf die Erklärung über den Zustand des Jungen wartete. Ihre Erklärung erschien ihm unplausibel, denn die elektrischen Ströme in dessen Körper waren nicht lebendig, sie imitierten Vitalität und einen funktionierenden Organismus, aber es unterschied sich doch von dem Feuerwerk des Lebens, welches ein normaler Junge in seinem Alter versprühen sollte. Er kniff die Augen zusammen, als die Bissspuren seinen Verdacht erhärteten, dass die Nekromantie ihr erstes Opfer bekommen hatte und auf es wurmte ihn ein wenig, dass noch niemand für seine Sache gestorben war, seit er auf dieser Welt wandelte, die Hälfte von Faras Familie zählte nicht wirklich, waren sie doch mehr vom Chaos, als Tornitror selbst geführt worden. Er hob nur ebenso vielsagend eine Braue, als Nagash ihn stumm aufforderte, kein Wort über das untote Geschöpf zu verlieren, dass sich nun Axa nannte, bevor er sich Fara zuwandte, die ihren Blick noch immer nicht von ihrem Bruder lösen konnte. Während also Nagash den Jungen zurückholte, nutzte der selbsternannte Gott die Gunst der Stunde, um sie ein wenig auf das vorzubereiten, was auf sie zukam. „Dein Bruder wird aufwachen, aber möglicherweise wird er anders sein“, raunte er ihr ins Ohr, nachdem er sich zu ihr heruntergebeugt hatte und wobei er mit seiner Hand den Blick auf seinen Mund abschirmte, falls Nagash die Kunst des Lippenlesens besass. „Das Wichtigste ist, er wird IHR Knecht sein. Sei freundlich, sei eine gute Schwester, aber vergiss niemals, dass er nun einer Ungläubigen dient, selbst wenn er es nicht will. Vergiss vor allem nicht, wem DU dienst“
Fara riss entsetzt die Augen auf, ihre Auge zuckten zwischen Axa, Nagash und Tornitror hin und her, während ihre Gedanken rasten und sich ihre Liebe zu ihrem Bruder, mit der Hingabe zu Tornitror stritt, und beide sich gegen den Wahnsinn wehren mussten, der immer wieder schrie, dass der Herrscher des Lichts das nicht zulassen dürfe, dass Fara das nicht zulassen dürfe, dass die Welt das nicht zulassen dürfe! Das Ausmass der Konsequenzen, die Axas Rückkehr für die Beziehung der Geschwister und für die zwischen dem Scheusal und ihrem Gott schlug wie eine Welle über ihr ein und liess ihren ganzen Körper taub werden, als sich Axa sich keuchend aufrappelte, als hätte er wirklich nur geschlafen. Tornitror liess seiner Prophetin nun freie Hand, denn er hatte seinen Anspruch auf sie erneut geltend gemacht und die Saat der Zwietracht zwischen Bruder und Schwester gesät, damit Nagashs Einfluss über den Anker des Chaos so gering wie möglich blieb. Er beobachtete interessiert, wie sich der Junge verhielt, fragte sich dabei, an wie viel er sich erinnern konnte, ob er auch, wie seine Schwester, ein treuer Anhänger des Herrschers des Lichts gewesen war und sah sich in diesen Vermutungen bestätigt, als sich dieser vor ihm in den Staub warf. Ein überhebliches Lächeln huschte über Tornitrors Gesicht, denn er hatte das Gefühl, nun zwei Bauern auf dem Schachbrett zu besitzen, während Nagash noch immer alleine als Königin auf ihrer Seite stand. Bevor aber das Mädchen oder ihr Bruder seine verräterische Miene bemerken konnten, setzte er ein gütiges Lächeln auf und machte eine einladende Handbewegung, um damit sein Einverständnis zu geben, dass der verlorene Bruder zu Fara zurückkehren konnte. Er forderte Fara auf, sich mit ihrem Bruder ein wenig zurückzuziehen, um diese ganze Familiengeschichte zu besprechen, worauf sie, in den armen ihres zu Tränen gerührten Bruders, sich ausser Hörweite der beiden Unsterblichen begab, um ihn zu beruhigen und ihm zu erzählen, was in der kleineren Kammer mit der Sphäre geschehen war, wobei sie alles verschwieg, was ihr ihr Gott über das böse Mal erzählt hatte. Sie fühlte sich schuldig deswegen, denn sie hatte bisher fast nichts vor ihrem Bruder verborgen gehalten, aber ihr Schicksal an der Seite Gottes war wichtiger, als die Familienbande und ausserdem, so sagte sie sich selbst, war dieses Wesen nicht gänzlich ihr Bruder, obwohl es all dessen Eigenheiten besass.

Von Nagash plötzlich so vertraut angesprochen zu werden irritierte Tornitror, weswegen er eine Braue hob, doch die Nekromantin schien trotzdem auf alle Förmlichkeit zu verzichten und ihn wie einen Gleichgestellten zu behandeln. Wenigstens erinnerte ihn der fehlende Unterarm daran, dass ihre Kräfte doch nicht so beeindruckend waren, wie er es aus dem Feuerangriff geschlossen hatte, so dass er über ihren Fauxpas hinweg sah. „Der Tod der Sterblichen ist mir einerlei, sie sind wie kleine Kerzen im Wind“, er machte eine wegwerfende Handbewegung, die Stimme sprach kalt und herablassend, „unbedeutend in ihrer Einfachheit und nur von nutzen, wenn sie unter göttlicher Führung, meine Führung, zu einer gemeinsamen Flamme geformt werden“ Sein Blick fiel auf das Geschwisterpaar, dass lebhaft zu diskutieren schien. „Das Mädchen, sie ist der Anker des Chaos, sie ist ebenso wichtig wie du“, erklärte er, wobei er absichtlich sich selbst nicht erwähnte, da nur das Mal ihn im Moment auf die gleiche Stufe stellte, was ihm bei jeder Erwähnung dieses Umstands die Galle überlaufen liess. „Bevor du geflohen bist“, führte er weiter aus, wobei das Wort 'geflohen' ihn belustigt grinsen liess, „hatte ich dir gesagt, dass wir nun Diener sind. Diese Zweckallianz, das Chaos hat sie schon früher mit diesem Mal durchgesetzt, aber damals waren wir mehr, Vier oder Fünf Wesen, die dem Chaos jedes auf seine Weise diente.“ Er seufzte frustriert, als er sich das Fiasko ins Gedächtnis rief, die brüchigen Allianzen, das Ränkespiel, Verrat, der wie ein Damoklesschwert über allen Entscheidungen hing, die man zu jeder Zeit tätigte und dann war das Bündnis zerbrochen, wie ein schartiges Schwert, das wuchtig und gnadenlos gegen einen Felsen geschlagen wurde. Er verschwieg Nagash die Geschichte, sondern sprach nur davon, dass die Unternehmung fehl schlug, weil es nie zu einer richtigen Basis kam, auf der Zusammenarbeit entstehen konnte. „Das Mal funktioniert wie ein ausgefuchster Spiegel, der allen Schmerz und allen Schaden, den wir einander zufügen, auf uns zurückwirft, aber uns davor bewahrt, wenn ein gezeichnetes Wesen durch Selbstverschulden oder Unachtsamkeit verletzte wird oder sich ausserhalb der Unterstützungsreichweite eines Verbündeten befindet. Wärt ihr also weggelaufen und von einem Bauern erschlagen worden, so hätte ich nichts davon gespürt“, beendete er seine Ausführung und sah der Nekromantin eindringlich in die Augen, damit sie wirklich verstand, in welch grauenhafter Situation sie sich befanden. Daraufhin streckte er ihr seine nun vollständig regenerierte Hand entgegen, forderte sie auf, den einstweiligen Frieden mit einem Handschlag zu besiegeln. „Wir werden wohl oder übel aufeinander aufpassen müssen und natürlich auf den Anker“, erklärte Tornitror in versöhnlichem Ton, setzte sogar ein Lächeln auf, dass aber nicht den kalten, raubvogelartigen Blick erwärmte, mit dem er sein Gegenüber taxierte

Als sich das Geschwisterpaar ausserhalb der Reichweite der beiden Wesen befanden, befreite sich Fara aus Axas Umarmung und unterdrückte mit Mühe ein Schaudern, weil dessen Haut sich so kalt und leblos anfühlte. Sie hatte ihm auf dem Weg geschildert, an was sie sich während der Befreiung des Herrschers des Lichts erinnern konnte und nun fehlten ihr die Worte, weil ihr Verstand nach Anzeichen von Axas Veränderung suchte, kleine Details, die nicht stimmten, obwohl das Gesamtbild sie so schmerzhaft an ihren Bruder erinnerte. Für eine Weil herrschte eine seltsame Stille, bis Fara sich einen Ruck gab. „Mir geht es gut“, beantwortet sie ein wenig zögerlich seine Frage, wobei ihre Finger wie automatisch zum Amulett ging, dass wieder einen Funken enthielt, um sich von dessen Prickeln beruhigen zu lassen. „Wie.. Wie fühlst du dich?“, gab sie die Frage ein wenig unsicher und stammelnd zurück.

Er ließ sie nur ungern los... er hatte jedes Zeitgefühl verloren, als er in die Richtung des Abgrundes getrieben war, und so kam es ihm vor wie eine Ewigkeit in der so vieles passiert war. Die Worte die sie Sprach ließen ihm jedoch einen Stein vom Herzen fallen und er atmete auf... Sogar ein sanftes Lächeln legte sich auf seine Züge "Ich bin so froh dich wohlbehalten zu sehen... aber... dieses Zeichen" er tippte sich selbst auf die Stelle, an der er Faras Mal erkannte "War er das?" Axa hegte noch immer große Zweifel, doch für den Moment wirkte alles gut. Seine Schwester, Der Herr, Nagash... fast zu friedlich

Fara beobachtete beinahe lauernd, ob sich das Ding, dass sich als Axa ausgab nun verriet, aber es reagierte wie ihr Bruder es tun würde, sogar das Lächeln war perfekt und ihr kamen Zweifel an Tornitrors Warnung. Sie biss sich schuldig auf die Unterlippe und war kurz davor damit herauszuplatzen, dass sie für eine besondere Aufgabe auserwählt worden war und das Böse sie gezeichnet hatte, als Axa selbst auf dieses Thema zu sprechen kam und als er dabei den Verdacht aussprach, dass ihr Gott für diese Scheusslichkeit verantwortlich sein könnte, zerbrach ein kleiner, warmer und naiver Teil in ihr. Die Nekromantin hatte nun auch den letzten Teil ihrer Familie in den Abgrund gestossen, so dass Fara nun alleine übrig war, die letzte Überlebende und dieser Gedanke befeuerte ihre Überzeugung, dass nur Tornitror Gerechtigkeit und das Gute über die Welt bringen konnte. „Natürlich war er das nicht!“, fauchte sie wütend, ihre Hand legte sich schützen um das Amulett, als hätte Axa durch seine Zweifel auch den Funken angegriffen. „Er hat mich gerettet und mich zu seiner Prophetin gegen das Böse gemacht, das sein Maa..“, erklärte sie mit glühendem Eifer in der Stimme und hätte sich dabei beinahe verplappert, doch sie schaffte es, ihre Zunge im Zaum zu halten. „Es steht uns Grosses bevor, wir werden die Welt erleuchten!“, sprach das Mädchen eindringlich weiter und ergriff dabei Axas Hände, die so widerlich kalt und unmenschlich waren, aber sie hatte die Hoffnung, dass der Glaube ihn erretten konnte. „Hilfst du mir dabei den Glauben zu den Herzen der Menschen zu tragen?“, wollte sie wissen, die Augen, gross voller Hoffnung, brannten aus tiefster Überzeugung für Tornitrors Sache und könnten sogar angsteinflössend wirken.

Er zog die Augenbrauen zusammen und sah sie eindringlich an, ihre Wut war ungerechtfertigt "Fara, ich bin hier geblieben, so wie du es mir aufgetragen hast. Ich habe nicht gesehen was passiert ist, aber vorher hattest du dieses Zeichen nicht! Ist es ein heiliges Symbol? Was bedeutet es?" So einfach ließ er nicht locker, doch er war wohl der einzige der wirklich überhaupt nichts von dem Chaos wusste, welches hereingebrochen war in ihre Welt und so war er etwas ratlos... Doch sie erklärte es ihm sogleich, und sein Lächeln wurde wärmer. "Er hat dich auserwählt... so wie es prophezeit wurde" Zwar nagten noch immer heftige Gewissensbisse an ihm, aber es war einfacher ihre Freude zu teilen, als auszusprechen was ihn beschäftigte. Er drückte ihre Hände fester, fühlte die Hitze die sie ausstrahlte "Natürlich helfe ich dir Schwester! Aber..." er blickte doch kurz zur Seite, hin zu Nagash und wieder zurück "Erst muss ich meinen Glauben wieder stärken. Ich... ich weiß nicht was passiert ist, aber ich glaube ich bin... gestorben" Der Zweifel kehrte langsam zurück, Fara war noch immer fanatisch wie eh und je, wenn nicht sogar mehr wie zuvor "Fast zumindest... Ich war dem Tod sehr nahe... Ich hab den Abgrund gesehen, unseren Vater... Ich brauche eine Weile. Hilf mir wieder stark zu werden, und ebenso stark will ich dir dann helfen, abgemacht?" Er konnte Fara nicht enttäuschen, auch wenn sein Gewissen ihn fast auffraß... er wollte ihre Freude nicht trüben. Später...Später würde er ihr die Wahrheit erzählen...

Fara war ein wenig enttäuscht, dass ihr Bruder nicht genau so sehr für die Verbreitung des Glaubens brannte, wie sie, also entfernten sich ihre Hände, die sie danach sofort und unbewusst an ihrem Oberteil abwischte, von Axas und sie runzelte betrübt und auch verwirrt die Stirn. „Du bist gestorben? Wieso? Hat dich die Hexe also doch getötet?!“, brauste sie auf, nur um dann wieder ruhiger zu werden, als sie vernahm, dass er nicht wirklich gestorben war, aber diese erschütternde Erfahrung erst verdauen musste. Sie legte ihre rechte Hand an seine Wange, blickte ihm voller Mitgefühl in die Augen und dann zog sie ihn näher, so dass sie Stirn an Stirn beieinander waren. „Ich werde immer für dich da sein, der Funke in der Dunkelheit, erinnerst du dich noch? Wir werden zusammen das Licht in die Welt hinaus tragen und dann wird der Herrscher des Lichts bestimmt einen Weg finden, dich wieder richtig lebendig zu machen“, versicherte sie ihrem Bruder sanft und als sie sich lösten, verspürte sie eine solche Liebe zu ihm, solch ein überwältigendes Verlangen, ihn aus seiner Krise zu befreien, dass sie zu weinen begann und ihn dabei heftig umarmte. „Wir schaffen das.. wir schaffen das.. wir schaffen das“, murmelte sie an in seine Schulter und löste sich nur widerwillig, als Tornitror nach ihr rief, damit sie aufbrechen konnten.

"Natürlich werden wir das Schwester..." sprach er und war froh sie wieder zu haben... Viel war nicht mehr übrig von ihrer kleinen Familie, die Götter und diese Frau hatten sie ziemlich zerrissen. Umso kostbarer war diese Bindung zwischen ihnen beiden, zu kostbar als das er jene auf Spiel setzen konnte "Gemeinsam schaffen wir es..." murmelte er noch in ihre Haare, die in sein Gesicht hingen... sie war furchtbar heiß, fast fürchtete er sich an ihr zu verbrühen... doch war sie so warm... oder nur er so kühl? Nagashs Worte geisterten noch in seinem Kopf herum und er begann zu verstehen... Erst war die Bindung wichtig, wenn seine Schwester ihm nicht vertraute, hatte er sie an den Gott verloren. Und später dann würde er entscheiden was richtig war... und was nicht.

Tornitror rief nach Fara, als er des Wartens überdrüssig wurde, damit sie diesen verfluchten Ort endlich verlassen konnten. Er wusste noch nicht, wohin es ging, aber solange er für die nächsten paar Wochen keine muffigen Höhlen oder Felsen anstarren musste, Er ging voraus, verliess die Höhle mit ruhigen Schritten, während er über die Zukunft nachdachte, wie er sie gestalten sollte. Fara blieb dicht hinter ihm, warf aber immer wieder Blicke zurück auf ihren Bruder und Nagash, wobei sie ein unbehagliches Gefühl ergriff, doch sie schob es beiseite, denn die Zukunft sah schon rosiger aus, als zu Beginn ihrer Reise. Als sie ins Licht der Abenddämmerung trat, schnappte sie erstaunt nach Luft, denn die gesamte Umgebung hatte sich verändert. Sie erblickte Zerstörung in Form von umgerissener Erde, verbrannten Grashalmen und verglasten Steinen, aber doch war da auch wildes Wachstum und pulsierendes Leben, Blumen streckten sich gegen Himmel, farbiger und grösser als Fara sie jemals gesehen hatte und sie sah Insekten so gross wie ihr Kopf, deren Brummen eine schon fast unangenehme Lautstärke erreichten. „Was in Namen Gottes ist hier geschehen?“, keuchte sie und ergriff ihr Amulett, dass ihr immer mehr zu einer Mentalen Stütze wurde. „Dies ist das Werk von Chaos“, erwiderte Tornitror knapp, seine Gesichtszüge waren finster, denn erneut wurde er Zeuge der Macht des Chaos und ihm wurde wieder vor Augen geführt, dass seine eigenen Fähigkeiten dagegen wie schäbige Gossenmagie wirkte. Er verharrte beim Eingang der Höhle, damit sich auch Nagash ein Bild von ihrer Umgebung machen konnte. Sie mussten besprechen, wie es weitergehen sollte, vor allem in welche Richtung, wobei es dem Elementarwesen einerlei war, solange sie bald auf Zivilisation stiessen, die man unterjochen konnte.
Greise glauben alles, Männer bezweifeln alles, Junge wissen alles.
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Re: Die Achse des Bösen - Auferstehung

Beitrag #15 von Badskull » 28.12.2016 18:04

"Wie kleine Kerzen im Wind..." Allein diese Worte ließen ihr Gift und Galle hochkommen, sie schmeckte sie regelrecht in ihrem Rachen, und hätte nichts lieber getan als ihm dafür ins Gesicht zu spucken... Doch eine kleine Stimme zerrte an ihr, die ihr nur allzu nüchtern sagte das sie es nicht anders hielt... war es nicht sie die gerade eben Dem Jungen das Leben genommen hatte? Zwar hatte sie es ihm wieder gegeben, ihrer Meinung nach, in einer reineren, losgelösteren Form, dennoch hatte sie nicht viel Skrupel gehabt seine Sterblichkeit zu beenden um seine Kraft aufzusaugen... Sie mahlte leicht mit den Zähnen aufeinander, die Lippen ein dünner, blutloser Strich an Wut, doch sie hielt sich im Zaum... Nein, sie hatte nur genommen um zu Überleben. Sowohl als sie aus der Krypta erweckt wurde, als auch jetzt gerade. Menschen waren ihr zwar zuwider, weil sie primitiv und unbeholfen waren... Aber Alurir hatte die Menschen nie ausgenützt... Sie hatten den Menschen sogar angeboten sie auf eine höhere Stufe zu heben... Doch die Menschen waren schon so vergiftet gewesen mit all dem Misstrauen das die Götter gesäht hatten, ihre Saat war auf salzigem Boden aufgekommen und verdorrt... Nein. Die Götter waren es die mit den Menschenleben spielten wie es ihnen bliebte, zu ihrer Belustigung. Allein das selbstgefällige Gesicht Tornitrors sprach ganze Bände davon. Und dabei war er nicht mal ein Gott, nicht mal Ansatzweise... Doch nun war nicht die Zeit gegen ihn vorzugehen, erst musste sie frei werden. Ihm würde sie noch früh genug eine Lektion erteilen können, vor allem wenn sie das Mal los geworden waren. Bis dahin würde Nagash sich gedulden und kooperieren. Was sie noch mehr hasste als Tornitror waren die Götter des Chaos, Nar'gohmen, die sie in ihre Dienste gezwungen hatten, auf eine enttäuschend effektive Art und Weise. Alurir würde warten müssen, und sie musste überleben um es wahr zu machen. Dies war das oberste Ziel vorerst...

Wenigstens wurde Tornitror informativer. Auch ihr Blick ging kurz zu Axa hin. Sie fühlte seine Sorge, seine Verzweiflung zwischen dem Glauben mit dem er groß gezogen wurde und den Tatsachen, die er hautnah miterlebt hatte. Sie fühlte Furcht von ihm kommen, Angst um seine Schwester, Liebe und Erleichterung... kurz blendete sie ihn aus um sich ganz auf Tornitror konzentrieren zu können und nickte auf seine Ausführungen hin. Als er ihr seine Hand hinstreckte, blickte sie ihm sehr, sehr zweifelnd in die Augen... Dieser Gesichtsausdruck, sie konnte darin mehr als deutlich erkennen was er von ihr hielt, wie er sie betrachtete, wie ein besonders köstliches Stück Fleisch das er noch nicht essen konnte, aber bereits wusste wie er es würzen und verzehren würde... Dennoch, ihr Ziel ging vor. Und so hob auch sie ihre linke Hand und würde seine Hand ergreifen, sie kurz drücken und nicht unbedingt länger als nötig halten. Ihr Blick verriet ihm das sie ihn verabscheute, doch auch das sie bereit war zu tun was nötig war um ihren Fluch zu beenden...

Es war eine wahre Wohltat wieder an die Oberfläche zu kommen. Das Chaos mochte sich verzogen haben, doch der Gestank seiner Macht haftete noch immer an jedem Stein und jedem Kiesel... Das erdrückende, enge Gefühl welches sie nach Jahrtausenden in einem Sakophag regelrecht hassen gelernt hatte war endlich von ihr gewichen, nur um Verwunderung und grimmiger Erkenntnis zu weichen als sie sah was das Chaos mit dem Leben anrichtete, sobald es freigelassen war... Die Flora und Fauna war... chaotisch geworden. Exotische Pflanzen die lebendiger wirkten als es schön war, mutierte Krabbeltiere die teilweise die Größe von Tauben erreicht hatten. Nagash ließ ihren Blick über die Schneiße schweifen welche das Chaos korrumpiert hatte. Zerstörung und Leben... . Axa war dicht hinter ihr geblieben, er fühlte sich in ihrer Nähe wohler als in der Präsenz des Gottes, er fühlte die Kraft die ihn am Leben hielt am stärksten, und auch er war ziemlich schockiert von der Veränderung... "Was ist hier geschehen?" japste er riss die Hände über den Kopf, als ein Insekt, so groß wie ein Wagenrad hinter ihm zu einer anderen Blume flog. Tornitror beschrieb es ganz gut, sie sprach ebenso ihre Gedanken dazu "Chaos. Die Urgewalt dieser Erde... Grenzenlose Freiheit. Sei es Schönheit..." sie streckte ihre verbliebene Hand nach einer der Blumen aus, und tippte auf auf eines der wunderschönen Blütenblätter... die Pflanze regte sich, und schnappte blitzschnell zu, Axa wich schockiert zurück, nur um hinter sich ein anderes Kraut zu entdecken und wieder zu Nagash zu hüpfen "... oder der Tod. Das passiert wenn Macht keinerlei Kontrolle erfährt..." Sie betrachtete ihre Finger, an welchen noch der Süße Nektar der Blüte klebte... Voller Wonne spührte sie wie ihr Körper sich wieder soweit regeneriert hatte als das die Lerpan'she Drüse wieder funktionierte. Das Organ welches Toxine neutralisierte. Es schrie sie gerade regelrecht an den Glibber los zu werden, und sie strich ihn sanft am Boden ab. In jeder anderen Situation hätte sie viel dafür gegeben dieses Toxin zu analysieren und in irgendeiner Weise ihrem Körper zugute kommen zu lassen, doch sie konnte es nicht aufbewahren. Axa sah man deutlich an das ihm hier nicht wohl war, seine Hände waren leicht angehoben, bereit zu kämpfen. Aber auch Nagash war nicht betrübt darüber das sie weiterzogen, vor allem da sie, wohl ebenso wie Tornitror spührte das sich ein paar der korrumpierten Tiere langsam sammelten und sie beobachteten.

Das Chaos hatte sie nicht lange begleitet, der Schwall an grenzenloser Freiheit schien sich recht schnell verflüchtigt zu haben, und seine Wirkungskraft war mit jedem Schritt den sie vorangingen kleiner geworden. Sie hielten auf einen Wald zu, es wurde bereits langsam Nacht, und bald würde das Tageslicht ihnen nicht mehr den Weg meinen... Natürlich machte dies Nagash nur wenig aus, sie sah in der Dunkelheit wesentlich besser als in der Sonne, der Nocturale in ihr erwachte langsam. Er war satt, somit war seine Gier einfach zu bewältigen, vor allem jetzt wo sie Fara roch... der einzige Moment in dem der Gestank der Menschen eine Süße Note annahm... Die Bäume wirkten alt. Das Gebiet in dem sie sich aufhielten schien unbewohnt, kaum Trampelpfade auf denen sie wandeln konten, meist brachen sie durch unberrührte Natur und schufen sich ihren eigenen Weg. Ein klares Ziel gab es noch nicht, nur der Wunsch nach einem Platz für ein Lager. Sie fühlte das Axas Körper müde wurde, sie überließ ihm immer genug Energie das er es nicht spüren würde, doch ein ausgeruhter Körper war weniger... Energieintensiv als das was Axa gerade eben darstellte... Sein Körper hatte langsam seine normalen Vitalfunktionen wieder aufgenommen, aus dem Fleisch das sie den beiden am Anfang noch gebracht hatte schuf er schon Blut, doch noch nicht genug als das sein Herz wieder von Nutzen wäre. Er warf ihr immer wieder Blicke zu. Er war und würde noch weiterhin entzweit bleiben was die Situation anging. Gerne hätte sie ihn einfach so beeinflusst als das er fröhlich und besonnen war. Es wäre ihr ein leichtes, einmal die richtigen Bereiche in seinem Kopf angesprochen und er würde sich auf Tornitror stürzen...Doch freier Wille war wie ein Schmetterling. Einmal berrührt war es fast unmöglich ihn wieder herzustellen. Und sie vermied es tunlichst dies zu tun...

Eine kleine Quelle, ein etwas flacher Platz auf einem kleinen Hügel umgeben von alten Bäumen und Gebüsch. Für heute würde es reichen, auch wenn Nagash den Luxus von Alurir vermisste. Axa war etwas langsamer geworden und trat als letzter hin zu der Stelle. Sein Magen knurrte laut, als er wieder begann zu arbeiten, und er hielt sich etwas beschämt den Bauch. "Verzeiht..." bemerkte er leise, als wolle er den Gott nicht erzürnen. Das Fleisch welches sie dabei gehabt hatten war nicht mehr zu gebrauchen gewesen, ein Stück war sogar davongekrochen, belebt vom Chaos... Nagash selbst war noch satt von Axa, Ob Tornitror überhaupt Essen konnte war Nagash fraglich, Fara hatte wohl auch einiges an Anstrengung hinter sich... "Sorgt euch nicht... Ich bin sicher der Gott des Lichtes lässt seine Schafe nicht verhungern... oder?" meinte die Nekromantin, grinste etwas süffisant und blickte auffordernd hin zu Tornitror... Den Seitenhieb konnte sie sich nicht verkneifen. Axa zumindest sah tatsächlich ein wenig hoffnungsvoll hin zu ihm, auch wenn er es nicht wagte ihm direkt ins Antlitz zu blicken...
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Re: Die Achse des Bösen - Auferstehung

Beitrag #16 von Kimor » 28.12.2016 18:04

Fara war erstaunt, dass die Nekromantin mehr zu wissen schien, als ihr Gott, aber dann sah sie, wie er ihr zuzwinkerte, als sie ihn fragend ansah und ihr wurde klar, dass er mit Absicht die Nekromantin dazu brachte, mehr zu erzählen oder zumindest reimte sie es sich so zusammen. Dem Mädchen waren die Veränderungen unheimlich, ihr Herz begann schneller zu schlagen, aber seltsamerweise nicht aus Furcht, sondern aus Freude, als wäre die Schneise des Chaos ein willkommener Anblick. Gedankenverloren strich sie sich über das Mal, dessen Ränder ganz leicht juckten, und beobachtete immer wieder, wie ihr Bruder sich so ungeheuer menschlich, so wie Axa verhielt. Ihr kamen Zweifel an Tornitrors Worten, dass nicht ihr Bruder zurückgekehrt war und sie fühlte Schuld in sich aufsteigen, doch dann begab er sich immer wieder zu ihr, suchte ihre Nähe, wie ein Küken seine Glucke, und in diesen Momenten schalt sie sich eine Närrin, jemals an Gottes Wort gezweifelt zu haben. Dieser Gott liess ein leises Schnauben erklingen, als Nagash über unkontrollierte Macht sprach, weil sie wie sein Schöpfer klang, vorsichtig und überfordert im Angesicht von Grösse. „Macht ist Kontrolle und Kontrolle ist Macht“, kommentierte er trocken, während er angewidert zusah, wie der klebrige Saft einer Blume sich an Nagashs Haut schmiegte, so abstossend wabbelig. Er fragte sich, wieso gewisse Wesen alles anfassen mussten über das sie stolperten, als wären sie Kinder ohne Impulskontrolle in einer Bäckerei und machte demonstrativ einen Schritt von der Quelle seiner Abscheu weg, bevor er sich nochmal die Umgebung ansah. Er konnte die kleinen Impulse aller lebenden Wesen in der näheren Umgebung spüren, aber die Fähigkeit war gewaltig eingeschränkt, so dass er beinahe alles im Umkreis von zwanzig Metern geröstet hätte. Ohne das Mal könnte er ein Gebiet das dreihundert Mal so gross war abdecken und müsste sich nicht anstrengen. So vieles war weggeschlossen, bis er diese verfluchte Aufgabe hinter sich hatte. Er konnte spüren, wie sich einige Wesen sammelten, ein Rudel oder einen Schwarm bildeten, um zu jagen, nahm er an, deswegen forderte er seine Gefährten auf, sich ein wenig zu beeilen während sie den Ort seiner Auferstehung verliessen.

Fara kam der anschliessende Marsch wie eine Herkulesaufgabe vor, denn sie liefen und liefen, liessen schnell die Grenze der Veränderung durch das Chaos hinter sich und sie fühlte, wie sie zum ersten Mal richtig durchatmete, als wäre ein starker Druck auf ihr gelastet. Sie versuchte an der Seite ihres Gottes zu bleiben, der mühelos durch das Unterholz zu schweben schien, bis Fara auffiel, dass er eine Aura vor sich her trug, die ihm eine Schneise schlug und nur verkohlte Reste übrig liess. Sie machte grosse Augen, als er zu ihr hinunter blickte, sie kurz musterte und dann mit einer lässigen Bewegung seiner linken Hand die zerstörerische Schneise verbreitete, so dass es ihr sehr viel leichter fiel, neben ihm herzugehen. Tornitror warf seiner Prophetin immer wieder verstohlene Blicke zu, während sie, durch seinen kleinen Trick in neuem Eifer entbrannt, ein Loblied zu singen begann, wobei sie aber leise war, vermutlich um Nagash nicht zu verärgern. Er suchte nach Anzeichen des Chaos, Manifestationen in Form von Geschwüren, Hörnern einem Schwanz, irgendetwas, aber das Mädchen war noch immer eine normale, wenn auch ein wenig besser als der Durchschnitt aussehende kleine Sterbliche. Mit Freude bemerkte er, dass sie immer wieder über das Amulett mit dem Funken strich und er überlegte sich eine Möglichkeit, diese Bindung noch weiter zu verstärken, vielleicht mit einem Stab, so wie sein eigener, aber wo bekam er Gold in dieser Menge her und wieso sollte sie einen so herrlichen Stab besitzen, der nur eines höheren Wesens würdig war. Er sah sie stolpern und sich fangen, wobei sie verlegen seinem Blick auswich und ihr Kopf sich rötete. „Ein robuster Stab, der eher zu einem Propheten passte, mit Verzierungen, die doch etwas erhabenes haben“, ging es ihm durch den Kopf und ihm kam eine Idee, als er die alten Bäume sah, manche knorrig und wettergegerbt, den Elementen trotzend, standen sie doch hoch und stolz vor ihnen. Sein Blick ging nach oben, während die Dämmerung langsam das Licht verschlang und zum Abend wurde, und sucht nach einem geeigneten Ast, mit dem er seine kleine Gläubige weiter in den Fanatismus treiben konnte. Als er das gewünschte Rohmaterial erspähte, waren die beiden Menschen kurz davor vor Erschöpfung einfach auf liegen zu bleiben und ihre Augen flehten beinahe um ein Rast. Tornirtror konnte ein Ende des Waldes ein wenig weiter vorne ausmachen, so dass er beiläufig einen Gabelblitz nach vorne schoss, der ihnen eine Pfad nach draussen pflügte, während er mit der anderen Hand einen etwa Oberschenkel dicken, gewundenen Ast, so lang wie das Mädchen gross war, von einem Stamm wegsprengte, welcher dann einige Schritte von ihm entfernt zu Boden krachte. Fara, die beide Spektakel wie erstarrt verfolgt hatte, war sich nun unsicher, ob sie einfach vorausgehen sollte oder ob ihr Gott von ihr erwartete, bei ihm zu bleiben. Ihre Beine waren schmerzende Bleiklumpen, sie hatte Seitenstechen und ihre Haare waren ganz klebrig von all dem Schweiss. „Bring mir den Ast, Mädchen“, forderte er plötzlich und seine Stimme war ein Donnern in ihren Knochen, so dass sie erschrocken aufschrie, bevor sie sich die Hände vor den Mund schlug und kurz nickte. Der Ast war schwer und sperrig, ihre Beine wollten nicht und ihre Arme konnten nicht, aber Tornitrors Blick war unerbittlich, so dass sie davon überzeugt war, dass es sich hier um eine Glaubensprüfung handeln musste. Sie nahm all ihre Kraftreserven in Anspruch und schleppte das Stück Holz keuchend und ächzend zu ihrem Gott, wo sie zusammen mit ihrer Last vor seine Füsse fiel. „Herr, euer Ast“, krächzte Fara und spürte, wie ihre Beine und Arme von der Anstrengung zitterten. Tornitror schwieg einige Sekunden, um seinen nächsten Worten mehr Gewicht zu verleihen und weil ihm Faras unterwürfige Art sehr gefiel. „Du hast nicht um Hilfe gebeten“, sprach er langsam und erwartete, dass sie zu ihm aufsah, aber Fara hielt den Blick gesenkt, ob aus Erschöpfung oder Demut, konnte er nicht sagen. „Dies wird dein Geschenk von mir sein“, versprach er ihr, währen er den Ast mühelos aufhob und zum Hügel brachte, wo die Gruppe plante zu rasten.

Fara stapfte hinter ihrem Gott hinterher, dessen Versprechen sie mit neuer Kraft erfüllt hatte, obwohl sie sich nicht vorstellen konnte, was er mit dem Stück Holz vorhaben könnte. Dann fiel ihr Blick auf seinen goldenen Stab, dessen Verzierungen und Ringe bei jedem Schritt leise klirrten und Vorfreude über ihren eigenen Wanderstab, von Gott geschenkt, breitete sich in ihrer Brust aus. Sie erreichte den Hügel als vorletzte, aber so wie es aussah in bester Stimmung, obwohl auch sie starken Hunger verspürte, doch wenigstens machte sich ihr Magen nicht so lautstark bemerkbar, wie der ihres Bruders. Sie sah ihren Gott an, dessen Gesichtsausdruck zu ihrer Verwunderung Verärgerung oder sogar Abscheu zeigte, doch nur für einen kurzen Augenblick, so als wäre er nie da gewesen, bevor er ein ein müdes Lächeln für Nagashs Kommentar übrig hatte, der aber bei den Geschwistern Hoffnung auskeimen liess. „Sicherlich, denn ich bin der Hirte und kein Wolf, ich bin der Funke in der Dunkelheit und nicht der Tod, der dem Grab entsteigt“, erwiderte er sanft und eine seiner Augenbrauen hob sich, während er Nagash betrachtete, ein kleiner Hinweis, wer hier der Wolf war, der fromme Schafe riss.
Greise glauben alles, Männer bezweifeln alles, Junge wissen alles.
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Re: Die Achse des Bösen - Auferstehung

Beitrag #17 von Badskull » 28.12.2016 18:04

Nagash hob eine Augenbraue... sie spürte leichte Wut in sich aufsteigen als er sie natürlich vor den beiden zur Schau stellte, aber sie hatte immerhin auch angefangen. Das Katz und Maus Spiel ging los... Axa blickte etwas besorgt zwischen den beiden hin und her, ehe seine Retterin langsam anfing zu Lächeln "Nun, ich bin auch eine Sünderin und du der mächtige Gott, was erwartest du von den Wölfen?" meinte sie und lächelte... so falsch und wütend wie es nur ging "Also... sehen wir gleich ein Wunder oder gehst du jagen?" fragte sie dann noch neugierig und legte den Kopf leicht schief. Axa zog scharf die Luft ein und machte große Augen... So mit dem Gott zu sprechen, sie musste lebensmüde sein!

Tornitror konnte sehen, dass er sie getroffen hatte, ihr Gesicht versuchte die Wut zu verstecken, aber er konnte es spüren, wie die kleinen elektrischen Impulse ihren Zorn verrieten. Er lächelte gewinnend, als sie nur bestätigte, dass sie ein unwürdiges Wesen war und auch Faras Mundwinkel gingen vor Genugtuung nach oben, nur um ein entsetztes O zu bilden, als sich die Nekromantin anmasste, ihren Gott herauszufordern. „Wie könnt ihr es wagen?“, mischte sie sich wutentbrannt ein und ging dabei einige Schritte auf das Scheusal zu, die Hände zu Fäusten geballt „Ein Gott muss einem Monster wie euch gar nichts beweisen!“ Das Elementarwesen hinter Fara grinste nur breit, als er sah, wie vehement das Mädchen für ihn einsetzte und schlug dann mit seinem Stock auf den Boden, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. „Na na, Fara, lass dich nicht von eine Zweiflerin provozieren“, ermahnte er sie, die ihre kampfbereiten Fäuste senkte, und richtete dann seine Worte an Nagash: „Leider verhindert das Mal des Bösen, dass ich Wunder wirken kann. Dennoch gibt es keine Grund wie ein Tier zu jagen“, erklärte er, während er in Gedanken die verschiedenen Lebensfunken in der Umgebung durchging, um einen zu suchen, der möglicherweise die Grösse eines Rehs oder Hirsches hatte.

Faras Reaktion war vorhersehbar gewesen, aber sie konnte sich nicht zurückhalten... Sie blickte zu ihr hin und blieb ruhig, ihr Gesicht eine eiserne, wenn auch neugierige Miene, was wohl nun geschehen würde... Doch Tornitror pfiff sein Schäfchen auch gleich zurück. Axa hatte sich ein wenig von den beiden entfernt, und versuchte näher an Fara heran zu kommen, um sie aus der Gefahrenzone zu bringen, sollte es haarig werden... Immerhin wusste er nichts von dem Mal. Der Blick von Nagashs Giftgrünen Augen wanderte langsam zurück zu Tornitror "Oh... Das verstehe ich natürlich. Nun, wenn es kein Wunder wird, und wir nicht jagen müssen... wie... kommen wir dann zu einer Mahlzeit?" fragte sie und grinste... Das Blitzfeuerwerk hatte vermutlich dafür gesorgt das weit und breit nichts aufzufinden war das man jagen konnte... Erst die Chaoswelle, dann der laute Donner... "Aber... falls du Hilfe brauchst kann ich mich anbieten. Ich bin recht geschickt in der Jagd..." Ein Versöhnungsangebot? Nein... Das süffisante Lächeln war zurück, einen Hintergedanken gab es dabei... "Also? Es wird nicht heller..."

Tornitrors gelassener Gesichtsausdruck gefror, als er sich weitere Unverschämtheiten der Nekromantin anhören musste und sein eh nicht sehr ausgeprägter Geduldsfaden war zum zerreissen gespannt, während Nagashs Bemerkung sich bewahrheitete und er tatsächlich kein Wild in der Nähe erspüren konnte. „Treib es nicht zu weit, Kreatur“, zischte er wütend, während Funken wellenartig den goldenen Stab entlang wanderten, und sein Blick, der nach etwas gesucht hatte, dass er verletzen konnte, auf Axa zu ruhen kam. Fara hatte bemerkt, dass ihr Bruder sich ihr genähert hatte, aber im Moment war sie so wütend auf Nagash, dass sie all seine Versuche, sie mit Zeichen oder Gesten zu sich zu rufen, ignoriert hatte, bis plötzlich ein Blitz zwischen ihr und ihm einschlug, knapp vor Axas Zehen, so dass er wahrscheinlich die Hitze hatte spüren können. Das Elementarwesen starrte die Nekromantin an, seine Augen sprühten wortwörtlich vor Hass und doch grinste er gleichzeitig, weil seine Dienerin geschützt war und ihr Diener nicht „Pfeif dein untotes Balg zurück“, lag ihm auf den Lippen, aber er beherrschte sich gerade noch, weil er erkannte, dass ihm die Kontrolle entglitt. Er versuchte nicht einmal zu erklären, wieso er beinahe Axa mit einem Blitzschlag getötet hatte...

"Ich möchte es zumindest nicht hinauszögern bis man nichts mehr si..." weiter kam sie gar nicht, da schlug der Blitz direkt zwischen Fara und Axa ein. Nagash erkannte das sie nie die Reflexe gehabt hätte um dem auszuweichen. Axa hatte sie sowieso nicht, er kreischte auf und machte einen Satz nach hinten, stolperte und fiel der länge nach hin. Nagash spürte seinen Schmerz. Auch sie war zurückgewichen und hatte die Augen aufgerissen... Sie blickte gen Tornitror und hob eine Hand "Genug! Verzeih meine Unhöflichkeit... aber bitte verschone die Unschuldigen wegen meiner losen Zunge!" meinte sie und wirkte... ängstlich. Doch er würde keine Angst spüren, eher... diabolische Freude... Sie ging rückwärts, scheinbar ängstlich zu ihm blickend... doch im letzten Licht, bevor die Schatten der Bäume sie verschlucken würden, nur noch sichtbar für Tornitror, würde er sie triumphierend grinsen sehen... Sie hätte um keine Bessere Darbietung seines wahren Wesens bitten können... Sie würde sich herumdrehen, und in die frühe Nacht verschwinden... Axa blickte voller Fucht hin zu Tornitror, und krabbelte rückwärts bis er gegen einen Baum stieß "Verzeiht...!" japste er und hielt beide Hände vor das Gesicht "Ich... ich bin nicht würdig...!" keuchte er und senkte sofort demütig den Blick, seine versengten Schuhe und Zehen schienen gar nicht so wichtig im Moment...


Er erkannte, dass ihm die Kontrolle entglitten war und fluchte innerlich, als er die furchtsamen und entsetzten Blicke des Geschwisterpaars bemerkte. Er versuchte zu erklären, wieso er beinahe Axa mit einem Blitzschlag getötet hatte, aber bevor er ansetzen konnte, drehte er sich aprubt nach links, als er ganz schwach, gerade noch am Rande seines Wahrnehmungsvermögens, ein Lebensfunken spüren konnte, dann noch einen, klein, vielleicht die Grösse eines Kaninchens oder einer Ratte, aber doch da. Er hob einen Finger in die Luft und mit einem Zischen schoss ein gebündelter Strom nach oben, worauf er nach einigen Herzschlägen in etwa 25 oder 30 Metern Entfernung in den Wald einschlug. Ein hoher Schrei durchbrach die Stille des Waldes, dann stoben Vögel und Fledermäuse aus den Wipfeln in die Nacht. Er musterte Fara und Axa, die eine verwirrt und doch beeindruckt, der andere zu Tode verängstigt und unterwürfig und dem Elementarwesen wurde klar, dass er diese Situation entschärfen musste, zumindest, um den Anker des Chaos nicht zu verlieren. „Nähere dich nicht ohne mein Einverständnis oder ihres der Prophetin, Junge“, sprach er mit drohendem Unterton, während er seiner Stimme Hall und mehr Potenz verlieh, so dass der Angesprochene sich wieder in den Staub legte. In Faras Augen konnte er Stolz ausmachen, Stolz und diese Arroganz, vom Gefühl herrührte, auserwählt und besser als sein Nächster zu sein. Das war der perfekte Augenblick für das Geschenk und um dem dummen Jungen eine Aufgabe zu geben, damit er nicht nachdachte, sondern handeln musste. „Geh und hol das Fleisch dort, wo meine Kraft es erlegt hat“, befahl er Axa barsch und wandte sich demonstrativ ab und Fara zu. Wenn Axa die Stelle aufuschen würde, dann fände er dort einige zum Teil verkohlte Ferkel, die ihrer Mutter nicht hatten auf der Flucht folgen können.

Axa ächzte, sein ganzer Körper war gefüllt mit Angst... Nagash hatte ihn verlassen und er drückte die Stirn in den Dreck, hielt jedoch mit den Händen schützend seinen Nacken verborgen, als fürchte er einen Tritt oder dergleichen. "Verzeiht mir, ich bin nicht würdig... es wird nie wieder geschehen Herr!" japste er und als ein weiterer Blitz hernieder ging dachte er schon sein Stündchen hätte geschlagen... doch dem war wohl nicht so. Seines frisch zurückerlangten Lebens mehr als froh hob er langsam das Gesicht, als direkt gegen ihn der Aufruf gerichtet wurde. er nickte, und beeilte sich auf die Fuße zu kommen... jene schmerzten jedoch überraschend heftig und so fiel er auf die Knie, versuchte sich wieder aufzurappeln und blickte furchtsam zu Fara und Tornitror hin zurück "Ich eile ich... ich
der Junge rannte... die Verbindung zu Nagash war deutlich noch vorhanden... doch diesmal war er es der Emotionen empfand... Schreck? Wut? Er wurde immer langsamer und hob den Kopf. Er war regelrecht überflutet davon und hielt sich den Kopf... Und dann drang ein ganz deutliches Wort in seinen Kopf von ihr "Vorsicht! Ihr seid nicht alleine!" kam es da ganz deutlich. Axa war zwigespalten, der Befehl des Gottes... aber auch die Gefahr. Nicht das er Nagash hätte helfen können, eine Gefahr vor der sie warnte war für ihn ein Todesurteil. Aber der Gott! Wenn er den Herrn warnen würde, vielleicht wäre sein Zorn nicht ganz so fürchterlich und er würde Axa verschonen? Er war schon zu weit gerannt, sie würden ihn nicht hören. Jener Gott würde vermutlich schon die Vorboten spüren von dem was Axa ihm sagen wollte. Sie kamen beinahe gleichzeitig in die Reichweite seiner Sinne... Ein Dutzend mindestens welches langsam anfing sie einzukreisen... sie bewegten sich geduckt, geschickt genug als das er vermutlich nicht mal jetzt etwas hörte, als er wusste wo sie sich befanden. Ein Kreis aus elektrischen Strömungen, der sich langsam enger zog. Axa rannte zurück, er konnte nur lebendig um Gnade bitten! Doch auf dem Weg schon fühlte er wie sich etwas um seine Beine schlängelte, und er fiel erneut zu Boden, Hände packten ihn, ein Schlag und... Schwärze... Die Präsenzen schlichen sich langsam heran, versuchten wohl Position zu beziehen... von Axa war nichts zu hören oder zu spüren gewesen. Anspannung lag in der Luft. Der Jäge bereitete sich auf den Schuss vor...

Tornitror ignorierte den Jungen zuerst, denn er konzentrierte sich allein auf den Anker, fesselte ihren Blick und hob den Ast hoch, um vor ihren Augen daraus einen prächtigen Stab zu formen, aber plötzlich spürte er die Präsenz mehrerer Wesen, die sich auf den Hügel zu bewegten. Für einen kurzen Moment war da Beunruhigung, aber dann blieben einige der Funken stehen und bewegten sich für einen Augenblick nicht. „Ich werde dir einen Stab erschaffen mit dem du die Heerscharen meiner Gläubigen anführen wirst. Sie werden dich und durch dich auch mich verehren, bis wir der Welt das Licht bringen“, erklärte er dem Mädchen, dessen Augen einen fiebrigen Glanz bekamen und dessen Mund Entzücken ausdrückte. Wieder traten die Präsenzen i seinem Geist auf, näherten sich weiter und plötzlich wurde ein Funke schlagartig gedämpft und Tornitror wurde klar, dass der gedämpfte Funke wahrscheinlich Axa war, denn er befand sich in der Richtung, wohin der Junge verschwunden war. Seine Augen versuchten die Dunkelheit zu durchdringen, um die Angreifer zu sehen, aber sie verbargen sich gut, denn er konnte nicht einem einen kleinen Fetzen ihrer Anwesenheit sehen obwohl er ganu dort hinsah, wo sich die Wesen befinden mussten. Fara hatte in der Zwischenzeit bemerkt, dass etwas nicht in Ordnung war, sie spielte mit ihrem Amulett und sah zwischen ihrem Gott und der Umgebung hin und her, folgte seinen Blicken, um herauszufinden, was er sah, doch da war nur die alles verschluckende Schwärze der Nacht. Tornitror entschied sich, der Scharade ein Ende zu bereiten und rief, seine Stimme durch Donner verstärkt: „Tretet aus der Dunkelheit ins Licht, bevor das Licht zu euch kommen und euch verbrennen muss!“ Dabei sprangen Funken über seinen Körper und dem Stab entlang, die die Umgebung erhellten. Sie machten ihn zwar auch zu einem einfachen Ziel, aber er war überzeugt, dass nichts ihn verwunden konnte und Fara zeigte er mit einer Bewegung an, sich hinter seinem Rücken zu verbergen.

Die Wesen hielten inne in ihrem Tun, als wären sie erschrocken... Keine Worte fielen, doch mit einem Mal erhoben sie sich aus den Büschen und dem hohen Gras. Sie warn in grün gekleidet, hochgewachsen und hatten edle Gesichtszüge. Sowie Bögen gespannt und auf sie gerichtet. Die langen Ohren verrieten ihre Herkunft deutlich. In ihrem Gesicht Kriegsbemalung, soweit sie nicht von Tüchern, direkt bis unter Nase gezogen verdeckt waren. Eine von ihnen, eine Elfe mit scharlachrotem Haar war besonders reich verziert mit allen Farben welche die Erde erübrigen konnte. In ihrer Hand hielt sie ebenfalls einen Stab, ein rötlich leuchtender Kristall an der Spitze des Holzes... Sie waren sichtlich verwundert und gekränkt das sie so leicht erkannt worden waren, und fragten sich wohl noch wie sie das bewerkstelligt hatten "Zherzhay ashe'balnar! Genug!" rief sie und wischte theathralisch mit einer Handbewegung vor sich durch die Luft "Ihr kommt mit dem uralten Bösen im Schlepptau und zerstört Wald und Wild, abgesehen davon das ihr den ganzen Wald in Atem haltet mit euren Blitzen...! In unser Reich dringt ihr ein, uneingeladen, ungefragt, und bringt eine Bestie hierher?" Sie blickte wuterfüllt aus dem spitzen Gesicht hin zu ihm, ihre Bernsteinfarbenen, großen Augen glühten regelrecht vor Wut "Erst die Menschen, dann ihr! Ich verlange Rechenschaft für den Wald! Zeigt Demut und wir werden gnädig sein!" blaffte sie, ihre linke hand an ihre Hüfte gestemmt, die andere mit dem Stab auf ihn gerichtet... sie waren eingekreist, die Pfeile lagen gespannt auf den Sehnen...

Fara linste hinter Tornitros Rücken hervor und ihr klappte der Mund auf, als sie die wohlgeformten Elfen sah, die sich ertappt, aber noch immer kampfbereit, aus den Büschen erhoben. Sie hatte Geschichten von Elfen gehört, von ihrer Schönheit und der Anmut und in einer Geschichte ihres Gottes, hatte dieser eine Elfenkönigin aus der Gefangenschaft befreit und so das Licht in die Herzen des schönen Geschlechts getragen. Aber diese Gestalten waren feindseliger und schienen dem Wald zu huldigen, statt den wahren Gott zu erkennen, der nun unter ihnen wandelte. Das Mädchen fragte sich, wie Tornitror reagieren wollte und wurde dann Zeuge eines Schauspiels, dass sie für sehr lange Zeit in ihren Alpträumen verfolgen würde. Das Elementarwesen schnalzte lässig mit der Zunge, während die Funkensprünge auf seinem Körper sich weiter intensivierten, dann hörte man seine Stimme mit einem traurig gespielten Unterton sagen „Das war eine Unverschämtheit zu viel für heute“, bevor sich alle Funken wie ein Sprühregen von seinem Körper in alle Richtungen lösten, wobei einige davon in Faras Amulett einschlugen, so dass diese zu Boden fiel. Pfeile lösten sich von den Sehnen, aber zu spät, denn die Blitze frassen sich durch das Holz und liessen die Elfenspäher wild zuckende Tänze vollführen, während sie abgehackte Schreie ausstiessen und nur die Anführerin sich durch ihren Stab retten konnte. Fara konnte sehen, wie bei einigen Elfen die Augen aufplatzen, andere bissen sich auf die Zungen un Bkut spritze aus ihren Mündern, während ihre Gehirne in den Schadeln geröstet wurde. Es war so schrecklich schön, denn die Blitze formten Muster, sie sprangen wie lustige Tänzer von Gliedmassen zu Torso und wieder zurück, deswegen konnte das Mädchen ihren Blick nicht abwenden. Das Spektakel war nach einigen Sekunden vorbei und die rauchenden Körper der Krieger krümmten sich noch einige Male, während die letzten elektrischen Stösse durch die Nervenbahnen und Muskeln schossen. „Ich hatte euch gewarnt“, sprach der selbsternannte Gott spöttisch und fixierte die Anführerin mit seinen Falkenaugen.

Es ging so schnell... Kein Auge dieser Welt hätte je reagieren können, da fuhren die Blitze in die Iri'shev. Nicht ein Pfeil hatte sein Ziel getroffen, sie waren alle vergangen, zuckend, schreiend und ohne Kontrolle über ihre Körperfunktionen... Der Rotschopf hatte den Blitz als einzige kommen sehen und aus ihrem Stab eine Welle an Kristallen geformt welche sich flüssig wie Wasser um ihre Krieger hätten legen sollen, es hatte gerade mal dazu ausgereicht das der Blitz von ihrem Schild abprallte... dennoch hatte es sie von den Füßen gerissen. Und als sie sich wieder aufrichtete und den Schaden besah schwand alle Farbe aus ihrem Gesicht. All ihre tapferen Waldläufer waren niedergestreckt worden... von einem einzigen Blitz. Sie ließ den Stab fallen und schlug sich eine Hand vor den Mund... Ihr Entsetzen war unbeschreiblich, sie sah die noch zuckenden Leiber ihrer Kameraden... SIe hatte schon gekämpft, sie hatte Freunde gehen sehen, doch dieses Bild aus Tod und Verderben... und sie hatte sie alle in eben jenes geführt... sie fiel auf die Knie herab, dicke Tränen liefen aus ihren Augenwinkeln, und sie konnte es nicht fassen, rüttelte am Leib eines Elfen, doch jener bewegte sich mehr... "Du... du Monster...!" krächzte sie erstickt und verzeifelt... sie weinte, und schluchzte, nahm die Hand zurück und blickte zu Tornitror hin wie zu einem Henker... "DU MONSTER!" schrie sie voller Verzweiflung und Trauer, das Gesicht aschfahl und ihre Hände zitterten. Sie dachte nicht mal an einen Gegenangriff, war wohl durch Erfahrung klug geworden...

Als nächstes würde Tornitror zwei bekannte Präsenzen spüren... Es dauerte nicht lange, da kam Nagash aus dem Unterholz. Ihr Gesicht und ihre Kleidung war blutverschmiert und zerissen, eine Pfeilspitze steckte in ihrer Schulter, welche sie in dem Moment heraus riss... Da es nicht Tornitrors Schuld war, dürfte er den Schmerz nicht fühlen, hoffte sie zumindest. Ihr Gesicht sah furchtbar aus, ein wenig erinnerte es an die Kreatur aus dem Sarg... lange Fangzähne aus ihrem Mundwinkel, die Finger wie krallen gleich gekrümmt und verlängert... Doch als ihr Bewusst wurde das Tornitror die Situation wohl wesentlich... eleganter gelöst hatte als sie selbst entspannte sie sich sichtlich, und Normalität nahm EInzug in ihre Gesichtszüge. Bald war sie wieder die bildhübsche Frau von vorhin, das perfekte Wesen... nur war sie noch schöner geworden dank all des Blutes welches sie wohl verzehrt hatte. "Ich sehe... ich hätte mich nicht so beeilen müssen" murmelte sie und wischte sich das Blut vom Mund ab, leckte es mit einer langen, spitzen Zunge ab und schmatzte leise. Kurz machte sie sich ein Bild von all den Leichen, als auch schon Axa eintraf. Er war gerannt wie der Teufel, doch Nagash hatte ihn hilflos überholt gehabt, als er ankam riss er die Augen auf und keuchte... "Verzeiht Herr... aber ich konnte das Fleisch nicht mehr fin..." So viel Tod... Er blickte gen Tornitror, scheinbar war nicht nur Nagash ein Monster wenn es um das Überleben ging... aber er war zutiefst dankbar als er Fara erblickte. Ihr ging es gut. Und mochte er noch in Begleitung von zwei Bestien sein, solange sie auf seiner Seite standen? Er schluckte hart und ging zu einem Baum und krümmte sich. Das bisschen was er noch im Magen hatte verabschiedete sich gerade unter dem Geräusch von Würgen und Spucken...

Nagash hatte kurz zu ihm zurückgesehen und seufzte "Ich bin beeindruckt... Und du sagtest du wolltest kein Wunder wirken" meinte sie und musste ihm wirklich Respekt zollen... Sie ging durch die Leichen und betrachtete ein paar davon, ehe sie sich zu einer hinkniete... Sie hob ihren Armstumpf und zielte auf seinen Bauch, und mit voller Wucht rammte sie den Stumpf in den leblosen Leib, bohrte ihn ein gutes Stück in das Fleisch und schloss die Augen. Leise Beschwörungen lagen auf ihren Lippen und sie konzentrierte sich. DIe Leiche zappelte, als würde sie noch einen letzten Kampf ausfechten, da erschlaffte sie wieder, und Nagash zog ihre Hand mit einem Ruck heraus. An ihrem Armstumpf befand sich ein konstrukt aus Knochen, sehnen und blutendem Fleisch... doch man konnte richtig zusehen wie es langsam zusammenwuchs, wie sich Muskel bildeten... Sie betrachtete ihre blau leuchtende Hand und legte den Kopf schief, ehe jene schon vollkommen wiederhergestellt war, und die blauen Flammen verpufften. Sie war so vollgesoffen mit Blut, und hier lag noch viel mehr! Sie leckte sich über die LIppen, es war ein Rausch, ein Rausch der Macht! Doch hatte sie auch ihre neuen Grenzen gespührt. Normalerweise hätten diese Elfen nicht den Hauch einer Chance haben dürfen gegen die Reflexe des Nocturalen, doch das Mal hatte immer wieder pulsiert wenn sie ganz an ihre Grenzen gehen wollte... Scheußlich, aber kaum zu ändern... Sie ließ die Hand sinken und betrachtete all die Leckerbissen um sie herum... später. Sie wollte Fara nicht noch mehr bekräftigen oder Axa komplett verstören... Aber eine Sache die sie ändern musste war ihre Kleidung, welche schon wieder kaum brauchbar geworden war, und sie wusste auch schon genau wie...

Sowahr Tornitror keine Einwände erhob, würde sie zu der Elfe gehen und ihre Kleidung mustern. Feiner Stoff, kunstvoll gewoben, Körperbetonend... Genau ihr Geschmack. Und vor allem stanken Elfen nicht so wie die Menschen es taten, ihr Geruch war beinahe lieblich zu nennen. Nur kam sie leider nicht so weit wie sie dachte...
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Kimor
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Re: Die Achse des Bösen - Auferstehung

Beitrag #18 von Kimor » 28.12.2016 18:04

Fara kroch der eklig süsse Geruch von verbranntem Fleisch und vergossenem Blut in die Nase, der in ihrem Kopf Schwindel und ihrem Bauch ein Knurren auslöste. Sie würgte trocken, als ihr Magen sich über fehlende Nahrung beschwerte, mitten in diesem Massaker aus dampfendem Fleisch und verkohlten Leibern. Diese Elfen waren Ungläubige gewesen, ja, und sie hatten ihren Gott verschmäht, ihn sogar herausgefordert, natürlich, aber diese beiläufige Grausamkeit liess das Mädchen erschaudern und sie blickte ihren Gott aus der liegenden Position mit Entsetzen im Herzen an und doch war da ein Teil von ihr, der grimmigen Stolz verspürte über diese Macht, die Tornitror besass, der doch ihr Schutzpatron war. Er hatte den Elfen eine Chance gegeben, dies ohne Gewalt zu lösen, hätten sie doch nur ihre Waffen gesenkt und wären sie ihm mit Demut entgegengetreten, doch sie hatten Arroganz und Unverschämtheit gewählt, also war ihr Schicksal gerecht. Diese Rechtfertigung für das Auslöschen so vieler Leben erschien Fara nicht richtig, aber es war die einzige die ihr einfiel und daher klammerte sie sich daran fest, damit sie nicht dem Pfad des Zweifels folgte, der sie unweigerlich vor die Pforten des Wahnsinns brachte. Mit zitternden Beinen und bebenden Lippen erhob sich die Prophetin und erwartete ängstlich, was ihr Gott mit der Überlebenden zu tun gedachte, der sich über den Ring aus Leichen zu amüsieren schien. Ohne die Rothaarige zu beachten, die den Verlust ihrer Kameraden gerade verdaute, schritt er zu einem der toten Krieger und stiess ihn einige Male mit dem Stab ab, um sein eigenes Werk zu bewundern, während er mit der Miene eines Kenners die einzelnen Verbrennungen und Verkrampfungen studierte und dabei aus de Augenwinkel die letzte der Angreifer unter Beobachtung hielt. Er wollte bereit sein, falls sie etwas Dummes vor hatte, aber die Verzweiflung schien sie gebrochen zu haben, was er an ihrer Haltung und dem Loslassen des Stabes erkannte. Er schenkte ihr ein freundliches, aber unaufrichtiges Lächeln und als sie ihn als Monster beschimpfte, blitzten seine Augen kurz auf, bevor er ihr mit donnernder Stimme entgegenschleuderte: „Ihr habt euch einem Gott genähert und euch dabei verbrannt!“ Die Wucht seiner Stimme liess die Elfin zusammenzucken und die Hände auf die Ohren legen, während sie heftig den Kopf schüttelt, um die Existenz dieses 'Gottes', wie er sich selbst nannte, zu verneinen. Dieser hob den Ast auf, den er hatte fallen lassen, um sich der lästigen Fliegen zu erwehren, die ihn hatten bedrängen wollen, und drehte sich wieder zu Fara um, damit er ihr endlich den Stab überreichen konnte, wie er es vorgehabt hatte. Er konnte Furcht und Verständnislosigkeit in ihr sehen, die Waage senkte sich zu seinen Ungunsten und er begriff, dass sie noch nicht an dem Punkt war, wo der Tod von Ungläubigen ihren Eifer noch weiter beflügeln würde, wie es bei Fanatikern der Fall war.Da er spürte, dass Nagash und Axa sich näherten, musste er sich beeilen, weswegen er seine Hand unter Faras Kinn legte, damit sie ihm in die Augen sah, deren Blick sie ausgewichen war. „Diese Wesen glaubten nicht an das Licht. Sie waren verloren in der Nacht und selbst als sie den Funken sahen, leugneten sie dennoch meine Herrlichkeit. Es gibt eine Zeit für Gnade, sogar für Güte, aber dies war keine solche Zeit. Es war die Zeit von Strenge und gerechtem Zorn, kleine Prophetin, aber nach dem Zorn, kann wieder Güte erblühen“, sprach er zu ihr, seine Augen funkelten sanft, einladend und Fara spürte, wie er sie an das Lichtwesen ihrer Vision erinnerte. Die Worte klangen wahr, die Pfeile hatten keinen Raum für Gnade gelassen und Gott hatte die Elfen gewarnt, dass das Licht zu ihnen kommen würde, wenn sie nicht ins Licht treten würden. Sie strich über die Amulette, spürte das vertraute Kribbeln und nickte dann wortlos, die Augen wieder voller Stärke und neuem Glauben erfüllt. Dann stockte ihr vor entzücktem Erstaunen der Atem, als abertausende, nein Millionen kleiner Funken über den Ast wanderten, in das Holz eindrangen und dabei den herben Geruch verbrennenden Holzes erzeugten, während ein geschwungener Stab Form annahm. Er übersät von Verzierungen, dunkel eingebrannt in das helle Holz, wellenförmig die komplette Oberfläche entlang und das obere Ende ging in einen Ring über, der vollkommen geschwärzt war. Sie wagte es nicht, ihre Hände nach diesem Meisterwerk auszustrecken, es erschien ihr zu überwältigend, als dass es in ihren Besitz übergehen konnte, doch dann bat ihr Gott sie, eines der Amulette zu lösen, die sie um den Hals trug und in einem gleissenden Licht schien es mit diesem Ring am oberen Ende des Stabes zu verschmelzen. Unter grösster Anstrengung sperrte Tornitror einen Teil seiner Selbst, einen Funken, in dieses Amulett ein, der dort nun für einige Jahrtausende seine Energie abgeben würde, das Elementarwesen aber ziemlich schwächte. Aber die Mühe war es wert, denn das Mädchen nahm den Stab mit solcher Ehrfurcht und sichtlich vor Freude bebend entgegen, dass er sich sicher war, sie einen weiteren Schritt ins Feuer des Fanatismus hatte machen lassen. „Beim Funken, er ist wunderschön“, seufzte sie leise, strich dabei über die Verzierungen und schnupperte sogar kurz daran, weil das Holz noch immer den leicht verbrannten Geruch abgab, den seine Entstehung verursacht hatte. Der Moment wurde für Fara ruiniert, als das verfluchte Weib aus der Dunkelheit trat, zwar verwundert, was sie erfreute, aber dennoch am Leben und wie es aussah erfolgreich in ihrem eigenen Kampf gegen die Elfen. Das Elementarwesen kommentierte den Auftritt der Nekromantin mit einem abfälligen Schnauben, selbst als sie sich ihre Gestalt wieder normalisierte, denn ihre Verletzung bedeutete, dass er sie anscheinend masslos überschätzt hatte, damals in der Höhle. Er bemerkte, wie Fara angewidert das Gesicht verzog, als sie als das Blut sah und vor allem, wie genüsslich es aufgeleckt wurde und grinste innerlich, weil diese Zurschaustellung von Unmenschlichkeit den Anker nur weiter in seine Arme trieb. Das Auftauchen Axas übersah er einfach, denn er überlegte sich, was er mit der Überlebenden tun sollte, jene, die ihn hatte Demut lehren wollten, mit ihren albernen Stöckchen und den billigen Zaubertricks, die sie aber doch vor dem Tode bewahrt hatten.
Fara hingegen ging zu ihrem Bruder hinüber, wobei sie stolz ihren Stab in den Boden trieb, um ihm Trost zu spenden und ausserdem eine Gelegenheit zu finden, mit ihrem neusten Geschenk zu prahlen. Sie wollte ihm erzählen, wie der Stab aus einem gewöhnlichen Ast geboren worden war, ihn auf die filigranen Verzierungen und Licht- und Schattenspiele aufmerksam machen, die sich über die Oberfläche zogen, als würde das Geschenk nur schon beim Betrachten eine Geschichte erzählen. Sie hörte nur beiläufig, wie Nagash widerwillig ihren Respekt zollte, worauf Tornitror schnippisch erwiderte, dass es sich dabei nicht um ein Wunder, sondern nur um göttlichen Zorn handelte. Was Fara aber nicht entging, war das grässliche Geräusch, als Nagash ihren Armstumpf heilte, wie sie anscheinend das Fleisch, die Sehnen und die Knochen von einem Gefallenen stahl, ihn damit gedankenlos schändete, nur um sich selbst daran zu bereichern. Ihr vor Übelkeit verzerrtes Gesicht ging drehte sich zu Axa und sie zischte zu vorwurfsvoll zu: „Und die Gesellschaft dieses Monsters ziehst du vor!?“ Sie wandte den Blick ab, als die Nekromantin das Blut an ihrem Arm ableckte und erschauderte.

Tornitrors Gedanken zum Schauspiel der Nekromantin waren völlig anderer Art. Interessiert hatte er beobachtet, wie sie sich geheilt hatte, wie sie Energie aus dem Tod und dem Blut des Elfen zog, und schloss daraus, dass er, wenn es zum unweigerlichen Endkampf kam, nicht zulassen durfte, dass auch nur ein Tropfen Blut zur Regeneration ur Verfügung stand. Ein siegessicheres Grinsen der Vorfreude, wenn er Nagash zu Schlacke verwandeln würde, formte sich in seinem Gesicht, dass aber zerfiel, als er verärgert feststellen musste, dass das Ziel seiner Folterfantasien sich der rothaarigen Elfe näherte, worauf er seinen Stab wirbeln liess, einige schnelle Schritte machte und das klirrende Ende mit dem Ring zwischen die beiden Frauen schob. „Du hast kein Recht dich an meiner“, grollte er, hielt aber inne, weil er beinahe das Wort 'Sklavin' benutzt hätte und fuhr nach einer kleinen Pause von einem oder zwei Herzschlägen fort, „Gefangenen zu vergreifen!“ Blitze zuckten den Stab entlang, obwohl diese Drohung leer war, doch das wusste die Elfin natürlich nicht.

Sie zuckte erschrocken für einen halben Schritt zurück, als der Stab plötzlich zwischen sie und ihrem Ziel geschwungen wurde. Ihr Blick ging daran zurück zu Tornitror und ihr Gesichtsausdruck wurde wieder gelassener... Sorgfältig wog sie ihre Gedankengänge ab, ob es den Ärger wert war... Aber allein wie er sprach fühlte sie schon wieder grimmigen Zorn in sich erwachen. Der Dämpfer den sie ihm verpasst hatte vorhin, hatte wohl nicht gewirkt... "Ganz ruhig großer Gott" meinte sie und lächelte, streckte die Hand nach dem Stab aus und versuchte ihn weg zu drücken "Ich hab nicht vor dein "Eigentum" zu verletzen. Ich brauche lediglich ihre Kleidung, dann kannst du mit ihr machen was immer dir in den Sinn kommt" sie hob kurz ihren Arm, damit Tornitror sah was sie meinte. Der Stoff den sie damals von Faras Familienmitglied übernommen hatte hing nur noch in Fetzen an ihren Leib, war blutverschmiert und ungemütlich, auf jeden Fall nicht salonfähig...

Ihre saloppe Art mit ihm umzugehen war wie Öl für das Feuer seines Zorns, so dass er erwog, den Schmerz in Kauf zu nehmen, nur um der unverschämten Frau eine Lektion zu erteilen, aber dann würde er Schwäche zeigen und Fara, die zwar grob wusste, wie das Mal funktionierte, könnte zurück in Zweifel fallen. Er setzte mehr Kraft ein, um den Stab zwischen den Beiden Körpern zu lassen und liess die Funken stärker knistern, so dass Nagash das Kribbeln der Energie fühlen würde. „Sie ist nicht mein 'Eigentum'“, erwiderte er, wobei er sich weit genug gefasst hatte, dass man keinen wütenden Unterton mehr hören konnte. „Wenn du Gefangene als 'Eigentum' bezeichnest, hoffe ich, dass du nie erfolge dabei hast, welche zu machen. Aber bei deiner Selbstbeherrschung“, dabei hob er belustigt eine Braue, als er sich an all das Blut erinnerte, „wäre ich überrascht wenn das jemals geschehen würde.“ Er trat einen Schritt näher, um zusätzlich zum Stab noch seinen Körper als Barriere zu verwenden. „Nimm dir Kleidung von einem der toten Elfen, da klebt noch ein wenig Blut dran“, schlug er spöttisch vor, während er den Stab erneut wirbeln liess.

Er ging ihr langsam wirklich auf die Nerven, sie verengte ihre Augen zu Schlitzen... und dachte kurz daran es wirklich darauf ankommen zu lassen... Immerhin, jedes bisschen Pein das er ihr zufügen wollte würde er ebenso spüren. Und wenn sie so auf die umliegenden Leichen blickte, wusste sie das er einiges zu geben hatte. Andererseits hatte er auch Recht, zwar waren die Kleider der anderen Elfen nicht so ansehnlich wie das was ihre Anführerin trug, aber sie würde sich nicht erneut mit ihm messen müssen.... Andererseits waren mehr als genug Körperteile vorhanden als das sie sich regenerieren könnte, sollte es kritisch werden "Ich mache für gewönlich keine Gefangenen, ich erspare ihnen diese Schmach" bemerkte sie noch etwas spitz und verschränkte die Arme vor ihrer Brust, legte den Kopf schief "Was hast du vor mit ihr?"

Tornitror spürte, wie die Luft sich auflud, wie sie vor Anspannung knisterte und er bereitete sich darauf vor, reagieren zu müssen und vor allem auf Schmerz, denn das würde ihn erwarten, wenn sie sich erneut in einem Kampf massen, nur Schmerz. Einerseits dürstete ein Teil von ihm danach, seine Macht zu demonstrieren und diese unbedeutende Nekromantin zu dominieren, aber ihm war auch klar, dass sie beide in dieser Konfrontation sterben konnten solange das Mal sie verband. „Du machst keine Gefangenen, natürlich nicht“, bemerkte er trocken, „sondern nur Proviant.“ Er beugte seinen Kopf nach hinten, um seinen Hals hörbar knacken zu lassen und entblösste dabei aufreizend seinen Nacken, wie eine Einladung es nicht doch vielleicht mit einem Angriff zu versuchen, bevor er sie abfällig musterte. „Sie hat einen Frevel begangen und nun muss geurteilt werden“, erklärte er knapp und dabei bewegte sich sein Blick zu Fara, die dem Gespräch beunruhigt, aber doch erzürnt, gefolgt war und nun die Augen aufriss, als sie in den Fokus geriet.

"Da könntest du sogar Recht haben..." grollte sie schaurig... das tolle daran ein Monster zu sein war wohl, auch wie eines agieren zu können... obwohl sie sich mittlerweile ziemlich sicher war das Tornitror nur einen sehr dicken Schafspelz trug, sich sonst von ihr nicht unterschied "Du richtest über sie... heißt das nicht doch das sie dein ist? Aber vermutlich verstehen das nur... überhebliche Elementare" Sie spuckte das letzte Wort verächtlich aus regelrecht. Aber diese Streitigkeiten führten zu nichts. Das Chaos hatte schon irgendwie recht, sie waren wie kleine Kinder die gemeinsam die Scheune aufräumen sollten und ihre Zeit damit verschwendeten sich Heu gegen den Kopf zu werfen... "Nun denn... fahr fort. Ich werde dir dein Vergnügen schon lassen..." lieber zurücktreten für dieses Mal, ihre Chance würde schon noch kommen...

Seine Hand umfasste den Stab mit solcher Kraft, dass das Gold ein wenig nachgab, als Nagash ihn als Elementar bezeichnete, ihn so herabwürdigte und seine Augen liessen Funken sprühen, aber dieses verfluchte Mal liess all das nur Schein sein. Normalerweise wäre Nagash nur bis zur zweiten Silbe der Beleidigung Elementar gekommen, bevor er sie in einen gleissenden Kokon des Schmerzes gewoben hätte, aber es blieben ihm nur spitze Worte und scharfe Erwiderungen als Waffen, um die Nekromantin zu verletzen. Er ignorierte ihre Bissigkeit und hoffte, dadurch erhabener zu wirken, während er Fara mit einem kurzen winken zu sich rief. Das Mädchen schritt langsam und sehr vorsichtig zu ihm hin, ihr Blick sprang zwischen ihrem Gott und der sich entfernenden Bestie hin und her, aber dann sah sie das einladende Lächeln auf Tornitrors Gesicht und ihr Mut stieg. Sie fragte sich, was er von ihr wollte, obwohl sie eine leise Ahnung hatte, dass auch dies hier wieder eine Prüfung ihres Glaubens werden würde, doch sie war sich nicht ganz sicher. Ihre Handflächen wurden feucht und sie leckte sich mehrmals über die Lippen, als sie neben ihrem Gott und der rothaarigen Elfe stand, die die beiden feindselig musterte, aber nicht mehr gewagt hatte zu sprechen. Dem Mädchen fielen die kunstvollen Farben auf der Haut der Überlebenden auf, wie sie ihrem Gesicht mehr Ausdruck verliehen und sie begann sich langsam zu fragen, ob sie in Begleitung eines Gottes nur noch wohlgeformte, schöne Frauen zu sehen bekam, in deren Gegenwart sie sich klein und unbeholfen fühlte. Ihre Bewunderung wurde unterbrochen, als sich die Hand Gotte auf ihre Schultern legte, das sanfte Kribbeln löste automatisch ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit in ihr aus, so dass sie sich merklich entspannte. „Diese Ungläubige hat mich angegriffen, du warst Zeugin. Ein Angriff auf mich wird mit dem Tod bestraft und siehe, ihr Gefolge liegt tot darnieder, aber wie ich dir schon sagte, Fara, nach göttlichem Zorn ist Platz für göttliche Gnade. Als meine Prophetin wirst du schwierige Entscheidungen fällen müssen, so wie diese hier.“, erklärte Tornitror dem Mädchen und sie betrachtete ihn irritiert und auch ein wenig verlegen, dass er ihr solche Fähigkeiten zutraute, doch als er weitersprach, kroch die die wahre Bedeutung ihrer Bürde als Prophetin in ihren Schädel und löste Furcht und Entsetzen aus. „Ich werde bis 10 zählen und du musst entscheiden, was mit dieser Gefangenen passieren soll. Soll sie sterben, dann schweige, denn ich werde ihr mit jeder ausgesprochenen Zahl einen Schlag versetzen, der zunehmen stärker wird, bis ihr Blut in den Gefässen kocht und sie ihren Kameraden in den Tod folgt. Wenn du willst, dass sie lebt, dann wisse, dass alles was sie verbricht, deine Schuld sein wird. Du wirst für sie verantwortlich sein, so wie du später für die Massen an Gläubigen verantwortlich sein wirst, die dem Licht folgen. Entscheide dich!“ Während die Worten langsam in Faras Verstand eindrangen und dieser sie verarbeitete, stiess Gott der Elfin, deren Augen sich vor Schreck über ihr Schicksal mehr und mehr geweitet hatten, den Stab in die Brust, damit sie am Boden liegen blieb. „Eins“, rief er laut, der erste Schock liess die Elfin keuchend nach Atem ringend und sich verschlucken, so dass sie zu husten begann. Fara dachte fieberhaft nach, sie wollte nicht, dass die Frau starb, sie wollte deren Blut nicht an ihren Händen haben, aber war Gnade wirklich das, was Tornitror wollte, hatte er nicht in den Geschichten mit gnadenlosem Zorn unter den Ungläubigen gewütet. Sie biss sich auf die Unterlippe und als unweigerlich „Zwei“ erklang, wandte sie den Blick von der Elfin ab, die nun stotternd und unter Krämpfen zu fluchen begonnen hatte. Sie sah ihren Bruder an, der ihren Blick hilflos erwiderte, aber doch sagten seine Augen, sie solle ihr helfen, doch Fara wusste nicht, ob sie für die Verantwortung bereit war. Dem nächsten Schock folgte ein Schrei und die Elfing stiess Drohungen aus, gegen Tornitror, gegen alle Menschen und das Schicksal selbst, aber der Stab drückte sie unerbittlich gegen den Boden und die Augen ihres Peinigers blickten mitleidlos auf sie herab, bevor sie zu Fara hinüberschwenkten und „Vier“ erklang. Der Knall liess Fara zusammenzucken und sie spürte warmes Blut über ihre Unterlippe rinnen, doch der Schmerz war weit weg, denn die Elfin hatte begonnen zu weinen, während Krämpfe ihre Muskeln peinigten und sie unmenschliche Verrenkungen vollführte. Faras Augen füllten sich ebenso mit Tränen, weil sie das Leid der Elfin beinahe körperlich spüren konnte und ihr eigene Unentschlossenheit widerte sie an, doch als sie sich abwenden wollte, hielt Tornitrors Hand ihren Nacken fest und zwang sie, hinzusehen. „Es ist deine Bürde, Prophetin! Fünf!“, rief er und genoss die Qualen, die sein Opfer unter seiner Macht tanzen liessen, er genoss es, diese auszuüben und hoffte sogar, dass Fara stumm blieb. Dies war eine Lektion für sie, aber auch eine Möglichkeit für ihn, um zu sehen, ob Faras Menschlichkeit und Empathy weggeschnitten werden konnten, um sie härter und gnadenloser zu machen, oder ob diese Eigenschaften zu ihrer grössten Waffe wurden, um Scharen von neuen Anhängern anzusammeln. Es gibt Propheten, die mit Feuer und Schwert ihren Glauben verbreiteten, effektiv, aber anstrengend und dann gab es jene, die durch Liebe und Mitgefühl ein Band schmiedeten, dass mächtiger sein konnte, als die Ketten von Angst und Unterdrückung. Als Fara nach dem nächsten Schock nachgab und Tornitror bat, mit der Bestrafung aufzuhören, da war ihm klar, dass sie eine wirklich grosse Prophetin sein konnte – Liebe und Mitgefühl, Ketten, die sich die Menschen mit Freuden anlegten. „Das Urteil ist gesprochen“, verkündete er und dann, an die Elfin gerichtet, die ein zuckendes Nervenbündel war: „Du stehst in Faras Schuld, denn sie hat dir das Leben geschenkt, welches ich dir hätte nehmen können.“ Er wandte sich ab und überliess Fara den Rest, die sich unter Tränen auf die Knie begab und die Elfin auf ihren Schoss zog, um sie zu umarmen und ihr zu sagen, dass es ihr leid tat und sie alles tun würde, damit es ihr besser ging. Das Opfer brachte nur Grunzlaute und Wortfragmente zustande, während ihr Körper sich noch immer von der Tortur erholte. Fara glaubte aber ein 'Danke' vernommen zu haben.
Greise glauben alles, Männer bezweifeln alles, Junge wissen alles.
- Oscar Wilde

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Re: Die Achse des Bösen - Auferstehung

Beitrag #19 von Badskull » 28.12.2016 18:05

Es war ein grausiges Schauspiel, welches sich ihnen dort anbot... Anfangs hatte Axa Mitleid gehabt mit den toten Elfen, die einfach so ausgelöscht worden waren... Natürlich hatte er verstanden das sie den Gott bedroht hatten. Doch die Leichtigkeit mit der er sie vernichtet hatte... Doch dieses Mitleid wurde ihnen alsbald entzogen, als Tornitror anfing die verbleibende, einzige Elfe zu foltern... Er hatte bis eins gezählt, und Axa sah wie sie zuckte und keuchte, und ebenso zuckte er... Anfangs hatte er gedacht es wäre nur eine Drohung... doch er schien ernst zu machen. Sein Blick ging zu Fara hin, welche untätig da stand und sich auf die Unterlippe biss... als würde sie überlegen ob dieses Wesen es wert war... "Sag etwas...!" schrie er geistig zu ihr hin, doch sie verharrte tatenlos, und Tornitror zählte bis zwei. Axa keuchte mit ihr mit und ballte die Hände zu Fäusten. Wie konnte Fara nur stumm bleiben? Warum tat sie nichts? Sie sah sogar zu ihm hin, und mit einer Eindringlichkeit als wäre er selbst es, hoffte er ihr zu übermitteln was sie tun sollte... doch sie tat es nicht. Drei... Die Elfe wand und krümmte sich, schimpfte und fluchte... doch er hörte die Angst aus ihrer Stimme heraus... Sein Blick suchte Nagash, jene stand nicht weit neben ihm und musterte ebenfalls das Tun von Tornitror und der Elfe "Bitte... ihr könnt nicht einfach so dastehen! Tut etwas!" Er wusste nicht ob diese Verbindung auch anders herum funktionierte, doch sie hob ihren Blick und wandte ihre grünen Augen ihm zu "Weshalb? Ist es nicht der Wille deines Gottes der hier gerade geschieht?" Axa biss die Zähne zusammen, ballte seine Hände zu Fäusten und blickte sie entsetzt an "Nein... das kann nicht sein! Das..." "Warum? Er richtet über eine Ungläubige. Wenn er könnte würde er mit mir genau das selbe machen, nur würde er vermutlich schneller zählen..." hörte er die Stimme in seinem Kopf, als sie ihren Blick wieder den dreien zuwandte "Axa erschrak zutiefst... nicht nur bei dem Gedanken sie wimmernd und flehend in der selben Position zu sehen... sondern weil er wusste das sie die Wahrheit sprach... "Aber warum soll der Herr des Lichtes so etwas tun? Sie hat den Tod verdient... doch nicht..." Vier... Axa standen fast die Tränen in den Augen. Seine Schwester hatte noch immer nichts getan und stand nur da... "Ich flehe euch an Nagash, tut etwas!" "Ich kann nicht..." Axa sah nochmals hin zu ihr, diese Worte zerstörten das letzte bisschen Hoffnung in seinem Geiste das da schüchtern herangewachsen war. Sie wandte sich wieder ihm zu und zog ihren Kragen weiter nach unten... Er erkannte das Mal des Chaos... und es machte klick in seinem Geist. Faras Auge... Selbst an Tornitror konnte er das Mal erkennen... Ihm dämmerte das Fara ihm nie wirklich eine Antwort gegeben hatte "Was ist das?" "Das ist das Mal des Chaos. Eine Geißel die unser Schicksal verbindet. Erinnerst du dich an meinen Arm?" Er nickte düster und schockiert "Auch an seinen?" Erneut nickte er und blickte auf das Schauspiel zurück "Der einzige der diese Elfe retten kann ist Fara. Und so wichtig scheint sie ihr nicht zu sein..." Fünf... Er konnte an der Elfe ablesen wie schmerzhaft es war was sie durchleiden musste, durch die Hand des Gottes der von Güte gesprochen hatte... Für Axa war dieses Wesen gestorben... Es konnte nicht der Herr des Lichtes sein. Alles sprach dagegen. Alles was sein Vater ihn gelehrt hatte... Und nun wusste er auch warum er sich nicht der "Prophetin" nähern durfte... Er schluckte hart und zuckte "Ist er ein Gott?" Nagash schmunzelte... Sie war es gewohnt Ränke und Intriegen miteinander zu verweben... Doch wenn es um Tornitror ging war es etwas besonderes... das einzige was sie tun musste war die Wahrheit auszusprechen... "Nein" Fara hatte endlich eingegriffen in das Schicksal der Elfe. Ihm mochte ein Stein vom Herzen fallen, doch die Einbuchtung die er hinterlassen hatte würde noch lange daran nagen... Fünf... Was hatte dieses Ding mit seiner Schwester gemacht? Seiner kleinen unschuldigen Schwester, die gar bitterlich geweint hatte als der Hund gestorben war? Und wer war dieses Wesen wirklich? Nagash wusste es, da war sich Axa sicher, doch sie hatte gesagt er müsse sich selbst ein Bild machen. Während er seine Schwester beeinflusste und ihr Geschenke machte, hatte Nagash ihn noch nie um etwas gebeten, noch nie etwas von ihm gefordert... Er war zutiefst verwirrt. Er hasste sie dafür, was sie seiner Familie angetan hatte. Er vergötterte sie dafür wie perfekt sie aussah... Doch sie ließ ihn im Dunkeln über so vieles... doch auch war er frei zu tun was er wollte... Warum war er von ihr zurückgeholt worden?

Die Schau war Zuende... Nagash hatte sich abgewandt und den Kopf geschüttelt. Tornitror war nicht nur mächtig, er war auch gefährlich. Anfangs hatte sie gedacht er wäre nur ein ziemlich größenwahnsinniges Elementar, doch wenigstens etwas hatte er mit den Göttern gemeinsam und das war ihre Grausamkeit. Nagash ging ein paar Schritte und betrachtete die toten Elfen. Tatsächlich fand sie ein weibliches Exemplar in ihrer Größe. Ein gemurmeltes Wort, und ein kleiner Funke an blauen Flammen sprang auf sie über. Das Feuer umhüllte ihren gesamten Körper, und wenig später zuckte sie, ächzte leise und sah auf, Nagash hinterher die in einen Busch verschwand. Die Wiederkehrerin hatte Mühe sich zu bewegen, doch wenig später zog sie sich mit den Händen ihr hinterher. Ein wenig später kam Nagash frisch und sauber gekleidet zurück. DIe Kaputze hatte sie in den Nacken gelegt, den Gürtel enger gezogen. Grün-brauner, feiner Stoff, feste Stiefel und ein Dolch der an ihrerm Becken hing. Köcher und Pfeile hatte sie ebenfalls mitgenommen um jenes Werkzeug Axa zu geben. Doch jener hatte einen Entschluss gefasst. Er war auf die drei zugeschritten. Nagash hob eine Augenbraue "Ohje..." seufzte sie leise und blickte ihm nach, das würde Arbeit geben... oder auch Ärger...
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Re: Die Achse des Bösen - Auferstehung

Beitrag #20 von Badskull » 28.12.2016 18:05

Er musste lebensmüde sein... doch es ging um seine Schwester. Er sah wie sie langsam abglitt, und er konnte nicht länger zusehen. Er hatte sie schon im Stich gelassen, und es war Zeit das Richtige zu tun... Selbst wenn er sich dadurch in Gefahr brachte. Und so hatte er all seinen Mut aufgerafft und kam auf die drei zu... Sein blick suchte jenen von Fara, und er holte tief Luft "Fara... ich muss dich sprechen" Seine Stimme war zittrig, doch die letzten Worte kamen schon sicher und ernst aus seinem Munde. Nicht mehr weglaufen...

Fara hatte noch immer den Oberkörper der Elfe auf ihrem Schoss, strich ihr über den Kopf und murmelte Entschuldigungen und tröstende Worte, während sie immer wieder die einzelnen Phasen der Folter im Geiste durchlebte. Die Schreie, die Flüche, die Drohungen, dann brach der Wille, Wimmern, Schluchzen und Tränen und alles war ihre Schuld gewesen, weil sie nicht die Stärke besessen hatte, eine Entscheidung zu treffen. Eine kleine Stimme, vielleicht ihr Gewissen, vlt auch die Vernunft, wollten sie darauf aufmerksam machen, dass es ihr Gott war, der diese Abscheulichkeit durchgeführt und sie gezwungen hatte, aber das wäre der einfache Weg gewesen, der Weg eines kleinen Mädchens, dass in einer grausamen Welt lebte. Sie aber war die Prophetin des Lichts und dementsprechend musste sie nun erstrahlen, sie musste die Funken in die Dunkelheit tragen, in gottlose Finsternis, damit diese Folter nie wieder geschehen konnte. Fara fühte, wie ihre Gedanken sich klärten, wie das Feuer der Leidenschaft entfacht durch den Gedanken, die Speerspitze für den Herrscher des Lichts zu sein, ihren Geist ausbrannte und sie befreite. Diese Elfin war nun ihr Mündel, sie musste sie pflegen und für sie sorgen, wie eine Mutter für ihr Kind und genau das würde sie für alle Gläubigen werden. In Gedanken und im Gebet versunken, bemerkte sie nicht, welches Leid ihr Bruder durch machte und als er sie ansprach, drehte sie ein wenig überrascht den Kopf zu ihm, die Augen ohne Fokus, als wäre da etwas Schönes und Seliges hinter im, das ihr ein erfreutes Lächeln entlockte. „Wir können hier sprechen, Axa“, erwidete sie mit träumerischer Heiterkeit und machte mit der rechten Hand eine einladende Bewegung.

Tornitror beobachtete die Geschwister, versuchte zu erkennen, wie es um Faras Loyalität stand und als er den verzückten Blick sah, löste sich ein wenig der Anspannung, die sich seit de Folter in ihm aufgebaut hatte. „Nekromantin, ich habe einen Vorschlag zu machen“, sprach er die Unsterbliche an und wirbelte dabei seinen Stab wieder herum, so dass er hinter seinem Kopf quer über den Schultern zu liegen kam.

Wr schluckte heftig, ihm war klar gewesen das er sie nicht unter vier Augen würde sprechen können... aber es gab keine Ausreden mehr. Keine Verzögerungen, wenn er sich immer drücken würde, würde er Fara verlieren, das wurde ihm schmerzlich bewusst... und so beugte er sich zu ihr hinab und legte ihr eine Hand auf die Schulter. Sie mit vertränten Augen zu sehen wusch zumindest ihr Antlitz in seinem Geiste wieder rein, aber selbst eine Entschuldigung seiner kleinen schwester hätte dafür gereicht... "Danke das du ihr Leben gerettet hast" sagte er und sah zu der Elfe hin, so wie sie wirkte, war sie kaum noch bei bewusstsein. "Fara ich... muss es wissen. Was ist das Mal an deinem Auge? Ich habe dich schon mal gefragt, doch du hast mir nicht geantwortet..."

Tornitrors Stimme war mächtig, man glaubte fast den Donner hinter ihr zu hören, und zu fühlen. Sie blickte auf als er sie angesprochen hatte und hob eine Augenbraue... Ihre Abscheu gegen ihn stritt mit ihrem Wissensdrang... Und so legte sie den Kopf leicht schief. Sie war ein gutes Stück näher gekommen und versuchte aus seinem Gesicht zu lesen was nun folgen würde... "Du hast meine Aufmerksamkeit..." Elementar... nein... Nicht jetzt. Gott ganz sicherlich nicht also blieb es bei... "... Tornitror."

Faras Augen schienen langsam die ihres Bruders zu suchen, als wäre er nur eine ferne Traumgestalt, flüchtig wie Nebel, doch seine Hand auf ihrer Schulter zog sie in die Wirklichkeit zurück, sie spürte die sanfte Bewegung des Brustkorbs auf ihrem Schoss, spürte das seidige Haar, durch das sie noch immer beruhigend mit ihrer Hand fuhr und hörte den ernsten, fast flehenden Unterton in Axas Stimme. Langsam fuhr sie mit ihren Fingern über die Ränder des Mals, das ihr Auge umrahmte, konnte noch immer deren Konturen nicht ertasten, und dann erwiderte sie: „Das Mal.. das Mal ist ein Zeichen auserwählt zu sein. Es ist ein Stigma der Auserkorenen, die sich der Finsternis der Welt stellen, um das Licht und den Funken in die dunkelsten Ecken zu tragen, bis alles erleuchtet ist und die Kraft des Mals verlischt“, erklärte sie mit feierlicher Stimme, wobei ihre Finger zu dem Amulett gewandert waren, um das Prickeln ihres Gottes zu spüren.

Tornitror verfolgte mit Vorsicht, wie sich Nagash auf ihn zu bewegte, denn er konnte die Skepsis in ihren Augen sehen. Der Angriff und auch die hitzige Diskussion davor hatten ihm vor Augen geführt, dass sie zu viel Energie darauf verschwendeten, sich gegenseitig sinnlose Stiche zu versetzen und vor allem war die Gefahr gross, dass die Nekromantin bei der weiteren Entwicklung seiner Prophetin ein störender Faktor werden würde, vor allem, weil sie wusste, was er wirklich war. „Ich empfinde keinerlei Sympathie für dich, aber das dürfte nicht Neues sein“, fing er an, die Lippen eine schmale Linie, aber fuhr dann eilig fort, damit sie es nicht als Auftakt zu einem weiteren Disput auffasste, „aber wir verschwenden Energie und Zeit in sinnlosen Wortgefechten, die uns in keinster Weise helfen, dem Mal zu entfliehen. Ich hatte dir Waffenstillstand angeboten und nun biete ich dir Frieden an, zumindest auf Zeit..“ Dieses Mal gab es keine ausgestreckte Hand, keine Geste des guten Willens, denn dies war ein Schritt, der ihm zutiefst zuwider war, aber doch notwendig auf längere Sicht.

Seine Schwester schien so verträumt... doch er glaubte das dies nur ein Schutzmechanismus ihres Geistes war, um sie vor weiterem Schaden zu schützen... Wenigstens antwortete sie ihm, und er lauschte ihren Worten... er hoffte auf eine spezielle Antwort, betete geistig fast schon darum, ehe er sich daran erinnerte das Nagash das wohl hören konnte und hielt sie fest... Doch sie sprach jene nicht aus... und zwar die Wahrheit, soweit er sie eben verstanden hatte... Er keuchte leise und hielt sie fester, schniefte leise. Seine Hoffnung das Nagash ihn nur täuschte schwand langsam dahin... Eine Lüge! Er hatte ihr eine Lüge erzählt! Doch der Gott des Lichts log nicht! Er war rechtschaffen, er war Zorn, aber auch Güte... doch kein Lügner! Er nickte etwas geistesabwesend und schluckte... "Wusstest du das die Hexe dieses Mal ebenfalls trägt? Die Hexe die unsere Familie umgebracht hat?" japste er.. es machte keinen Sinn.... nicht mal wenn er es versuchte. Denn entweder würde es heißen das sie Teil der Dunkelheit waren oder aber... das es nicht stimmte. Nagashs Erklärung war simpel und erdrückend gewesen, das hier war vage... nichtssagend... und nicht wahr "Hat er... der Herr dir dieses Mal gegeben? Oder war es... etwas anderes?"

Nagash hob nun beide Augenbrauen... ihr Gesicht erhellte sich und sie schnaubte leise, hielt sich eine Hand vor den Mund und schüttelte den Kopf "In anderen Worten... Du willst das ich dich nicht bloßstelle vor deinen Schäfchen..." meinte sie und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen "Nicht wieder zumindest... Das ist es doch was du eigentlich willst, oder?" Sie schüttelte leicht den Kopf... hach, sie hätte ihm so gerne ins Gesicht gespuckt und sein Friedensangebot abgeschlagen.. "Aber in einem hast du Recht. WIr vergeuden viel zu viel Zeit und Energie damit, wobei wir eigentlich dieses Mal loswerden sollten..." Sie holte tief Atem, und seufzte leise. Das Gespräch von Axa bekam sie mit, er hatte den Pfad selbst gefunden, und arbeitete darauf hin wie es schien. Zwar war er plump, schien nichts davon zu wissen wie man Menschen beeinflusste... aber er war auch entwaffnend ehrlich... Nun war sie in der Zwickmühle und ging alle Möglichkeiten durch... "Unter einer Bedingung..." meinte sie schließlich und wog ihre Worte erneut ab "Erzähl Fara die Warhheit. Es passt mir nicht wenn du die Schlüsselfigur dieses ganzen Dilemas an dich bindest. Ich kann dir nicht vertrauen wenn ich sehe welche Ränke du gegen mich schmiedest, und es bereitet mir zu großes Vergnügen sie zunichte zu machen. Solange Fara neutral bleibt, können wir über Frieden reden... zeitweise wohlbemerkt..."

Seine Umarmung wurde fester, drängend, Fara verstand nicht, was ihn so erregte, sie begann ihn ein wenig wegzudrücken, weil er noch immer so unmenschlich war. „Natürlich weiss ich, dass das Weib das Mal auch trägt, das Böse hat auch sie gezeichnet – oder in ihrem Fall, ausgezeichnet“, erwiderte sie ein wenig genervt und mit Bitterkeit in der Stimme, dass ihr Bruder sie für eine Idiotin hielt. Es hatte sie erst verwundert, als Gott ihr verkündete, dass sie drei das Mal trugen, aber dann war die Erklärung so simpel gewesen: das Mal sollte sie und ihren Gott daran hindern, die Welt zu erleuchten, aber Nagash war davon gezeichnet worden, weil sie eine Kreatur des Bösen war, sie trug es wie eine Krone! Sie musterte Axa mit Argwohn, als er sie nach der Ursache des Mals fragte, denn nun fragte sie sich, woher all diese Fragen kamen. „Du willst auf etwas hinaus“, bemerkte sie mit zusammengekniffenen Augen und ein Hauch des Vorwurfs schwang in ihrer Stimme. „Was hat sie dir erzählt? Was glaubst d zu wissen, Bruder?“, fragte sie, wobei sie dem Wort 'Bruder' besonderes Gewicht gab.

Ihr ätzender Spott vernichtete jeglichen guten Willen, den Tornitror ihr hatte entgegen bringen wollen. Er spielte erneut mit dem verlockenden Gedanken sich mental gegen Schmerzen zu wappnen und ihr dann welchen zuzufügen und dieser wurde beinahe zu einem Katalysator für den Zorn, den sie mit ihrer unverschämten Bedingung weiter anfachte. Den Anker aufgeben? Auf dessen Kraft verzichten? Tornitror hätte Nagash ausgelacht, wenn er nicht so sehr beschäftigt damit wäre, seine Hand im Zaum zu halten, die darauf brannte, die Haut der Nekromantin Blasen werfen zu lassen. „Dieses Schäfchen, wie du es nennst, wird mächtiger sein als du es nur zu träumen wagst und nachdem du mich beleidigt hast, stellst du auch noch eine lächerliche Bedingung?“, donnerte er zornig, bevor er dann mit der Zunge schnalzte und ein hochmütiges Lächeln aufsetzte. „Geh nur hin und versprühe dein Gift, letzter Skarabäus deiner Art, mal sehen, ob deine Macht über ihren toten Bruder genau so ausgeprägt ist, wie deine Rhetorik“, lud er sie selbstsicher ein. Er hatte Fara schon in der Höhle indoktriniert, Geschichten über die Beteiligung Nagashs an seiner heiligen Mission gesponnen, sie als lockenden Dämon dargestellt, der die Rechtschaffenen vom Pfad abbrachte, um ihre Seelen in der Dunkelheit zu verschlingen und seinen Status als Gott zementiert. Das war das schöne an Fanatismus, man konnte nicht damit diskutieren.

Er spürte bereits das sie anfing zu zweifeln... Tornitror hatte wohl gute Arbeit geleistet... doch ihm fehlte das Feingefühl sie zu beeinflussen. Er hatte Tränen in den Augen als er fühlte wie Fara ihm langsam entglitt... Er ließ sie wieder los und schüttelte den Kopf "Sie hat mir nichts gesagt. Sie sagt mir gar nichts, weil sie meint ich muss es selbst sehen... Und ich habe es gesehen. Ihr Arm, der Arm des Herren... sie waren beide ab. Diese beiden wollen sich an die Gurgel gehen, das siehst du doch selbst? Doch sie tun es nicht, und zwar nur wegen diesem Mal. Sie können sich nicht verletzen ohne den selben Schmerz zu erleiden. Das hier ist eine Geißel Fara, aber er belügt dich!" sprach er verzweifelt... "Das ist es was ich gesehen habe. Aber ich weiß nicht woher es kommt... und ich will verstehen was hier gespielt wird. Darum bitte... Schwester. Woher kommt dieses Mal?" fragte er und blickte hilfesuchend in ihre Augen

Dachte sie es sich doch... Sie wich keinen einzigen Schritt zurück, ihre Mine war die einer Statue, leichter Spott und Häme... Als er geendet hatte sah sie kurz zu den beiden hin, und blickte ihm dann wieder lächelnd entgegen "Hättest du mich vor langer Zeit getroffen in der selben Situation... hättest du sogar Recht gehabt... Aber hier und jetzt muss ich nur die Wahrheit ans Licht bringen und deine Prophetin wird dich nicht mal mehr eines Blickes würdigen..." meinte sie genüsslich und verschränkte ihre Arme erneut "Ihren Bruder kontrolliere ich nicht, das ist das lustige daran. Ich könnte seinen Willen mit meinen Kräften biegen und formen so wie es mir beliebt, genau das was du mit Fara versuchst, in dem du sie mit Lügen verpestest... aber ich habe mich dagegen entschieden. Er hat seinen freien Willen noch. Und er hat dich bereits durchschaut... Jeder der nicht so verblendet wie Fara ist kann es sehen" sie lachte leise und schloss kurz die Augen, atmete durch um ihre Gesichtszüge nicht entgleisen zu lassen "Erzähle ihr die Wahrheit und sie wird dich nicht so verabscheuen wie sie es tut wenn sie die Wahrheit selbst erkennt... Tu es, und wir werden zusammen gegen dieses Mal und die Chaosgötter vorgehen. Oder du findest dich bald wieder in einer solchen Sphäre wieder, denn bevor ich den Göttern in die Hände spiele... werde ich uns alle ans Messer führen..." meinte sie noch. Und so wie sie sprach, die Wut die ihr zum Ausdruck wurde als sie von den Göttern sprach... Nagash bluffte nicht. Lieber tot als ein Lakei der Götter, die sie geschworen hatte zu stürzen. Alurir würde auch ohne sie auferstehen... "Tu es... oder ich stelle dich hier und jetzt bloß. Ich habe genug Körper und Blut hier um alles zu überstehen was du mir entgegen werfen kannst... wie lange hälst du aus, bevor du zu Nichts wirst? Wollen wir es herausfinden, oder lässt du uns fair spielen?" Ihre Geduld war zu Ende, sie mahlte schon mit den Zähnen. Und auch wenn sie um ihr Leben bangte... Wenn sie weiter reisen würden, würde Tornitror sie vollkommen an sich binden können und sie wäre chancenlos. Es durfte nicht dazu kommen...

„Er ist DEIN, Gott! Wo bleibt dein Respekt, Axa?!“, schmetterte sie ihm entgehen, die Nasenflügel bebend und die Augen wutverzerrt, während sie sich vorsichtig aufrichtete, wobei sie darauf achtete, dass sie die Elfe sanft zu Boden gleiten liess. „Dieses Dämonenweib ist böse und hinterhältig, sie vergiftet deinen Verstand nur durch ihre blosse Präsenz! Siehst du denn nicht, wie weit du vom Glauben unserer Familie, unseres VATERS abgewichen bist? Das Mal ist ein Zeichen des Bösen, die Bestie sollte die Befreiung nicht überleben, sie sollte schon längst vernichtet worden sein, aber das Böse beschützt sie!“ Fara hatte die Worte zu beginn noch in normaler Lautstärke gesprochen, aber dann, als ihre Enttäuschung und ihr Schmerz über Axas Verrat anschwoll, hatte sich auch ihre Stimme erhoben und sich zum Ende überschlagen. Die Finger wanderten zum Amulett, holten sich dort Zuspruch und Trost, aber auch Kraft und Zuversicht, so dass sie dem Blick ihres Bruders mit ernst und Feuer in den Augen entgegnete. Sie setzte gerade zu einer predigt an, als ein ohrenbetäubendes Donnern aus der Richtung der Unsterblichen erklang, welches die Geschwister aus dem Gleichgewicht brachte. Dann kam der Schmerz, so unendlich viel Schmerz, dass Fara nur noch stockend nach Atem rang, sich krümmte und ihre Augen sich verdrehten. Sie spürte eine Urgewalt in ihrer Brust wachsen, ein mächtiger Druck, der ihre Rippe zu sprengen schien, aber der Schmerz überlastete ihren Verstand, so dass sie diesem Phänomen kaum Beachtung schenkte.

„Lass es uns herausfinden, kleine Schabe.“ Die Worte kamen geflüstert, wie ein endgültiges Urteil, während der selbsternannte Gott seinen Geist auf das Kommende vorbereitete. Er rechnete mit gedankenzerfressender, ungeheuerlicher Pein von solcher Intensität, dass die Wahrscheinlichkeit wahnsinnig zu werden oder dass die eigene Existenz einfach daran zerbricht immens gross war. Doch es ging um mehr als nur Zorn oder verletzten Stolz, es ging um alles das Tornitror war, dafür würde er mit Freuden aufhören zu sein. Seine Gestalt löste sich auf, wurde zu züngelnden Blitzen, die Augen gleissende Schlitze, während das Mal des Chaos seine Klaue in den Fetzen Haut schlug und ihn nicht transformieren liess, dafür wie ein heisser Dolch in die Konzentration des Elementarwesens schnitt, das sich aber nicht aufhalten liess. Der Schmerz, so pur und rein, fachte seinen Zorn weiter an, der schemenhafte Mund öffnete sich zu einem donnernden Lachen, dessen Lautstärke die Natur sich verneigen liess, bevor Tornitror mit den Worten „Siehe und bereue“ sich über die Nekromanti stülpte, um sie in einem Mahlstrom von blitzendem Verderben einzuschliessen.

"Nein Fara! Das ist es ja!" auch er wurde lauter und ballte die Hände wieder zu Fäusten... "Er ist nicht der Herr des Lichts! Er ist ein Scharlatan der dich mit seinen Worten und Geschenken vergiftet hat! All die Geschichten die Vater uns erzählt hat, nichts davon trifft auf ihn zu! Das ist nicht das Werk eines Gottes, sondern...!" Auch er kam nicht weiter... Eine Druckwelle aus ohrenbetäubendem Donner überflutete ihnn, und riss ihn einfach von den Füßen... viel zu oft war er heute schon im Staub gekauert, und hier war er erneut... ER hatte sich jedoch schnell gefangen, und blickte entsetzt zu Fara hin, welche sich in unsaglicher Pein krümmte und wand... Schrecklich wurde er an die Folter erinnert und robbte zu ihr, schüttelte sie und schrie ihren Namen, doch er hörte sich nicht mal selbst über dem tosen das die beiden verursachten... und noch viel schlimmer, spürte plötzlich die Verbindung versiegen die ihn mit Nagash verband... Nicht nur das, es dauerte nur den Bruchteil einer Sekunde, viel zu schnell als das sein Verstand es realisiert hätte, da saugte sie ihn regelrecht leer...

Vernunft...? Was war schon Vernunft. Manchmal gewann man kämpfe mit reiner Stärke. Und dieses Aufmüpfige Blitzgeschwür, welches sich selbst zum Gott ernannte hatte, es hatte den Bogen mehr als nur überspannt. Vernunft war das kreischende Stimmchen in ihr, welches sie ertränkte mit der Präsenz des Nocturalen, den sie voll durch ihren Körper jagte... ihre Augen glühten, ihre Finger wurden länger, und sie grub sich in den Boden... Sie war umgeben von den grünen Flammen, und es war als würde das Blut aus allen leichen gezogen werden und in ihre Richtung strömen... Allein seine Transformation war Schmerzhaft, doch Schmerz wurde in dieser Situation wie ein Elixir... Das Blut lief über ihren Körper hinauf, wie ein Mahlstrom das dem Feuer nahrung gab noch heller aufzuleuchten "Dein letzter Fehler, Wurm!" zischte sie und schrie ihre Beschwörung gen des Himmels... Tornitror umfing sie und drohte sie zu verzehren, doch sie würde dafür sorgen ihm so wenig zu bekommen wie er ihr... Ihre Beschwörung ging in einen lauten Schmerzensschrei über, ein Gemisch aus Blitzen und grünen Flammen, die sich gegenseitig zu verzehren versuchten... Nagash starb... mehr als einmal hatte ihr KÖrper aufgegeben, zerrissen, verrotet, zerfetzt und zum Kochen gebracht, doch das Blut flickte sie immer wieder zusammen... es gab kein Ende für ihre Macht, doch scheinbar auch für Tornitror nicht... Ihr wurde bewusst was sie schon geahnt hatte, sie hatte sich übernommen, ihr Körper regenerierte nicht schnell genug, ihre einzige HOffnung war das er irgendwann verpuffen würde... und sie zumindest die grimmige Genugtuung hatte nach ihm gestorben zu sein...

Mit Schreckgeweiteten Augen, erhellt von grünem und gleißend hellem LIcht, welches die Umgebung in Dunkelheit getaucht hatte blickte sie mit wehendem Haar und entsetztem Blick auf das Geschehen vor ihr. Die Elfe, welche auf den Namen Nal'dohir hörte hatte versucht so weit wie möglich von diesem Mahlstrom des Wahnsinns zu entkommen, doch ein Baum hatte ihrem Rückwärtskrabbeln just ein Ende gesetzt. Ihr ganzer Körper schrie vor Schmerz, doch das war vertretbar wenn es um das Überleben ging... Ein Orchester aus Blitzen und grünen Flammen, ein Fluss aus Blut der aus ihren Kriegern dem Sturm entgegen geschwemmt wurde... Sie hatte Fara und Axa beobachtete, als jener plötzlich zur Seite weggekippt war, sein Herz hielt und krächzte, doch nicht mal atmen konnte er noch... Doch am bedrohlichsten war wohl Faras Leib... ES schien als würde das Universum jedes bisschen an Qual das es aufbringen konnte an ihrem Körper darstellen wollen, zerrisene Haut, zerfetzte Glieder, Verbrennungen und das ganze heilte immer wieder zusammen... Sie war ebenso ohnmächtig geworden wie Nal'dohir wünschte zu sein. Doch eine Veränderung ging durch sie... ihr Brustkorb schwoll an, erst konnte man es noch als tiefen Atemzug durchgehen lassen, doch bald wurde es regelrecht grotesk... Die Risse welche der Mahlstrom auf ihr hinterließ wuchsen nicht mehr zusammen, es war als würde eine dicke, pechschwarze Flüssigkeit daraus fließen und sie kitten... wie Teer, nur... lebendiger... Und da platzte Faras Brustkorb, und die schwarze Masse schoss regelrecht daraus hervor, mehr als in dem kleinen Mädchen hätte Platz haben dürfen... Ihre Augen weiteten sich noch weiter, als sich eine bulkige, riesige Gestalt daraus bildete. Wo die Flüssigkeit aufschlug, zischte es laut, und alles Leben verkam, wurde korrumpiert und zu etwas grotesken gewandelt... DAs Biest schien Fell zu haben, doch es änderte sich ständig, Fratzen brachen daraus hervor, gekrümmt aus Schmerz und flehend, mehrere Augen blinzelten wütend´, immer wieder brachen Fangarme und Tentakel aus seinem Leib, leckten nach der heilen Welt um es herum und verdrehte sie in allen möglichen Formen und Farben. Es war so unwirklich, ihr Verstand begann ihr zu entgleiten, doch es war so faszinierend und fesselnd, sie konnte gar nicht wegsehen...

"Ihr widerlichen... nutzlosen... MADEN!" Das Wesen sprach leise, doch so tief und mächtig, man fühlte die Worte regelrecht in der eigenen Brust nachhallen... Es spannte die Brust vor dem Mahlstrohm an und Tentakel schossen daraus hervor, welche das Zentrum durchbohrten... Nagashs Schmerzensschreie wurden schriller, als sie herausgerissen wurde, dort wo sie von den zwei Fangarmen durchbohrt worden war scheiterte selbst ihr Körper an der Regeneration... Direkt hinter ihr, scharf auf ihren Fersen zischten die Blitze durch die Luft, doch das Wesen ließ seinen haarigen Arm hervorschnellen und packte das Chaosmal, riss es weg von der Nekromantin... Um seine faulende Hand herum materialisierte sich Tornitrors Leib, und als er vollkommen in seine Gestalt gezwungen war schlug es beide mit Wucht in den Boden "Warum... seid... ihr so... nutzlos..." grollte es von ihm, von der Erde, vom Himmel, aus jedem der einzelnen Mäuler gleichzeitig. Nagash zuckte vor Schmerz, ihr Brustkorb und ihre Augenhöhle waren durchschlagen worden, doch das Chaos zwang es am Leben zu bleiben... Es blickte zwischen den beiden hin und her und brüllte vor Wut "Ihr... beide seid wie Kinder.. Ihr seid uns zu gehorsam verpflichtet... Eure Streiteri hat keinen Platz hier.." Nagash hob ihre Hand krächzend dem Wesen entgegen, nur damit eines der Mäuler sich darin verbiss und es mit einem knurpsen von ihr Riss, sie kreischte laut und zappelte verzweifelt "Von nun an... seid ihr unser Anker. Gemeinsam. Nichts weswegen ihr Streiten könntet... nichts was euch ablenkt. Und ihr werdet keine Zeit mehr verschwenden... Nie wieder... wir werden euch daran erinnern... das ihr unser Werkzeug seid... stetig..."* Aus den Mäulern entsprangen Zungen, welche sich in die Mundhöhlen der beiden zwängte... Nagash verdrehte die Augen und wurde bewusstlos. Ob Tornitror ähnlich fühlen konnte war ungewiss, jedenfalls entschwand das Bewusstsein, als sie beide fühlten wie das Chaos in sie gepumpt wurde, wie ihr Innerstes verrotete und sich veränderte, wie das Mal pulsierte und anwuchs... "Enttäuscht uns nicht erneut... wir haben eine Ewigkeit aus Schmerz für euch parat, und der Gedanke daran euch dorthin zu verbannen wird immer... besser... Tut was man von euch verlangt. Nutzlose, elende Würmer...!"


"Wach auf... genug getrödelt...!" Nagash riss die Augen auf, ebenso ihren Mund... sie wollte atmen, doch ihr Körper gehorchte ihr nicht... Sie fühlte sich scheußlich... Sie lag auf dem Rücken wie ein stummer Fisch und konnte sich nicht rühren, nicht mal atmen... Instinktiv griff sie nach ihrer Kraft, doch davon hatte sie einiges eingebüßt... Nichts von all dem Blut war noch in Reichweite, sie fühlte nichts, nur Schmerz an ihrer Brust... Sie krächzte leise, und plötzlich gehorchte ihr Leib wieder und sie atmete ein... Ihre Lunge fühlte sich wund und zerrissen an, Schlucken war als würde sie einen Stein durch eine Wüste rollen... ganz zu schweigen von ihrer Haut, die brannte. Jede Bewegung war mit Schmerzen erkauft, und das erste was sie sich gönnte war ihren Handrücken auf ihre Stirn zu pressen... und erneut durchzuatmen... Sie öffnete die Augen, und sah das ihr Körper in Ordnung war. Beide augen sahen.. Ihre Brust war nicht mehr durchlöchert und vom Chaos zerfressen... Ihre Haut selbst war weich und rosig. Doch das Loch in der Gewandung an ihrer Brust ließ sie wissen das es kein Traum gewesen war... Sie ächzte leise und blickte zur Seite... sie lag direkt neben Tornitror... und ein Blick an ihm herab zeigte ihr, das mit ihm Händchen hielt... Angwidert verzog sie das Gesicht, doch sie konnte sich kaum rühren, jede Bewegung jagte geschmolzenes Eisen durch ihren Körper, und so ließ sie sich Zeit... atmete... versuchte sich zu sammeln... Erst ging sie geistig durch ihren Körper. Sie fühlte nicht alle Organe die sie haben sollte, ihr Herz pumpte Blut, ihre Mutagene waren nicht spürbar... die Verbindung zu Axa spürte sie, doch nur schwach... Sie öffnete erneut unter Mühen die Augen und kämpfte ihren Oberkörper in eine aufrechtere Position um sich ein Bild der Situation zu machen... Axa saß im Schneidersitz an einen Baum gelehnt. Auf seinem Schoß Farah, welche zu dösen schien. Sie wirkte normal bis auf... Fehlte ihr tatsächlich das Mal an ihrem Auge? Axa bemerkte das sie wach war und sah zu ihr kurz hin... Sie fühlte seine Verwirrung, seinen Unglauben... Und auch irgendwo Feindseligkeit... Sie konnte es ihm nicht verdenken, immerhin hatte sie auch das Leben seiner Schwester gefährdet in diesem Blutrausch... Ihr Kopf schmerzte, ein scheußliches Pochen... "Wie lange war ich weg?" fragte sie im Geiste... doch Axa blieb ihr eine Antwort vorerst schuldig, er kraulte nur durch das Haar von Farah, sah zu ihr hinab "Ich kann es nicht genau sagen... Stunden vielleicht...?" Sie nickte, und ihr Hals knackte grausig, sie bereute es auf der Stelle und hielt ihre Rückenwirbel... Ihr Blick fiel auf die Elfe, welche nicht weit von Axa und Fara saß, und ebenfalls zu ihr blickte... Angst und viele, viele Fragen in den Augen, wandte sie sich wieder dem kleinen Feuerchen zu, welches sie entfacht hatten. Scheinbar hatte sie gejagt und die beiden Menschen versorgt... Sie hatte nichts mehr zu verlieren, niemanden mehr an den sie sich wenden konnte... Und sie hatte begriffen das die beiden nicht das Chaos waren, welches sie gejagt hatte. Sondern das sie ebenfalls nur Sklaven waren... Tornitror wäre sicherlich zeitgleich mit ihr erwacht, doch erst jetzt bemerkte sie es und sah zu ihm hin, ihm musste es genauso dreckig geehen wie ihr... Sofort fiel ihr auf das sein Mal größer geworden war, ein blick unter ihre Kleidung zeigten ihr, das er da nicht der einzige war... "Hey..." kam es keuchend von ihr "Friede... bis wir das Mal los sind... mit der einzigen Bedingung..." ihre Stimme brach ab und sie hustete "Bitte lass uns das... nie... nie wieder tun..." sie hielt sich ihre Brust, die Stelle wo ihr Herz schlug und biss die Zähne zusammen. Sie war so schwach... ihr Kreislauf war wohl kaum noch nennenswert, selbst jetzt musste sie die Schwärze aus ihren Augen blinzeln... ein bitterer Geschmack lag in ihrem Mund... etwas fauliges, scheußliches, und sie konnte ihn nicht los werden... Das war also das Chaos... wenn es wütend wurde. Und mochte es sie noch zur Schachfigur der Götter machen... Sie würde alles daran setzen das diese Erfahrung eine einmalige war...

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net wundern..ich bin es..Roderik...nur unter altem Namen..ihr wisst doch, ich bin vergesslich...also muste ich mich neu anmelden
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