Alannas Rotte

Rollenspiele, die noch nicht abgeschlossen und pausiert oder abgebrochen wurden.
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Meren
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Alannas Rotte

Beitrag #1 von Meren » 08.01.2017 23:02

Illarus ging schweigend durch den schmalen Waldweg, der auf die Lichtung führte, die wiederum ihr eigentliches Ziel war. Sein Packen, der auf dem Rücken geschnallt war, kratzte unangenehm auf dem rauen Leder, aus dem seine Weste gefertigt war, doch er schien das gar nicht zu merken. Auf seinen Speer gestützt, der eigentlich nicht viel mehr als ein angespitztes, gerade Stück Holz war, schielte er immer wieder zu den Kameraden, des Splitters, mit dem er momentan unterwegs war. Seit dem Vorfall vor zwei Tagen, schienen seine Kameraden, die den jungen Mann einst rau, aber herzlich in ihre Reihen aufgenommen hatten, die mit ihm Spässe, Heim und Mahl teilten, auf Abstand zu gehen. Er verstand das nicht. Illarus hatte nicht gewusst, dass er diese Fähigkeit besass, aber er hatte doch ein Leben gerettet? Das Leben des Mannes, der ihn zur Rotte geholt hatte, der ihn in diesen Splitter gebracht hatte und ihm alles beigebracht, was über das Leben wusste. Wieso wurde er jetzt ignoriert und mit Missachtung bestraft?

Besagter Mann, der auf den Namen Torulf hörte, lief versetzt hinter Illarus und starrte nachdenklich in seinen Rücken. Er sah einen jungen Mann, Anfang zwanzig, mit breiten Schultern und aufrechtem Gang. Die blonden Haare gingen ihm bis über die Ohren, waren leicht verfilzt und strähnig. Illarus hatte klare blaue Augen und ein markantes Gesicht und wie viele jungen Männer, die die ersten Barthaare auf ihrem Körper spriessen sahen, hegte und pflegte er den dünnen, blonden Flaum, der auf seinem Kinn spriesste. Der alte Krieger konnte sich noch genau erinnern, wie die blauen Augen in dem hellen Gesicht, dass ganz schwarz von Strassenstaub gewesen war, zu ihm hochgeschaut hatten, kurz bevor er Illarus angeworben hatte. Doch die harte Arbeit und das viele Sonnenlicht hatten seine Muskeln wachsen und seine Haut dunkler werden lassen. Er trug eine schwarze Stoffhose und einen groben, unansehnlichen Lederwams, einen einfachen Packen auf dem Rücken und einen angespitzten Stab, den man wohl mit viel Liebe als Speer bezeichnen konnte in der Hand. Die Ausrüstung hatte sich der Junge selbst gekauft, nachdem er in die Rotte aufgenommen worden war und bei den ersten Aufträgen mitgewirkt und somit einen Anteil verdient hatte. Nun war der junge Mann schon bald zwei Jahre dabei. Er hatte sich gut eingelebt und war akzeptiert gewesen, war aber zu seinem Glück, oder Unglück, in eine ruhige Zeit der Rotte zu ihnen gestossen. Kleinere Wachaufträge oder Begleit Missionen. Meistens half bei solchen Aufträgen schon das Banner der Rotte, ein schwarzes Dreiecksschild, dass von einer Krone gekrönt war, auf blutrotem Grund, um Angreifer abzuhalten. Es war ein gutes Leben, ungefährlich, sicher und mit stetem Einkommen. Aber junge, unerfahrene Männer wie Illarus lernten das Handwerk des Söldners so nicht. Und so kam es, dass in den zwei Jahren, in denen der blonde Mann bei der Rotte war, er noch keinen richtigen Kampf mit einem Gegner hatte.

Torulf seufzte leise und schüttelte den Kopf und fragte sich, was er nun mit seinem Schützling tun sollte. Unwillkürlich fasste er sich an die Seite, wo der Schnitt durch seine Kleidung gefahren war. Notdürftig hatten sie den Schnitt im Leder mit einem groben Faden zusammengehalten, erst im Lager würde er einen professionellen Schneider aufsuchen können. Mit einem Anflug von Scham dachte er daran zurück, was geschehen war.

Sie waren auf einer einfachen Begleitmission gewesen. Ein etwas zu reicher, aber unwichtiger Kaufmann, oder Adeliger, daran konnte sich Torulf nicht mehr erinnern, hatte die Rotte gerufen um seine Reise von Ronar, einer Stadt im Nordosten des Landes, in der der Mann wohnte, zu Norlar, der Hauptstadt des Landes zu bewachen. Torulf hatte erwartet, dass es ein unspektakulär, ja geradezu langweiliger Auftrag werden würde und er hatte Recht behalten. Das Wetter war gut gewesen, wie zumeist im Spätfrühling und die Route ungefährlich. Der Auftraggeber hielt sich mit seiner Familie zumeist im Hintergrund, verbrachte die Tage zumeist mit in der feinen Kutsche, die in der Mitte der Karawane fuhr. Dann vor zwei Tagen, war es dann geschehen.

Der Splitter war auf dem Rückweg gewesen, ihr Weg führte sie durch ein kleines Wäldchen. Über den Nachmittag rasteten sie, nur eine einfache Wache aufgestellt, genossen sie das Wetter und das einfach verdiente Geld. Torulf hatte sich etwas abgesetzt und stand nun in kniehohem Unterholz und frimmelte an seiner Hose herum. Mit einem leisen Seufzen liess er den Strahl frei und fing leise an ein altes Trinklied zu pfeifen. Er wusste jetzt im Nachhinein nicht mehr, wieso er den Strauchdieb nicht früher gesehen hatte, normalerweise war er aufmerksamer, doch plötzlich spürte er kaltes, scharfes Eisen in seine Seite eindringen. Kurz darauf flammte brennender Schmerz auf und liess ihn zurück taumeln. An einer Ecke des kleiner werdenden Sichtfels sah er noch einen Schatten in den Wald verschwinden, etwas, dass verdächtig nach seinem Geldbeutel aussah, in der Hand. Dann wurde aber auch schon alles schwarz und mit einem lauten Rascheln fiel der Mann ins Unterholz.

Torulf verstand die Reaktion der Splittermitglieder, als sie die Hände des jungen, blonden Mannes in weissen Flammen lodern gesehen hatten. Jeder in der Rotte kannte die Magie, ein jeder Mensch, der unter Waffen lebte, wusste davon. Das heilende Feuer, wie es beim gemeinem Volk einfach nur hiess, war eine spezielle Art der Magie, die man nur in einem Orden lehrte, der normalerweise nur den Söhnen und Töchtern von sehr reichen oder mächtigen Personen zugänglich war. Und genauso erlesen war das Klientel des Ordens. Während der einfache Soldat grausam verblutete, schlimmer wie die dreckigsten Tiere auf den Schlachtfelder der Welt verreckte und sich versuchte mit Kräutermischungen oder Gebeten zu retten, hatten die Adeligen oder reichen Offiziere Zugang zu dieser scheinbar endlosen Heilquelle, die jeden Schmerz von den Oberen wegnahm. Und plötzlich hatte einer unter Ihnen diese Fähigkeit und niemand wusste, woher er diese hatte und ob er nicht doch ein grösseres Motiv, von dem niemand etwas wusste. Und so war es gekommen, dass das gerettete Leben von Torulf die Position von Illarus in dem Splitter zerstört hatte und das Torulf nun hinter dem Jungen herging und einen Entschluss fasste. Er würde Illarus, sobald sie im Lager angekommen waren, dass man auch schon am Ende des Weges sehen konnte, zu Asger bringen, einem erfahrenen Krieger, der irgendwie ein besonderes Talent für Waffen besass… Er würde ihm Illarus Situation erklären, ihn beten, dass er ihn unterrichtete und für die nächste Zeit zu sich in den Splitter aufzunehmen.

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